Verband der Bildungszentren im ländlichen Raum e. V.
Claire-Waldoff-Str. 7
10117 Berlin
Elektrische und elektronische Produkte verursachen über Herstellung, Nutzung und Entsorgung erhebliche Ressourcenverbräuche und Umweltwirkungen. Nutzungsdauerverlängerung, Reparatur, Wiederverwendung sowie ressourcenschonende Beschaffung und gemeinschaftliche Nutzung bieten wichtige Potenziale zur Verringerung des Ressourcenverbrauchs und der CO₂-Emissionen.
Seit der ursprünglichen Antragstellung haben sich wesentliche Rahmenbedingungen weiterentwickelt. Ansätze der Circular und Sharing Economy (z. B. Repair-Cafés) sind auch im ländlichen Raum stärker etabliert, während politische Rahmenbedingungen zur Reparierbarkeit gestärkt wurden. Die zentrale Herausforderung bleibt, diese Potenziale für den Klima- und Ressourcenschutz in konkretes, dauerhaftes Handeln zu überführen sowie in Alltag, Bildung und Organisationen zu verankern. Zudem stellen digitale Technologien und KI aufgrund ihres Energie- und Ressourcenbedarfs neue Anforderungen an einen nachhaltigen Alltag.
Das Vorhaben greift diese Entwicklungen auf. Bestehende Strukturen und erfolgreiche Ansätze werden gezielt eingebunden, gestärkt, vernetzt und weiterentwickelt. So entsteht ein modellhafter Transformationsansatz, der Bildung, Organisationsentwicklung, regionale Vernetzung und Transfer verbindet.
Übergeordnetes Ziel bleibt es, Ressourcenverbrauch und CO₂-Emissionen zu reduzieren und nachhaltiges Handeln dauerhaft im Alltag, in Bildungseinrichtungen und regionalen Strukturen zu verankern. Dazu werden Wissen vermittelt, Handlungskompetenzen gestärkt und konkrete Möglichkeiten eröffnet, um eine nachhaltige Handlungskultur zur Umweltentlastung zu entwickeln.
Die Bildungszentren übernehmen eine Modellfunktion im ländlichen Raum: Nachhaltiges Handeln wird in der Bildungsarbeit vermittelt, in der Organisation erprobt und über regionale Netzwerke sowie den bundesweiten Transfer weitergetragen. Elektrogeräte bilden dabei ein konkret erfahrbares Lernfeld für Entscheidungen von Beschaffung und Nutzung über Reparatur bis zum Ersatz.
Zur Reduzierung von Ressourcenverbrauch und CO₂-Emissionen sollen Handlungskompetenz und Selbstwirksamkeit gestärkt sowie ressourcenschonendes Handeln dauerhaft auf individueller, organisationaler und regionaler Ebene verankert werden. Dafür werden Bildungsarbeit, nachhaltiges Organisationshandeln, regionale Modellstandorte und politischer Dialog systematisch verknüpft.
Die ersten drei Projektmonate dienten der Einarbeitung der neu eingesetzten Projektkoordination (KLVHS Oesede, VBLR) und der Analyse veränderter gesellschaftlicher, politischer sowie technologischer Rahmenbedingungen. Der Weiterentwicklungsbedarf wurde in einer Änderungsskizze konkretisiert. Auf dieser Grundlage werden fachliche Teams gebildet. Der Projektauftakt mit Werkstattgespräch am 31.08.2026 konkretisiert fachliche Leitplanken, Praxisbedarfe, Beteiligungsmöglichkeiten sowie Anforderungen an Evaluation und Transfer.
Ab Oktober 2026 starten parallel die Teams Bildungsbausteine und Nachhaltigkeitsmanagement. Vorhandene Angebote werden zu modularen, wissenschaftlich fundierten Bildungsbausteinen weiterqualifiziert, erprobt und evaluiert (inkl. Prüfung von Formaten wie Climate Fresk). Parallel werden Instrumente für nachhaltiges Organisationshandeln entwickelt; EMAS und Grüner Hahn/Gockel dienen als Orientierungsrahmen.
Ab Januar 2027 werden an fünf regionalen Modellstandorten Reparatur-, Sharing-, Beratungs- und Unterstützungsangebote vernetzt und auf Übertragbarkeit geprüft. Ab Mai 2027 führt das Team Politik Erkenntnisse aus den Praxissträngen zusammen, vermittelt politische Regelungen, entwickelt Handlungsempfehlungen, koppelt diese in zehn Politikgesprächen rück und bereitet den Transfer vor.
Die wissenschaftliche und fachliche Begleitung unterstützt Entwicklung, Erprobung und Auswertung. Der Modellcharakter liegt in der systematischen Verknüpfung und Rückkopplung von Bildungsarbeit, Organisationshandeln, regionaler Erprobung, politischem Dialog und Transfer. Durch längere Produktnutzung, Reparatur, Wiederverwendung, nachhaltige Beschaffung und gemeinschaftliche Nutzung werden Ressourcen geschont und erfolgreiche Ansätze dauerhaft in weiteren Bildungszentren und Regionen verankert.