
Gardelegen. Heimischen Laubbaumarten unter die Arme greifen und offene Heideflächen erhalten – das hat das DBU Naturerbe, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), in den Kellerbergen vor und wurde dabei gestern (1.6.) von der Förderschule „Karl Friedrich Wilhelm Wander“ unterstützt. 30 Schülerinnen und Schüler erlebten einen Arbeitsalltag im Nationalen Naturerbe und unterstützten den Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt bei der Pflege einer Heidefläche und der Weiterentwicklung eines heimischen Laubmischwaldes.
Natur erleben mit Herz und Hand
Gemeinsam rissen und gruben die Jugendlichen im Alter von elf bis 15 Jahren kleine Birken und Kiefern aus, schnitten junge Triebe ab und sammelten das Material für die Abfuhr. Sie sorgten so dafür, dass die Heidefläche nicht zuwächst und zunehmend verbuscht, sondern als wertvoller Lebensraum beispielsweise für Vogelarten wie den Wiedehopf erhalten bleibt. In einem Mischwald halfen die Schülerinnen und Schüler der natürlichen Waldentwicklung auf die Sprünge. Damit sich heimische Laubbäume in den kieferndominierten Wäldern durchsetzen, bauten sie sogenannte Eichelhähertische, von denen der Eichelhäher die ausgelegten Eicheln pickt. Als Wintervorrat verteilt der Vogel sie im Wald. Verbleiben manche davon in den Verstecken, wachsen im folgenden Frühjahr junge Laubbäume heran. „Das Anpacken in der Natur begeisterte die Schülerinnen und Schüler sichtlich. So ein praxisnaher Schultag an der frischen Luft zwischen Heide und Wald bleibt lange in Erinnerung“, erklärt Detlev Riesner, Revierleiter vom Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt.

Naturschutzziele: Naturnaher Laubmischwald und offene Heideflächen
Seit 2012 gehört die rund 280 Hektar große DBU-Naturerbefläche Kellerberge zum Nationalen Naturerbe und ist dem Naturschutz gewidmet. Wie ein Mosaik setzt sich die teils hügelige Fläche aus verschiedenen Offenlandlebensräumen und Mischwäldern zusammen. Dieser in Deutschland selten gewordene Strukturreichtum ist sowohl als Lebensraum schützenswert als auch überlebenswichtig für gefährdete Vogelarten wie den Wiedehopf, den Ziegenmelker und die Heidelerche. „Sechs Wiedehopf-Brutpaare leben auf der DBU-Naturerbefläche Kellerberge. Als Insektenfresser findet der Vogel in der halboffenen Landschaft mit den vereinzelten Baum- und Strauchgruppen ausreichend Nahrung”, erklärt Riesner. Langfristig soll der naturnahe Laubmischwald sich selbst überlassen werden. Die Offenlandlebensräume brauchen aber weiterhin Pflege. „Ohne unsere Naturschutzmaßnahmen würden auf den offenen Flächen die Samen der bestehenden Gehölzarten aufkeimen, zu Bäumen heranwachsen und das Gebiet wieder zu Wald werden. Die Förderschule hat uns tatkräftig unterstützt, dies zu verhindern“, sagt Riesner. Anschließend übernimmt die Herde der Schäferei Stefan Gaudian die Arbeit. Die Tiere sorgen dann mit ihrem Appetit dafür, aufwachsende Gräser, Büsche und Bäume kurz zu halten.