Die Integration der Eisenbahnlinie Rail Baltica in Lettland

Stipendiatin/Stipendiat: Janis Vagolins

„Die integration der Eisenbahnlinie Rail Baltica in Lettland“

Die Expansion des Transportsystems hat einen negativen Einfluss auf die Fauna, wie zum Beispiel die Fragmentierung, die Zerstörung von Lebensräumen, die Isolierung von Tierpopulationen. Diese Faktoren können unter anderem zu einer Verringerung des Genflusses zwischen den Subpopulationen führen oder die Migration behindern. Eisenbahnbegleitflächen bilden einen separaten Raum, der Großteils durch Pflegemaßnahmen genutzt wird und somit für naturschutzfachliche Zwecke eingeschränkt zu nutzen ist. Eine Maßnahme zur Verringerung der Auswirkungen von Eisenbahnen besteht darin, Wildtierpassagen zu bauen, um Lebensräume (wieder) miteinander zu verbinden. Auf beiden Seiten der Eisenbahn werden Zäune errichtet, um das Überqueren der Tiere zu verhindern. Zäune reduzieren die Zahl der Unfälle erheblich, bilden jedoch eine vollständige Barriere. Die Entwicklung einer neuen Eisenbahnlinie wird große Gebiete und die Wanderung der Fauna nicht nur kleinräumig, sondern auch in großem Umfang beeinflussen.

Das Rail Baltica - Projekt ist das größte Transportprojekt in den Baltischen Staaten der letzten 100 Jahre und durchquert Litauen, Lettland und Estland mit einer Gesamtlänge von 729 km, auf dem Territorium Lettlands 265 km. In Zukunft wird die Eisenbahn den Nord-Süd-Verkehrskorridor ausbauen und die Städte Warschau-Kaunas-Riga-Tallinn-Helsinki verbinden.

Die Forschung basiert auf der Grundlage öffentlich zugänglicher Online-Daten des Projekts Rail Baltica, der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und Untersuchungen von wissenschaftlichen Artikeln zu relevanten Forschungsthemen. Kartografische Daten wurden mithilfe des Programms ArcMap Version 10.5.1 und online verfügbaren Layern (Geodaten-Layer) analysiert. Auf Grundlage vorliegender Studien wurden geeignete Lösungen mittels der Visualisierungsprogramme mittels SketchUp 3D-Modellierungs- und Adobe Photoshop dargestellt.

Ziel des Projekts ist es, Lösungen zu finden, wie die neue Eisenbahnlinie in die Landschaft Lettlands integriert werden kann, indem Wildpassagen sowie Begleitflächen genutzt werden.

Die Forschungsarbeiten basieren auf theoretischen Aspekten und öffentlich zugänglichen Daten. Weitere Untersuchungen des Eisenbahnkorridors vor, während und nach dem Bau sollten auf lange Sicht durchgeführt werden, wobei geeignete Datenerfassungs- und Analysemethoden eingesetzt werden. Aufgrund des Mangels an Zeit und verfügbaren Daten zeigen die erstellten Karten und Ergebnisse der Integration der Querungshilfen sowie der Begleitflächen ausschließlich beispielhafte Lösungsansätze. Der Prozess zur Auswahl von Zielarten basiert auf einer mehrstufigen Datenerhebung und - analyse, einschließlich Feldarbeit, die in dieser Forschungsphase nicht möglich war.

Förderzeitraum:
06.02.2019 - 05.08.2019

Institut:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Natur- und Ressourcenschutz

Betreuer:
Dr. Heinrich Reck

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