Ökologische und ökonomische Untersuchungen zu einer nachhaltigen Landnutzung mit Agroforstwirtschaft in der Praxis

Stipendiatin/Stipendiat: Gabor Zamozny

Blätter in Agroforst

 

Agroforst ist eine umweltfreundliche, vielfarbige Wirtschaft Methode. Agroforst System bedeutet dass auf einen Fläche nicht nur Agrarpflanzen sondern auch Gehölze und manchmal auch Nutztierhaltung gibt. Ein Agroforst System kann die Boden schützen und anreichen.

 

In Deutschland und in Ungarn ist Agroforstwirtschaft nicht vollständig definiert. Dennoch ist es in Ungarn einfacher, Bäume auf landwirtschaftlichen Flächen zu pflanzen und zu ernten. So werden Silvo Pastorale Systeme (Weide mit Gehölze) und Silvo Arable Systeme (Bäume und Acker) sowie Windschutzstreifen in Ungarn unterstützt.

 

Der Anbau von Energieholz ist ein Element der erneuerbaren Energieträger. Daher habe ich mich auch mit diesem Thema beschäftigt.

Die biogene Festbrennstoffe sowohl in Deutschland als auch in Ungarn die bedeutungsvollsten erneuerbaren Energieträger darstellen. Art und Umfang der genutzten erneuerbaren Energieträger hängen allgemein stark von den natürlichen Gegebenheiten, der Wirtschaftlichkeit und den politischen bzw. rechtlichen Rahmenbedingungen ab.

Beispiel Nutzung von Sonnenenergie: In Ungarn gibt es bessere klimatische Möglichkeiten (höhere Anzahl an Sonnenstunden, stärkere Sonnenbestrahlung), aber in Deutschland gibt es bessere ökonomische Bedingungen (Stützung, eigene Kraft), deshalb gibt es in Deutschland mehr Solarthermie und Photovoltaik und so ist die Ausnutzung der Sonnenenergie größer.

Holz ist ein sehr wichtiger erneuerbarer Energieträger und Baustoff. Es wäre daher ratsam, dass die Regierungen eine nachhaltige Nutzung der Bäume durch die Landwirte erlauben.

 

Ich wollte Erkenntnisse zum natürlichen Nährstoffkreislauf in Agroforstsystem gewinnen. So sammelte ich Blätter und machte verschiedene Messungen und Analysen.

Mein Arbeitsmethode war: Beprobung von Blätter in und neben Gehölzstreifen eines Agroforstsystems. Die Beprobung erfolgte jeweils aus 0,5m2 mit Hilfe eines Holzrahmens. Beprobt wurde in Entfernung zum Gehölzstreifen in 2, 4, 8 und 15 m, sowohl auf der westlichen als auch auf der östlichen Seite, wobei zwei verschiedene Baumarten (Pappeln (Max1) und Robinie) berücksichtigt wurden. Die Datenerhebung erfolgte in vierfacher Wiederholung. Die Blätter wurden in einem Trockenschrank bei 60 oC für 2 Tage getrocknet. Danach wurde das Gewicht der Blätter ermittelt. Ein Teil der Proben wurde bei 105 °C getrocknet, um die absolut trockene Masse zu erhalten. Die Proben wurden gemahlen und anschließend mittels eines C N S Elementanalysator VARIO microCube der C- und N-Gehalt ermittelt.

 

Die Menge der fallenden Blätter mit der Entfernung zum Baumstreifen sinkt. Der Wind hat einen großen Einfluss auf die Menge der Blätter. Im Fall der Pappel gibt es 17-mal Blattmengen auf der östlichen Seite als in auf der westlichen.

Die höchste Wurzelkonkurenz zwischen Bäumen und Agrarpflanzen besteht innerhalb der ersten 2 m. In diesem Bereich wurden auch die meisten Blätter vorgefunden. Durch die mit der Blattstreu eingetragenen Nährstoffe kann der negative Konkurrenzeffekt kompensiert werden.

Die Ergebnisse der Messungen zeigen, dass in einem Agroforstsystem mit Kurzumtriebswirtschaft mit einem Einfluss von Blattstreu nicht weiter als 10 m Entfernung vom Gehölzstreifen zu rechnen ist. Dieser Aspekt sollte bei der Planung von Agroforstsystemen berücksichtigt werden, wobei natürlich auch andere Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Anbautechniken, Pflanzenarten im Feld und im Wald usw. beim Design des Agroforstsystems einzuplanen sind.

Die Blätter spielen auch als Nahrung für Regenwürmer eine wichtige Rolle. Deshalb kann Agroforst dazu beitragen, die Anzahl der Regenwürmer zu erhöhen.

Die Regenwürmer sind sehr wichtig in einem gesunden Boden, weil sie diesen mit Humus anreichern, ihn durchmischen und durch ihre Gänge für eine bessere Belüftung und Wasserinfiltration in den Boden sorgen.

 

Ich war bei Umweltkommunikation auch dabei. Ich habe ein deutschsprachiges Video zum Tema Agroforst auf Ungarisch übersetzt. Es wurde in zwei online landwirtschaftliche Nachrichten publiziert. Die Videoansichten der Agroforst verdoppelten sich nach meiner Übersetzung.

Förderzeitraum:
19.08.2017 - 18.07.2018

Institut:
Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung

Betreuer:
Dr. Christian Böhm

E-Mail: E-Mail schreiben

Publikationen: