Development of a water resources model for the assessment of the implementation potential of nature-based solutions (NBS) in river catchments

Stipendiatin/Stipendiat: Tamara Sudar

Datenaufzeichnungen und Berichte zeigen, dass Extremwettersituationen tendenziell in ihrer Häufigkeit zunehmen und damit erhebliche wirtschaftliche Schäden und Verluste einhergehen. Die klassischen Methoden diese Gefahren abzuwehren sind zwar unverzichtbar, aber sind häufig zu eng ausgelegt und beziehen sich hauptsächlich auf die technische Leistung der Lösungen. Es wird immer relevanter, dass diese Lösungen auch die nachhaltige Entwicklung von Regionen und Städten berücksichtigen. Durch die Implementierung von naturbasierten Lösungen soll den hydrometeorologischen Risiken (Starkregenereignisse oder Binnenhochwasser) begegnet werden.

In südosteuropäischen Ländern wie Serbien oder Bosnien und Herzegowina besteht großer Bedarf die hydrometeorologische Gefahren und Risiken vor allem Dürren, Binnenhochwässer oder Hangrutschungen, nachhaltig zu mindern. Die Möglichkeiten die bestehende Infrastruktur zur Minderung dieser Risiken mittels NBS zu verbessern und zu erweitern werden zunehmend berücksichtigt und ansatzweise erforscht. Allerdings sind in der Regel die Daten kaum oder vereinzelt verfügbar und das „know-how“ und Bewusstsein der Menschen und Institutionen in der Region ist meistens nicht ausreichend vorhanden. Es bedarf einer systematischen wissenschaftlichen Analyse des Potenzials der NBS sowie eines Ansatzes zur Implementierung der NBS in Regionen, für die wenig Erfahrung vorhanden ist.

Das Gesamtziel des Projektes ist die Entwicklung und Umsetzung eines Ansatzes für die Analyse des Potenzials der naturbasieren Lösungen, der in südosteuropäischen Gewässereinzugsgebieten anwendbar ist.  Der Fokus liegt auf großskaligen Maßnahmen in Gewässereinzugsgebieten (z.B. „Raum für Gewässer schaffen“) bzw. deren Kombination mit bestehender Infrastruktur, um die Konsequenzen der hydrometeorologischen Ereignisse zu mindern und gleichzeitig weitere positive Auswirkungen (co-benefits) für die Natur und Gesellschaft zu erzielen.

Das Projekt wird nach der Methodik zur Bewertung des Potenzials von NBS-Anwendungen durchgeführt, indem die folgenden Hauptaktivitäten durchgeführt werden: theoretische Grundlage; Datenanalyse; modelltechnische Umsetzung; Evaluierung der NBS; Synergie und Übertragbarkeit. Das Pilotgebiet zum Testen des entwickelten Ansatzes ist das Einzugsgebiet des Flusses Vrbanja in Bosnien und Herzegowina mit erheblichen Hochwasser- und Erdrutschrisiken und einer geringen Datenverfügbarkeit.

Eine systematische wissenschaftliche Analyse der NBS im Vrbanja Einzugsgebiet (geringe Datenverfügbarkeit) und eine vergleichende Analyse mit dem in RECONECT in der Fallstudie „Vier- und Marschlande“ (Deutschland, Hamburg) behandelten Einzugsgebiet werden für die weitere Verbesserung der methodischen Ansätze zur Bewertung des Potenzials der NBS und zum Schutz vor hydrometeorologischen Risiken von geringerer Einzugsgebiete entwickelt.

Schlüsselwörter: Hydromethoerologische Risiken, Naturbasierte Lösungen, Analyse des Potenzials der NBS-Anwendung in Einzugsgebieten mit begrenzten Daten.

Förderzeitraum:
01.03.2021 - 28.02.2022

Institut:
Technische Universität Hamburg-Harburg
Institut für Wasserbau

Betreuer:
Prof. Dr. Peter Fröhle

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