Eine andere Methode des Artenschutzes - Renaturierung von Natura 2000-Gebieten im Nationalpark Bayerischer Wald

Stipendiatin/Stipendiat: Erzsebet Ohegyi

In meiner Verlängerunszeit (01.08.2016-31.12.2016) beschäftige ich mich mit einer anderen Methode des Artenschutzes, nämlich die Renaturierung von Lebensräumen. Im Nationalpark läuft zur Zeit ein 5 jähriges Projekt, das die Renaturierung von Mooren, Fließgewässer, und im Nationalpark sogenannte "Schachten" (Hoch liegende Borstgraswiesen) zielt. Dies ist existenziell für die Rückkehr verschwundenen Arten die in diesen Lebensräumen ihren Lebensbedingungen finden. Die Methoden der Renaturiering sind sehr divers, und außer der Teilname bei der Durchführung von diesen Maßnahmen und begleitende Arbeiten (wie z.B. Fotowettbewerb, Filmausschreibung) möchte ich diese Methoden mit Ungarischen ähnlichen Renaturierungsmaßnahmen vergleichen.

Einleitung
Im Nationalpark befinden sich von der früheren Zeit degradierte Lebensräume, wie Moore und Fließgewässer. Hochmoore (ausschließlich von Niederschlägen entstandene Mooren) sind ein sehr seltener Lebensraumtyp, die in der Vergangenheit mit Entwässerungen und Torfabbau von deren natürlichen Funktion entnommen worden. Fließgewässer wurden im Nationalpark auch anthropogen verändert. Viele Bäche wurden in früheren Zeiten begradigt, um Holztrift zu ermöglichen. Renaturierungen sind im Nationalpark Bayerischer Wald ein Verfahren schon mit langfristiger Erfahrung. Die ersten Renaturierungsmaßnahmen für Moore im Gebiet fanden schon im 1980er Jahre statt (NBW, 2009). Außerdem wurden 117 ha Moorflächen in den letzten 40 Jahren Nationalpark renaturiert.

Ergebnisse

Eine kurze Zusammenfassung über die erreichten  Ausgänge der durchgeführten Tätigkeiten:
In der Renaturierung:

46 Dämme im Kleinen Au
Renaturiertes Sagwasser
Planung für nächstes Jahr Moor-Renaturierung
Feldarbeiten - für LIFE+ Projekt und andere Projekte

In der Öffentlichkeitsarbeit:

Erfolgreich abgeschlossenes Fotowettbewerb (alle dazugehörigen Aufgaben)
Filmausschreibung Konzept fertiggestellt,  5 Interessenten in der Filmauschschreibung, Filmbewerber ausgewählt
LIFE+ Imagefilm Englische Übersetzung
Teilnahme mit LIFE+ Imagefilm auf Internationalen Filmwettbewerb organisiert von Ungarischem NGO organisiert
Nationalpark LIFE+ Website Betreuung - Übersetzung auf Englisch und News und auf dem aktuellen Lauf halten (kleine Artikel)
Regelmäßige Pressemitteilungen

Recherche und anderes:

Recherche über Nationalpark Renaturierungen und Ungarische Renaturierungen

Andere verschiedene Aktivitäten siehe Kapitel im Abschlussbericht: Ausblick in andere Nationalpark Aktivitäten.

 

Forschungsaufenthalt - erste Hälfte (01.03.-31.07.2016)

Finanzierung von Tier-Wiederansiedlungsprogrammen mit besonderer Aufmerksamkeit für den Habichtskauz Wiederansiedlungsprogramm im Bayerischen Wald

