Verwendung von AlMg3-Recycling-Material zur umweltschonenden und materialeffizienten Herstellung hochdekorativer Gussteile
Projektdurchführung
Franz Schneider Brakel GmbH & Co. KG
Nieheimer Str. 38
33034 Brakel
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens
Ziel des Projektes war die Entwicklung eines Fertigungsverfahrens zur Nutzung von AlMg-Sekundärlegierungen für die Herstellung hochdekorativer anodisierbarer Gussteile unter Einhaltung der vorgegebenen technischen und optischen Qualitätsanforderungen, die bislang ausschließlich mit AlMg-Primärlegierungen erreicht werden konnten.
Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden
Die erforderlichen Entwicklungsarbeiten wurden in aufeinander abgestimmte Arbeitspakete der Projektpartner gegliedert. Zu Beginn des Projekts analysierte die Firma Hydro Aluminium Deutschland GmbH, die Zugang zu dem neu verfügbaren AlMg-Schrott besitzt, die Qualität des eingesetzten Schrottmaterials. Parallel dazu bereitete FSB die erforderlichen Werkzeuge vor und stellte diese für die Herstellung der Gussteile am Gießerei-Institut der TU Bergakademie Freiberg zur Verfügung. Mithilfe dieser Werkzeuge wurde am GI ein eigener Gießplatz eingerichtet, an dem sämtliche im Rahmen des Projekts untersuchten Proben gefertigt wurden. Nach dem Gießen der Versuchsträger wurden die Proben an FSB übermittelt, wo die mechanische Bearbeitung, die Anodisierung sowie die anschließende Qualitätskontrolle durchgeführt wurden.
Ergebnisse und Diskussion
Die Ergebnisse zeigen, dass bestimmte chemische Elemente den Anodisierungsprozess beeinflussen und kritisch zu bewerten sind, da sie Farbabweichungen sowie eine reduzierte Helligkeit verursachen können. Zusätzlich konnte das Auftreten ungelöster Verunreinigungen im AlMg-Schrott näher untersucht und besser verstanden werden. Erste Ergebnisse mit Filtrationsverfahren sind vielversprechend, insbesondere im Hinblick auf eine Reduzierung der Oxidfracht im Schrottmaterial. Eine Spezifikation zur Verwendung von Sekundärmaterial zur Herstellung hochdekorativer anodisiebarer Gussteile konnte erfolgreich erstellt werden.
Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation
Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgt durch die Präsentation der Ergebnisse des Projektes auf dem Ledebur-Kolloquium am 24.10.25 und der Veröffentlichung einer Dissertation zu dieser Thematik. Ebenfalls werden die Ergebnisse in einem Arbeitskreis des Branchenverbandes vorgestellt.
Fazit
Das Ziel wurde im Wesentlichen erreicht. Obwohl der Einsatz von Sekundärmaterial in der Produktion von Al-Mg-Gussteilen eine vollständige Ablösung der Primärlegierung nicht ermöglichen konnte, wurde erfolgreich eine Spezifikation erarbeitet, die die zulässigen Bereiche bzw. Grenzwerte für sieben relevante chemische Elemente definiert. Zudem wurde der mögliche Anteil an Sekundärmaterial untersucht. Dabei zeigte sich, dass bis zu 25% AlMg-Schrott in der Herstellung gegossener, anodisierter Türdrücker eingesetzt werden kann.