Re:source Neckargemünd – Strategien zur ressourcengerechten Entwicklung des kommunalen Gebäudebestandes (Re:GeN)
Projektdurchführung
Stadt Neckargemünd
Bahnhofstr. 54
69151 Neckargemünd
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens
Wie viele Kommunen ist auch Neckargemünd mit einem öffentlichen Gebäudebestand konfrontiert, der von einem jahrzehntelangen Sanierungsstau gekennzeichnet ist und in Betrieb und Unterhalt rasant steigenden Kosten verursacht.
Neben dem Energieverbrauch und daraus resultierenden Klimagasemissionen müssen übergeordnete Fragen des Wandels, wie die Suffizienz und die Inanspruchnahme von Rohstoffen, ganzheitlich betrachtet werden.
Mit Hilfe einer Untersuchung nach wissenschaftlich anerkannten Methoden und unter Berücksichtigung von aktuellen Erkenntnissen der Klima- und Umweltschutzbemühungen sollen Sanierungsstrategien für den Gebäudebestand entwickelt werden, die aufgrund einer Typisierung als allgemeingültig erklärt werden können.
Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden
Zur Erreichung des Ziels wurden drei Schritte definiert:
1. Hinterfragen von Bedarfen (Suffizienz)
2. Klimaneutraler LowTech Betrieb
3. Transformation mit kreislaufgerechten und nachwachsenden, regionalen Rohstoffen
Als Forschungsfrage wurde gesetzt, ob bzw. mit welchen Maßnahmen im kommunalen Bauen eine ressourceneffiziente Klimagasneutralität möglich ist, wie sie das Umweltbundesamt fordert. Hierzu wird der gesamte öffentliche Gebäudebestand der Stadt Neckargemünd als dezentrales Quartier analysiert und verschiedene Handlungsoptionen anhand von Szenarien durchgespielt. Ein Baukasten von Low-Tech-Maßnahmen und der Einsatz von nachwachsenden, gesunden Baustoffen stehen im Fokus der Betrachtungen und sollen einen zielgerichteten Einsatz materieller und finanzieller Ressourcen zur Erreichung der Klima- und Ressourcenziele ermöglichen und bewertbar machen.
Zur Ausarbeitung der drei Themenblöcke wurde das Format eines Reallabors gewählt.
Ergebnisse und Diskussion
Als Ergebnis des Forschungsvorhabens entstand ein allgemein gültiger Sanierungsbaukasten für 10 Gebäudetypen, der für eine standardisierte, flexible Sanierung der (kommunalen) Gebäude nicht nur in Neckargemünd, sondern auch regional und sehr wahrscheinlich auch überregional anwenden kann.
Als Diskussionspunkt bleibt offen, ob durch diese Maßnahmen die Kommunen in der Lage sind, ihre gesetzlich vorgegebene Klimaneutralität bis zum gesetzten Termin erreichen können, ohne ihre finanzielle Belastungsgrenze zu überschreiten. Ebenso bleibt offen, wie Marktanreize gesetzt werden können, um die Erkenntnisse des Forschungsvorhabens über die kommunale Ebene hinaus auch in die Privat-wirtschaft gelingen kann, da der überwiegende Teil der Gebäude gleicher und ähnlicher Bauart in Privatbesitz ist.
Es ist vorgesehen, die Ergebnisse in einem Musterprojekt anzuwenden, dessen Verlauf ebenfalls wissenschaftlich begleitet werden soll.
Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation
Im Rahmen des Forschungsprojektes wurde eine ausführliche Öffentlichkeitsarbeit betrieben, u. a. durch Beiträge in den sozialen Netzwerken, öffentlichen Diskussionen, Workshops, Ausstellungen der Zwischenergebnisse als extra Event sowie als Dauerausstellung bis zum Projektabschluss im Rathaus.
Der Abschlussbericht, welcher zusätzlich erstellt wurde, ist zur Veröffentlichung auf den Internetauftritten der Projektpartner vorgesehen. Eine detaillierte Dokumentation wird zur Publikation in elektronischer Version und als Hardcopy in Vorbereitung und wird im Laufe des Jahres verfügbar sein.
Fazit
Das Forschungsprojekt hat sich als sehr wertvoll erwiesen, weil zum einen viele investitionsarme Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz herausgearbeitet wurden, zum anderen durch die Ergebnisse universell anwendbare Sanierungskonzepte für Kommunen und Private zur Verfügung gestellt werden konnten. Diese ermöglichen eine gute Optimierung des Gebäudebestandes unter Berücksichtigung der ökologischen und ökonomischen Notwendigkeiten.
Der berühmte Blick von außen hat eine gute, wissenschaftlich fundierte Grundlage gelegt, um den kommenden Herausforderungen an die Gebäudenutzung gut begegnen zu können.
Fördersumme
139.190,00 €Förderzeitraum
19.09.2024 - 31.03.2026Bundesland
Baden-Württemberg