Vorsorgender Waldbrandschutz

Im DBU Naturerbe Tennenlohe werden Wege repariert

Erlangen. Hitze, Trockenheit und ein Funke – Momente der Unachtsamkeit können schnell Waldbrände auslösen. Um im Brandfall zeitnah und pragmatisch zu reagieren, benötigen Rettungsfahrzeuge und Feuerwehren guten Zugang zum Brandgeschehen. Aktuell werden auf der rund 440 Hektar großen DBU-Naturerbefläche Tennenlohe im Landkreis Erlangen-Höchstadt in Bayern deshalb die Wege instandgesetzt.

Einsatzfahrzeuge müssen schnell und sicher an den Ort des Geschehens fahren können

Auf knapp sieben Kilometer Wegestrecke werden Schlaglöcher gefüllt, neuer Schotter aufgebracht und neu instandgesetzt. Das DBU Naturerbe, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), sorgt damit für gutes Durchkommen auf Wegen, die insbesondere dem Waldbrandschutz dienen. „Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge sind in der Regel keine Offroad-Fahrzeuge, müssen aber im Brandfall schnell und sicher so nah wie möglich an das Brandgeschehen fahren können“, sagt Revierleiter Jens-Eckhard Meyer vom Bundesforstbetrieb Reußenberg im Auftrag für das DBU Naturerbe vor Ort. Für die Arbeiten ist ein dafür zertifizierter Unternehmer aus der Region mit Radlader und anderem schweren Gerät für etwa eine Woche im Gelände unterwegs. Das DBU Naturerbe bittet Besuchende um Verständnis. „Meiden Sie die Bauarbeiten oder weichen Sie den Fahrzeugen aus“, so Meyer.

Um im Krisenfall schnell und sicher an das Brandgeschehen fahren zu können, benötigen die Einsatzfahrzeuge breite und ausgebaute Wege. Auf der DBU-Naturerbefläche Tennenlohe werden dafür derzeit die Wege instandgesetzt.

Vorsorgender Waldbrandschutz hat an Bedeutung gewonnen

„Die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit der vergangenen Jahre haben in unseren Wäldern Spuren hinterlassen. Gerade auf munitionsbelasteten Flächen wie der DBU-Naturerbefläche Tennenlohe haben vorsorgende Waldbrandschutzmaßnahmen daher weiter an Bedeutung gewonnen“, so Meyer. In den vergangenen Jahren habe der Bundesforstbetrieb dafür gesorgt, dass parallel zu den ehemaligen Panzertrassen 20 bis 30 Meter breite Brandschutzstreifen als weiteres Element der Waldbrandvorsorge gepflegt wurden. „Neben den Wegen stehen Heiden oder Sträucher und niedrige Laubbäume“, sagt Meyer. Sein Motto laute „Waldbrandschutz auf den Weg bringen“. Denn, so Meyer: „Sollten diese Brandschutzstreifen einmal brennen, kommt das Feuer nur bis zum geschotterten Weg.“ Damit werde ihm zufolge die Ausbreitung des Feuers verlangsamt oder komme sogar ganz zum Erliegen.

Wir sind alle gefragt, Waldbrände zu verhindern

„Mit ausgebauten Schutzschneisen, Waldbrandschutzstreifen, einer guten Löschwasserverfügbarkeit, dem Informationsaustausch über die Flächengegebenheiten und die Wegesituationen unterstützen wir als Flächeneigentümerin die Feuerwehren und ermöglichen einen effektiven Einsatz im Krisenfall. Letztlich sind wir aber alle gefragt, wenn es darum geht, Waldbrände zu vermeiden“, sagt Christian Sürie, Betriebsmanager im DBU Naturerbe. Die Hauptursache für Waldbrände ist laut Umweltbundesamt menschliches Handeln. Unachtsamer Umgang mit der Natur wie das im Wald ohnehin verbotene Entfachen von Lagerfeuern oder das Wegwerfen eines einzigen Zigarettenstummels können dramatische Folgen nach sich ziehen. Auch Autos sollten grundsätzlich nur auf ausgewiesenen und dafür vorbereiteten Parkplätzen, nicht auf trockenem Gras am Seitenstreifen abgestellt werden, da dies ein Feuer entfachen könnte.

DBU Naturerbe übernahm Tennenlohe 2010 vom Bund als Teil des Nationalen Naturerbes

Tennenlohe wurde einst forstwirtschaftlich genutzt. Auch heute wachsen dort großflächig noch Kiefernwälder. Ab 1936 beanspruchte die Wehrmacht, ab 1947 US-amerikanische Truppen die Fläche als Übungsplatz. In den folgenden Jahrzehnten wurde hier mit Leuchtspurmunition geschossen, was zu Bränden in den Waldbereichen führte. Nach 1994 wurde der Militärbetrieb eingestellt. 2010 übernahm das DBU Naturerbe Tennenlohe als Teil des Nationalen Naturerbes vom Bund. Die Fläche ist seither dem Naturschutz gewidmet. Sie bietet vielfältige Strukturen und Lebensräume für mehr als 1.800 Tier- und Pflanzenarten, darunter 350 seltene und streng geschützte.

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