Einleitung
Eines der größten Probleme heutzutage ist das Verschwinden von Lebensräumen. Es verursacht das Aussterben von Tierarten. Bei Arten, die vor dem Aussterben bedroht sind, können Wiederansiedlungsprogramme eine Lösung bedeuten. Dennoch sind die Kosten von den Wideransiedlungsprogrammen schwer zu schätzen, und Programm Managers veröffentlichen diese Daten in der Regel auch nicht.
In meiner Forschung im Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald habe ich deutsche Tierwiederansiedlungsprogramme recherchiert und meinen Masters Thesis über die Finanzierung von Tier-Wiederansiedlungsprogrammen mit neuen Daten erweitert. Dafür gab mir der Nationalpark eine exzellente Gelegenheit, denn hier fanden schon mehrere Erfolgreiche Tierwiederansiedlungsprogramme statt, wie z.B. von dem Habichtskauz und dem Auerhuhn.
Wiederansiedlungsprogramme erfordern insbesondere internationale Kooperation, da Grenzen für Tiere nicht existieren. Da in Ungarn auch Habichtskauz Wiederansiedlungen stattfinden, und eine neue Kooperation gerade in dieser Zeit zwischen Ungarn und Österreich gefördert wird, finde ich meine Aufgabe hier als besonders wichtig und nützlich, nicht nur weil diese Programme nur gemeinsam mit mehreren Ländern unternommen werden können, sondern auch weil zwischen Naturschützern manchmal Sprachhindernisse auftreten, deshalb möchte ich mit meinen Deutschkenntnissen eine engere Kooperation und Wissenstransfer zwischen Ungarn und dem deutschsprachigen Raum fördern, was ich auch schon erfolgreich begonnen habe.

Methoden
Für meine Forschung wurden folgende Methoden verwendet:
Literaturrecherche - wissenschaftliche, sowie auch Öffentlichkeitsmaterial und Publikationen über deutsche Wiederansiedlungsprogramme.
Persönliche Erkundigung - Persönliche Erkundigung vor Ort - Nationalpark Fachleute, Nürnberg Tiergarten Experte, Telefonate an Programmleiter von den recherchierten deutschen Wiederansiedlungsprogrammen, Kontakt mit Ungarischen Fachleuten und Verantwortlichen von Habichtskauz Gebieten wo die Population des Habichtskauzes auch, wie im Bayerischen Wald, mit Nistkasten geholfen wird.
Fragebogen - Questionnaire about the funding of animal reintroduction programmes (2016). E-mail Liste wurde zusammengestellt mit Wiederansiedlungs-Programm Manager (mehr als 1000 Empfänger), IUCN/SSC Re-introduction Specialist Group (203 Empfänger). Es sind mit Antworten von der ganzen Welt zu rechnen.
Feldarbeit - Habichtskauz Nistkasten Kontrolle. Dafür wurde eine teleskopische Kamera benutzt, bei den neueren Kästen Fernglas.

Ergebnisse
Bei der Recherche von deutschen Tier-Wiederansiedlungsprogrammen, Daten worden gesammelt über Habichtskauz, Auerhuhn (auch in Tschechien), Wanderfalke, Haselhuhn, Luchs, Europäischer Stör, Kammolch-Laubfrosch-Knoblauchkröte, Ziesel, Alpensteinbock, Bartgeier, Kolkrabe und Steinkauz in Deutschland.
Die Monitoring-Arbeiten zum Habichtskauz Wiederansiedlungsprogramm wurden erfüllt. 90 Nistkästen rund in dem Nationalpark wurden kontrolliert. Dieses Jahr, nur 5 Kästen waren besetzt, ein mit Habichtskauz und vier mit Waldkäuzen. Die Reviere schätzt man aber trotzt des schlechten Mäusejahres für 31 Paare.
In Zusammenarbeit mit meinem ungarischen Berater wurden die Grundlagen (Englischer Text geschaffen, Datensammlung mit Fragebogen) zu einer Publikation über die Finanzierung von Tier-Wiederansiedlungsprogrammen geschafft. Die Ergebnisse der Fragebogen-Recherche wurden in einer Form von einer umfassenden informativen Tabelle zusammengestellt, die auch als Anhang zur Publikation geplant ist.

Förderzeitraum:
15.08.2015 - 31.12.2016

Institut:
Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Betreuer:
Prof. Dr. Jörg Müller

E-Mail: E-Mail schreiben

Publikationen: