Projekt 38653/01

Building a future planet. Water − curse or blessing!?

Projektdurchführung

Aedes Network Campus Berlin gGmbH (ANCB)
Christinenstr. 18 - 19
10119 Berlin

Zielsetzung

Aedes entwickelte gemeinsam mit dem niederländischen Sondergesandten für internationale Wasserangelegenheiten das Projekt "Building a Future Planet: Water – Curse or Blessing!?", das zentrale Fragen zu Wasser, Wassernutzung und Wassermanagement in der gebauten Umwelt untersucht.
Ausgangspunkt des internationalen und interdisziplinären Projekts waren die zunehmenden globalen Krisen – von Dürren und Überschwemmungen über Ressourcenknappheit bis hin zu steigenden Meeresspiegeln –, die ein grundlegendes Umdenken Umdenkens in Politik, Raumplanung und Bauwesen notwendig machen.
Wasser beeinflusst unsere Lebensräume, die Natur und die gebaute Umwelt unmittelbar. Internationale Debatten, wie sie etwa bei der UN-Wasserkonferenz 2023 angestoßen wurden, verdeutlichen die Dringlichkeit neuer Strategien im Umgang mit Wasser. Aedes griff diese Entwicklungen auf und initiierte das Projekt, um innovative Perspektiven und Lösungsansätze für Architektur und Planung zu fördern.
Aus dieser Dringlichkeit entstand die sechsteilige Aedes Lab Talk-Reihe Water: Curse or Blessing!? (November 2023–Juni 2025), in der sich mit Wasser als Ressource, Element und Infrastruktur auseinandergesetzt und der Dialog zwischen Architektur, Planung, Umweltwissenschaften und Politik gefördert wurde. Im Zentrum standen fünf Laborgespräche sowie eine begleitende Publikation, die Expert:innen aus Architektur, Planung, Umweltwissenschaften, Politik und weiteren Disziplinen zusammenführten. Ziel war es, Wissen zu bündeln, neue Netzwerke zu schaffen und konkrete Impulse für eine wasserbewusste Stadt- und Raumplanung zu setzen. Die Diskussionen behandelten Themen wie Wasserresilienz, nachhaltige Nutzung und Verteilung von Wasser, die Rolle von Wasser für Ernährungssicherheit und Energieversorgung sowie die Auswirkungen auf biologische Vielfalt und städtische Ökosysteme.

Arbeitsschritte

In den Laborgesprächen wurden verschiedene, aufeinander aufbauende Themenschwerpunkte behandelt:

#1 We Want Water!, 23. November 2023
Einführung in den gesamten Wasserkreislauf, mit Projekten, die Wasser als zentrale Ressource, neuen Wert, Transformationschance und existenzielle Herausforderung thematisieren

#2 Urban Climate Impacts, 21. März 2024
Untersuchung von Wasser, Bauen und Klimaanpassung in Städten, einschließlich wassersensibler Gebäudetypologien und Resilienzmaßnahmen

#3 Actors, Approaches and Processes in the Global South, 11. November 2024
Integration von Wasser in die Stadtplanung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit, basierend auf Erfahrungen aus Südostasien

#4 Water Infrastructures, 7. Februar 2025
Analyse urbaner Wasserinfrastrukturen in China und Europa mit Strategien zur Sanierung, Wiederverwendung und Anpassung an veränderte Bedingungen

#5 Materials, Energy, Technology, 20. März 2025
Potenziale von Materialien, Technologien und Bauweisen für wassersensible Planung, Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft.

#6 Water and Economy 18. Juni 2025
Stärkung der Wasserresilienz durch Raumplanung und wirtschaftliche Strategien, unter Berücksichtigung sozialer, ökologischer und ökonomischer Aspekte.

Die im Dezember 2025 veröffentlichte Publikation fasst alle Beiträge der sechs Talks in 22 thematisch gegliederten Essays zusammen. Ein Manifest im Anhang der Publikation überführt die zentralen Erkenntnisse in praxisnahe Empfehlungen. Dieses wurde in einem Online-Kolloquium am 30. September 2025 mit den Fachberatern des Projekts – Winy Maas, Henk Ovink und Thomas Stellmach – erarbeitet. Damit dient das Buch sowohl als Dokumentation als auch als Leitfaden für Politik, Architektur und Planung.

