Wie kann Polen die deutsche Erfahrung in der Öffentlichkeitsbeteiligung im Umweltschutz nutzen? Unter besonderer Berücksichtigung der Umweltmediationen als Lösungsmethoden für Konflikte im Umweltbereich - in Anbetracht zunehmender Umweltkonflikte in Polen

Stipendiatin/Stipendiat: MA Malgorzata Kotkowicz

Wie kann Polen die deutsche Erfahrung in der Öffentlichkeitsbeteiligung im Umweltschutz nutzen? Unter besonderer Berücksichtigung der Umweltmediationen als Lösungsmethoden für Konflikte im Umweltbereich - in Anbetracht zunehmen der Umweltkonflikten in Polen.   

    Der Druck der Zivilisationsentwicklung auf die Umwelt hat berechtigte Furcht um den Ökosystemstand und ihren Einfluss auf die Sicherheit, den Wohlstand und die Gesundheit des Menschen verursacht. Die Bewusstseins-, Aktivitätssteigerung und die Bedeutung der öffentlichen Meinung im Umweltbereich tragen dazu bei, dass Umweltkonflikte immer sichtbarer sind. In Polen bewegt das Handeln im Umweltbereich starke und negative Gemüter. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, der polnischen Gesellschaft zu ermöglichen, an Entscheidungsprozessen teilzunehmen, neue Streitlösungen zu suchen sowie Öffentlichkeitsbeteiligungsmethoden zu entwickeln und zu verwenden. Sich mit der deutschen Erfahrung und Praxis in der Modellerschaffung der Öffentlichkeitsbeteiligung und Umweltmediationen bekannt zu machen, ermöglicht, neue Lösungen vorzuschlagen und die in Polen zu bewerben.

    Es gibt viele Öffentlichkeitsbeteiligungsmethoden, die als Streitlösungen im Umweltschutz dienen, z.B. Wasser- und Abfallbewirtschaftung, Verkehr, Gesellschaftsentwicklung. Diese Methoden sind vor allem in den europäischen Ländern, wie z.B. Deutschland, Dänemark oder Österreich sowie auch in den USA, zu Ansehen gekommen. Zu den populären Öffentlichkeitsbeteiligungsmethoden n in Deutschland werden die Planungszelle (eine von Peter C. Dienel in den 1970er Jahren entwickelte Methode) und Konsensus-Konferenz (ein dänisches Modell aus dem Jahr 1987) gezählt. Die Mediationsmethode und Runder Tisch sind auch ziemlich weit verbreitet. Zu den unbestrittenen Vorteilen der Sozialpartizipation gehören:
- Integration der Personen mit unterschiedlichen Meinungen,
- Darstellung von verschiedenen Perspektiven und Bedürfnissen,
- Problemlösung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Interessen,
- Wahrscheinlichkeitssteigerung der Partizipationsakzeptanz,
- Dauerhaftigkeit der Partizipationsergebnisse,
- Sparsamkeit (Zeit und Geld)
- Gesellschaftsbildung im Umweltschutzbereich.
Außerdem treibt die Sozialpartizipation die Gesellschaft an sowie trägt zur Steigerung des sozialen Kapitals und Vertrauens bei.

    Die Mediation ist die wichtigste und einfachste von den alternativen Methoden der Streitlösungen (ADR – alternative dispute resolution) und ist in verschiedenen Bereichen verwendet. Die Umweltmediation findet ihre Anwendung u.a. in Österreich, Deutschland, den USA, Korea, Indonesien und Nepal. In Deutschland wurde die erste Umweltmediation in 1984 in Bielefeld durchgeführt, die eine neue Raumbewirtschaftung einer Abfalldeponie betroffen hat. Seit dem ist die Position der Mediation und alternativen Methoden der Streitlösungen in der wissenschaftlichen Diskussion stärker geworden und sie werden häufiger verwendet. Bis 2004 wurden insgesamt ca. 150 Mediationen durchgeführt. Sie haben vor allem Themen aus der Abfallwirtschaft umgefasst (Konzept-, Standort- und Planvorbereitung einer Abfalldeponie). Sie haben aber auch Rekultivierung der Altlast, Umweltschutz, Verkehr, Energie, Gentechnik und Chemie betroffen.

    Meiner Meinung nach, ist die Öffentlichkeitsbeteiligung und Umweltmediation eine der wichtigsten und schwersten Herausforderungen für Polen im Umweltbereich. Polen fängt erst die Mechanismen für die Öffentlichkeitsbeteilligung und Umweltmediation an, zu bilden, deshalbist es begründet, das deutsche Wissen, seine Erfahrung und Lösungen in diesem Bereich aus zu nutzen.

Bibliografie
1. Centrum Informacji o Srodowisku Ekoportal, Konflikt ekologiczny. Materialy pokonferencyjne, Warschau 2007
2. Grüne Liga Berlin e.V., Towarzystwo Naukowe Prawa Ochrony Srodowiska, UfU, DBU, Aktiv werden. Bürgerbeteiligung und Umweltrecht in Polen und Deutschland, Berlin, März 1999
3. Joss S., Die Konsensuskonferenz in Theorie und Anwendung, Stuttgart 2000
4. Schicktanz S., Naumann J. (Hrsg.) , Burgerkonferenz: Streitfall Gendiagnostik. Ein Modellprojekt der Burgerbeteiligung AM bioethischen Diskurs, Deutsches Hygiene-Museum Dresden, Opladen 2003
5. Zilleßen H. (Hrsg.), Mediation. Kooperatives Konfliktmanagemenet in der Umweltpolitik, Opladen: Westdt. Verl., 1998
6. www.partizipation.at
 

Förderzeitraum:
01.03.2015 - 31.08.2015

Institut:
Unabhängiges Institut für Umweltfragen (UFU) e. V.
Umweltrecht & Partizipation

Betreuer:
Dr. Silke Domasch

E-Mail: E-Mail schreiben

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