Ausarbeitung von Leitlinien für eine Kommunikationsstrategie des Transformations-Radars in partizipativer Umgebung

Stipendiatin/Stipendiat: Ana Novkovic

Nachhaltigkeitsindikatoren sind spezifische ausgewählte Werte mit denen verschiedene Eigenschaften von sozial-ökologischen Systemen regelmäßig gemessen und überwacht werden. Um Trends aufzuzeigen und die Veränderungen eines (komplexen) Systems besser zu verstehen und kommunizieren, wurde eine beträchtliche Anzahl von Nachhaltigkeitsindikatoren als Instrument für die Entscheidungsfindung in z.B. Politikgestaltung oder Bildung entwickelt (Bell und Morse 2008, Singh et al. 2009). Kommunikation ist ein Bestandteil der Verwendung von Nachhaltigkeitsindikatoren, der davon nicht trennbar ist, allerdings führt sie nicht immer zu den erwünschten Zielen. Verschiedene Nebeneffekte von Kommunikation über Indikatoren wurden identifiziert, wie z.B. Bumerang, Desensibilisierung, oder soziale Reproduktion, welche die Ziele der Benutzung der Indikatoren stören können (Lyytimäki et al. 2014). Für eine effektive Kommunikation würde die Verwendung einer Kommunikationsstrategie hilfreich sein, um die Erfüllung der zuvor festgelegten Ziele zu erreichen (Holtzhausen und Zerfass 2014).
In dem Projekt „Initiative 2042“ konzentrierte sich meine Arbeit auf die Kommunikation im Rahmen des Transformations-Radars. Mit Hilfe das Radars soll gesellschaftliche Veränderung über einen Zeitraum bis zum Jahr 2042 (50 Jahre nach der Rio Konferenz) aufgezeigt werden.1 Mein Ziel war es effektive Kommunikationsweisen für Nachhaltigkeitsindikatoren herauszufinden. Durch die Verwendung von verschiedenen Methoden (Literature review, Inhalts-Analyse, Stakeholder-Analyse, Fragebogen und Fokusgruppen) wurden zwei Kernthemen bearbeitet: Eine Stakeholderanalyse für die partizipative Forschung der „Initiative 2042“ und einer Analyse zur Kommunikation von Nachhaltigkeitsindikatoren.
Die endgültigen Ergebnisse der hier vorgestellten Studie zeigen, dass die übliche Vorgehensweise für Benachrichtigung der Öffentlichkeit über die wissenschaftlichen Daten nicht ausreichend ist. Die technische und wissenschaftliche Sprache, ist unverständlich für die Öffentlichkeit, die sich nicht mit ihr identifizieren kann. Die Informationen sollten für die Zielgruppe relevant und auf einfache Weise dargestellt sein und sowohl die grafische als auch erzählerische Darstellung der Wissenschaft einschließen, die sich auf die öffentliche Werte beziehen und eine Geschichte der Änderungen der Indikatoren beinhalten. Die Zielgruppen sollten verstehen, wie sie die empfangenen wissenschaftlichen Informationen verwenden und auf den Alltag beziehen können.
Insgesamt gibt es wenige wissenschaftlichen Studien zur Kommunikation von Indikatoren. Zusätzliche Fallstudien, die sich vertiefend mit diesem Thema auseinandersetzen, wären weiter erforderlich, um die Kommunikation von Indikatoren besser zu verstehen und eine entsprechende effektive Kommunikation zu entwickeln. Vorschläge für weitere Forschung sind: partizipative Forschung von Kommunikation zu verschiedenen Zielgruppen, Forschung zu verschiedenen Kommunikationsmethoden einschließlich diverser Internetplattformen, sozialer Netzwerke, und partizipative Entwicklung von Kommunikationsstrategien für Indikatoren durch Fallstudien.

Förderzeitraum:
01.02.2015 - 31.01.2016

Institut:
Leuphana Universität Lüneburg
Fakultät Nachhaltigkeit - Initiative 2042

Betreuer:
Dr. Simon Burandt

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