Water Curse or Blessing Lab Talks

Ergebnisse

Aus den Beiträgen der Reihe ließen sich folgende Ergebnisse formulieren: Fragmentierte Institutionen untergraben eine nachhaltige Wasserwirtschaft; die Koordination muss über Zuständigkeitsbereiche, Sektoren und Wissenssysteme hinweg erfolgen. Die Widerstandsfähigkeit städtischer Wasserversorgung hängt von einer Planung ab, die Städte, Wassereinzugsgebiete und globale Ansätze miteinander verbindet. Wasser und Kohlenstoff müssen gemeinsam angegangen werden, wobei Anpassung und Minderung kombiniert und ökologische und geopolitische Realitäten berücksichtigt werden müssen. Wasser ist ein lebendes System, das gepflegt und wieder in das städtische und ökologische Leben integriert werden muss. Naturbasierte Lösungen müssen im Mittelpunkt der Planung stehen. Regengärten, begrünte Dächer und natürliche Hochwassersysteme mildern die Auswirkungen des Klimawandels, verhindern Bodenverlust, fördern die Artenvielfalt und kühlen Städte. Nachhaltiges Design muss mit den natürlichen Kreisläufen arbeiten und Wachstum und Veränderung berücksichtigen. Wasser kann biodiverse, klimaresistente und nicht-kommerzielle Zonen im öffentlichen Raum schaffen, in denen Menschen zusammenkommen und sich mit der Natur verbinden. Hybride Räume bieten Möglichkeiten für adaptives und sensibles Design. Die Preisgestaltung und Eigentumsverhältnisse im Bereich Wasser beeinflussen den Zugang und die Widerstandsfähigkeit. Politik muss Wasser als Gemeingut behandeln und dabei Fairness, Erschwinglichkeit und Nachhaltigkeit in Einklang bringen. Werte neu zu definieren bedeutet, Biodiversität, Ökosysteme und das kollektive Wohlergehen über engstirnige wirtschaftliche Gewinne zu stellen. Instrumente wie Hochwassermarkierungen oder KI-basierte Karten können Risiken greifbar machen. Technologien wie Schwammfassaden und durchlässiger Beton können die Widerstandsfähigkeit unterstützen, jedoch nur, wenn sie in ganzheitliche Strategien eingebettet sind.In dicht bebauten Städten können vertikale Rückhalteanlagen und multifunktionale Fassaden einen Mehrwert bieten, aber ihre ökologischen Kosten müssen durch eine Lebenszyklusbewertung abgewogen werden. Wirksame Lösungen sind oft einfach, wartungsarm und kontextbezogen – von Schatten spendenden Bäumen bis hin zu traditionellem passivem Design- und hängen von vielschichtigen, lokal zugeschnittenen Strategien ab.

Öffentlichkeitsarbeit

Die sechs Veranstaltungen wurden per Newsletter an 22.000 Abonnent:innen angekündigt. Die Kommunikation der Events wurde zudem über die Aedes Social Media-Kanäle Instagram und LinkedIn betrieben. Darüberhinaus haben Fachzeitschriften und Portale die Veranstaltungen angekündigt. Die Dokumentation der Reihe als Videoaufzeichnungen ist unter https://aedesmetrolab.de/portfolio/lab-talk-series-building-a-future-planet-water-curse-or-blessing/ zu finden. Es ist eine Schlusspublikation entstanden, die im Frühjahr 2026 in der Niederländischen Botschaft im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt wird.

Fazit

Die Sprecher:innen der Reihe haben sich inhaltlich mit ihren unterschiedlichen Disziplinen und Schwerpunkten gut ergänzt. Die vorgetragenen nationalen und internationalen Beispiele waren anschaulich und vielfältig. Die komplexen Themen waren für das Publikum verständlich aufbereitet. Es wurde deutlich, dass ein erheblicher Handlungsbedarf besteht, das Thema und Element Wasser in Zukunft effizient, ökologisch und nachhaltig in Stadt- und Raumplanung, Gebäudeplanung und Finanzierungsmodelle einzubinden. In den Gesprächen und Treffen nach den Veranstaltungen entstanden neue Netzwerke, die zu weiterem Austausch führten. Die Formate der öffentlichen Diskussionen und Präsentationen haben somit ihren Zweck umfänglich erfüllt. Aus den Beiträgen für die Publikation hat sich ein Manifest mit konkreten Empfehlungen ableiten lassen.

Übersicht

Fördersumme

60.942,00 €

Förderzeitraum

03.03.2023 - 31.12.2025

Bundesland

Berlin

Schlagwörter

Resource conservation
Umwelttechnik