Die Auswirkungen klimabedingter Lebensraumveränderungen auf die Rekrutierung und die Interaktionen zwischen invasiven und heimischen Fischarten

Stipendiatin/Stipendiat: Melina Klarl

Der Klimawandel ist eines der aktuellsten Themen der heutigen Zeit. Mit der fortschreitenden Klimaerwärmung verändern sich die Umweltbedingungen, was sich wiederum negativ auf viele Organismengruppen auswirkt. Vor allem Arten mit einer geringen Temperaturtoleranz und geringer Home Range sind davon stark betroffen, da sie von wärmeliebenden Arten verdrängt werden und oft nicht in der Lage sind ihren Standort zu wechseln.

Vor allem aquatische Ökosysteme sind von den Veränderungen betroffen, da sich thermische, chemische und physikalische Parameter verändern, was einen Wandel der Artengesellschaften mit sich bringt. Außerdem begünstigen die steigenden Wassertemperaturen die Einwanderung und Etablierung invasiver Arten. Große Flusssysteme wie Rhein und Donau sind bereits stark von der Einwanderung der invasiven Schwarzmeergrundeln betroffen, wobei vor allem die Schwarzmundgrundel als sehr konkurrenzstark gilt. Sie steht in direkter und indirekter Konkurrenz zu vielen heimischen Arten wie dem Flussbarsch, der Mühlkoppe oder der Barbe, indem sie mit ihnen um Habitate konkurriert oder deren Rekrutierung durch das Fressen des Laichs und juveniler Fische stört. Da die Schwarzmundgrundel außerdem in der Lage ist mehrmals im Jahr abzulaichen wird sie zu einem starken Konkurrenten vieler Fischarten.

Um geeignete Managementstrategien zu entwickeln ist es notwendig diese Konkurrenz vor allem im Hinblick auf den Klimawandel genauer zu untersuchen. Da bisher nicht untersucht ist inwieweit sich die Konkurrenzsituation mit steigenden Temperaturen und veränderten Populationsdichten der Fische verändert, möchte ich standardisierte Laborexperimente in Verbindung mit Freilandbeprobungen zur Untersuchung dieser Fragen durchführen. Da bisher jedoch noch keine standardisierte Methode für das Sampling von Schwarzmundgrundeleiern entwickelt wurde, werden in einem ersten Versuch zunächst verschiedene künstliche Laichhilfen auf ihre Effektivität hin getestet.

In zwei Folgeexperimenten möchte ich dann die Veränderung der Schlupf- und Überlebensraten, sowie die Häufigkeit von Deformationen bei Larven der Schwarzmundgrundel und des Flussbarsches bei steigender Temperatur und die Veränderung der Konkurrenzsituation zwischen den beiden Arten mit zunehmender Populationsdichte der Schwarzmundgrundel untersuchen. Durch diese Versuche sollen wichtige Erkenntnisse zur Autökologie der Schwarzmundgrundel und zur Veränderung der direkten Konkurrenz zwischen invasiven und heimischen Fischarten bei verschiedenen Bestandsdichten gewonnen und ein Beitrag zum Schutz der heimischen Fischfauna geleistet werden.

Förderzeitraum:
01.04.2022 - 31.03.2025

Institut:
Technische Universität München
Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie

Betreuer:
Prof. Dr. Jürgen Geist

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