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Doberlug-Kirchhain. 16 Freiwillige aus ganz Deutschland setzen sich auf der DBU-Naturerbefläche Weißhaus westlich von Cottbus für den Naturschutz ein. Vom 20. bis zum 26. September organisiert das Bergwaldprojekt eine Freiwilligenwoche in Kooperation mit der Flächeneigentümerin, dem DBU Naturerbe, einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Gemeinsam sägt, hackt, zieht, entastet und schleppt die Gruppe, um Moor- und Heidelandschaften vom Gehölzaufwuchs zu befreien und Zäune für das Auerwild für eine bessere Sichtbarkeit zu verblenden.

Naturschutz zum Anpacken
Das Team kommt aus verschiedenen Berufs- und Altersgruppen auf der DBU-Naturerbefläche Weißhaus zusammen. „Gemeinsam leisten alle harte Arbeit für den Naturschutz. Dieses Mal liegt das Augenmerk auf kleineren Moorkomplexen, die von aufkommenden Gehölzen befreit werden, und auf dem Auerhuhnschutz“, erklärt DBU-Koordinator Andreas Petzel vom Bundesforstbetrieb Lausitz. „Vor allem Kiefern und Birken haben sich an der Vehne und der Heidelandschaft ausgebreitet“, sagt Petzel. Und weiter: „Die Bäume nehmen den moortypischen Pflanzen wie den Torfmoosen sowie der Heide das Licht und entziehen dem Boden gleichzeitig Wasser. Wenn wir nichts unternehmen, würde die offene Landschaft nach und nach durch Gehölze verdrängt.“ Die Freiwilligen hacken und sägen die noch niedrigen Bäume und schaffen sie aus dem Gebiet, um deren Aufwuchs zu verhindern.
Anbringen von Fichten-Furnier-Matten zum Schutz des Auerhuhns
Im Wald ist der Aufwuchs von Bäumen dagegen gewünscht. Hier kommt es jedoch zu Wildverbiss an den jungen Knospen, daher sind Einzelflächen umzäunt. Auch hier werden die Teilnehmenden aktiv: „Sie bringen Fichten-Furnier-Matten an den Drahtzäunen an“, sagt Petzel. Das schütze ihm zufolge etwa den größten Hühnervogel Europas. Das Auerhuhn ist selten geworden, kommt auf der DBU-Naturerbefläche Weißhaus aber wieder vor, so Petzel: „Ohne sichtbare Verblendung besteht Kollisionsgefahr mit den Zäunen, denn das Auerwild und andere Vögel sehen die dünnen Drahtgeflechte nicht.“ Die rund 1.100 Hektar große DBU-Naturerbefläche ist 2012 vom Bund an die Stiftungstochter übertragen worden und gehört zum Nationalen Naturerbe. „Das DBU Naturerbe finanziert einen Teil der Betreuungs-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten für den Einsatz des Bergwaldprojektes, das uns einmal im Jahr hilft, diesen wertvollen Naturraum zu pflegen und zu schützen“, sagt Dr. Roland Schröder, Flächenbetreuer im DBU Naturerbe.
Bergwaldprojekt organisiert 170 Projektwochen im Jahr
Das Bergwaldprojekt wird in diesem Jahr mit seinen Einsatzwochen allein in Deutschland wieder bis zu 5.000 Menschen in die Natur bringen. 2026 finden 170 Projektwochen an 90 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt. „Indem sich die Freiwilligen aktiv für die Natur engagieren, entwickeln sie auch neue Beziehungen zu ihr. Die positiven Erfahrungen aus den Projektwochen bestärken die Freiwilligen darin, auch ihren eigenen Alltag naturverträglicher und ressourcenschonender zu gestalten. So beteiligen sie sich aktiv am dringend notwendigen Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft“, sagt Paul Schneider, Projektleiter beim Bergwaldprojekt. Insgesamt sieben Projektwochen finden in diesem Jahr auf DBU-Naturerbeflächen statt. Ziel der Arbeitseinsätze ist es, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmenden die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit zu einem naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.bergwaldprojekt.de.