Rekonstruktion von Dürreereignissen in den letzten vier Jahrhunderten für die Rhodopenregion in Bulgarien unter Verwendung von Bohrkernen aus Schwarzkiefern (Pinus nigra Arn.)

Stipendiatin/Stipendiat: Velislava Shishkova

Baumringe wurden für eine lange Zeit als Proxy-Aufzeichnungen vergangener Ereignissen verwendet. Wenn Bäume an Standorten mit ausgeprägten Limitierungen wachsen sind diese für die Rekonstruktion verschiedener Klimavariablen gut geeignet. In letzter Zeit hat die Verwendung der quantitativen Holzanatomie in dendroklimatischen Analysen zugenommen und bessere Techniken für anatomische Analysen wurden entwickelt. Es wird erwartet, dass die Untersuchung von Zellmerkmalen detailliertere Informationen für vergangene Umweltbedingungen liefern kann. Für die Pinus nigra-Arten in der Rhodope-Region wurden noch keine holzanatomischen Analysen zu Klima-Wachstums-Beziehungen durchgeführt. Darüber hinaus ist die Balkanregion und insbesondere Bulgarien eine der am schlechtesten untersuchten Regionen hinsichtlich klimatischer Veränderungen in der Vergangenheit.

Das Hauptziel des Projekts ist es, die Reaktion von Schwarzkiefern (Pinus nigra Arn.), die in den Rhodopen wachsen, auf klimatische Faktoren zu untersuchen. Die Klima-Wachstums-Beziehungen sollen für eine repräsentative Klimarekonstruktion der Region genutzt werden.

Folgende Schritte wurden bisher unternommen:

  • Sammeln von Holz-Bohrkernen von mehreren Standorten in der Region der Rhodopen
  • Literaturübersicht – eine Literaturrecherche wurde durchgeführt, um Informationen über die derzeitigen Methoden zur Herstellung anatomischer Dünnschnitte von Holz zu finden
  • Testen verschiedener Labortechniken zur Präparation anatomischer Dünnschnitte aus Holz-Bohrkernen. Ziel ist es, die am besten geeignete Methode für das untersuchte Material zu finden.
  • Analyse von Baumringdaten und holzanatomischen Daten

Vorläufige Ergebnisse:

  • Der am besten geeignete Ansatz für die Dünnschnittbearbeitung wurde gewählt
  • Anatomische Objektträger einiger Proben wurden präpariert
  • Zelleigenschaften der Tracheiden wurden mit WinCell-Software gemessen, analysiert und mit meteorologischen Daten aus der Region verglichen
  • Wachstumssprünge mit unterschiedlichen Auslösern (Klima, menschliches Eingreifen, Brände) wurden mit dem TRADER-Paket in R analysiert

Förderzeitraum:
19.08.2017 - 30.09.2018

Institut:
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Institut für Geographie
Lehrstuhl für Physische Geographie

Betreuer:
Prof. Dr. Achim Bräuning

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