Osnabrück/Aachen. Grüne Technologien sind seit Jahren ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Deutschland. Der GreenTech-Sektor ist nicht nur innovativ, sondern auch robust: Trotz Kriegen und Krisen bleiben die Wachstumsraten stabil. Seit 2010 hat die Branche ihre Bruttowertschöpfung jährlich um rund fünf Prozent gesteigert. Vor Festakt zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises am Sonntag, 25. Oktober, im Eurogress Aachen rückt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) grüne Innovationen in den Fokus: Das DBU Umweltpreis-Symposium „GreenInnovations – Motor für Wohlstand und Wachstum“ präsentiert Erfolgsgeschichten durch Umweltschutz und -innovationen. Zur Veranstaltung am 24. Oktober (14 bis 16 Uhr) gibt es einen Livestream: https://www.dbu.de/uwp26-symposium.
DBU-Generalsekretär Bonde betont Relevanz für den Standort Deutschland

Laut Umweltbundesamt (UBA) hat die Branche grüner Technologien für die bundesdeutsche Wirtschaft einen großen Stellenwert. Der 2025 veröffentlichte GreenTech-Atlas ordnet ihr rund 7,5 Prozent aller in Deutschland Beschäftigten zu. Mehr als acht Prozent der Exporte entfallen auf deutsche GreenTech-Unternehmen. Im Jahr 2023 lag deren Bruttowertschöpfung bei 314 Milliarden Euro, was etwa neun Prozent der Gesamtbruttowertschöpfung in Deutschland entsprach. Bis mindestens 2045 prognostiziert das Umweltbundesamt ein anhaltendes Wachstum der Branche. „Das unterstreicht, welche Relevanz der Sektor für den Standort Deutschland hat“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. GreenTech richte traditionelle Stärken der deutschen Wirtschaft – etwa technischen Sachverstand, handwerkliche Kompetenz und Erfindergeist – auf die Herausforderungen, die sich aus dem Klimawandel und anderen globalen Krisen ergeben. „Lösungen aus der Branche entlasten Umwelt und Klima. Damit reduzieren sie einerseits Abhängigkeiten von Lieferketten und Rohstoffen“, so Bonde. Andererseits trage GreenTech mit umweltverträglichen Waren und Dienstleistungen zum Erhalt intakter Ökosysteme bei. „Auch davon profitiert die Wirtschaft. Eine intakte Umwelt ist Grundkapital für Entwicklung“, so der DBU-Generalsekretär.
Erfolgsmodelle im Fokus des DBU-Symposiums
Das DBU-Symposium ist hochkarätig besetzt. Neben dem nordrhein-westfälischen Umweltminister Oliver Krischer nimmt unter anderem Philipp Soest von der Cleansort GmbH mit Sitz im nordrhein-westfälischen Rösrath teil. Der Betrieb hatte in Kooperation mit zwei weiteren Unternehmen und mit Fördermitteln der DBU in den Jahren 2021 bis 2023 ein laserbasiertes Sortierverfahren für Aluminiumschrott zur Marktreife gebracht. Es kann Legierungen exakt bestimmen, was eine sortenreine Wiederverwendung ermöglicht. Das Verfahren wird inzwischen für weitere Wertstoffe eingesetzt. Es reduziert nicht nur das Schrottaufkommen in hohem Maße, sondern senkt auch den Energiebedarf nachhaltig. Dieser ist nämlich vor allem in der Primärproduktion von Aluminium besonders hoch. „Unsere Technik zeigt, welches wirtschaftliche und ökologische Potenzial der Kreislaufgedanke im industriellen Maßstab entfalten kann“, sagt Soest. Fand das von ihm mitentwickelte System zunächst Absatz in der Autoindustrie, ist mittlerweile auch die Nachfrage aus anderen Bereichen stark. „Unsere Sortiertechnologie legt den Grundstein dafür, Rohstoffe zu nutzen, die wir bereits im Land haben“, so Soest. „Das gewinnt für Unternehmen angesichts geopolitischer Risiken an Bedeutung.
DBU-Umfrage: Deutsche messen GreenTech hohe Relevanz bei
Eine Mehrheit der Deutschen sieht viel Potenzial im GreenTech-Sektor. Das ergibt eine von der DBU in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage vom Januar 2026. Demnach sind 80 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Produktion und Export umweltfreundlicher Technologien wichtig für den Standort Deutschland sind. Und: 69 Prozent der Deutschen befürworten eine stärkere staatliche Förderung für Umwelttechnologien.