Deutscher Umweltpreis 2022: Preisträger und Ehrenpreisträgerinnen stehen fest 

Erfindergeist, Unternehmermut, Wildnisschutz und Schulterschluss zwischen Umwelt und Landwirtschaft statt Grabenkämpfen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) würdigt solche herausragenden Leistungen für Klima und biologische Vielfalt auch in diesem Jahr mit dem Deutschen Umweltpreis.

Den Deutschen Umweltpreis 2022 teilt sich das Ingenieur-Gespann Friedrich Mewis (79) und Dirk Lehmann (58) mit dem Biologen Dr. Christof Schenck (60). Der Ehrenpreis geht zu gleichen Teilen an ein Duo: Myriam Rapior vom Umweltverband BUND und Kathrin Muus als Vertreterin der Landwirtschaft.

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Mewis und Lehmann haben zusammen den Becker Mewis Duct geschaffen. Das ist ein Daniel Düsentrieb-Moment für den Schiffbau.“ Seit Markteinführung 2008 seien dadurch in der Schifffahrt weltweit neben Brennstoff und Energie auch umweltschädliche Treibhausgase (THG) eingespart worden, rund zwölf Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) – so viel wie der jährliche CO2-Ausstoß Tansanias oder Hamburgs.

Schenck ist Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Den Biologen nennt Bonde einen „Kämpfer für die Wildnis“. Der DBU-Generalsekretär: „Artenverlust ist neben der Klimakrise die große ökologische Herausforderung unserer Zeit. Ohne Artenvielfalt geht es uns Menschen schlecht. Schenck hat es mit unbändigem Einsatz geschafft, große Wildnisrefugien zu schützen – ein Weg, um das Weltnaturerbe für kommende Generationen zu bewahren.“

Rapior und Muus wiederum haben etwas erreicht, was lange Zeit kaum für möglich gehalten wurde, so Bonde. „Frau Rapior als Vertreterin der jungen Umweltbewegung und Frau Muus als junge Engagierte aus der Landwirtschaft sind ein tolles Beispiel dafür, wie Grabenkämpfe zu überwinden sind. Sie haben in der Zukunftskommission Landwirtschaft Brücken gebaut zwischen Umwelt und Landwirtschaft.“ Hauptaufgabe der 2020 von der Bundesregierung ins Leben gerufenen Zukunftskommission Landwirtschaft: Lösungsansätze für eine nachhaltigere Landwirtschaft zu finden, die auf ökonomisch tragfähigem Fundament steht. Im Juli 2021 folgte der Abschlussbericht. Bonde: „Die beiden Frauen haben maßgeblich zum Einigungsprozess beigetragen.“

Weitere Infos, Pressetexte, Fotos und O-Töne zum DBU Deutschen Umweltpreis 2021 unter www.dbu.de/umweltpreis 

Text: Klaus Jongebloed, Collage: Birgit Stefan, Titelfotos: ©Pohlmann/ DBU; Schröer/ ZGF, Graeschke, Fraider