Generationsübergreifende Auswirkungen einer Glyphosat- und Thiacloprid-Exposition auf Stoffwechsel, Immunsystem & Verhalten: Welche Rolle spielen das Mikrobiom & die Genetik?

Stipendiatin/Stipendiat: Lisa Buchenauer

Im Rahmen Forschungsvorhabens sollen die gesundheitsgefährdenden Auswirkungen einer mütterlichen subtoxischen Exposition mit dem Pestizid Glyphosat auf die Nachkommen am Mausmodell untersucht werden. Die übergeordnete Zielstellung besteht darin, zwischen der mütterlichen Schadstoff-Exposition während der Schwangerschaft und kindlichen Gesundheitseffekten mögliche kausale Zusammenhänge zu belegen sowie die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen zu untersuchen. Dabei sollen folgende Fragestellungen beantwortet werden:

  • Wirkt sich eine mütterliche Pestizidexposition auf das Gewicht, die Größe und Körperfettzusammensetzung der Nachkommen aus und welche metabolischen Veränderungen liegen dem ggf. zugrunde?
  • Ist eine Schadstoff-Exposition der Mutter in der Lage das Immunsystem ihrer Kinder zu beeinflussen - mit besonderem Fokus auf die Entwicklung eines Asthma bronchiale?
  • Zeigt der Nachwuchs von perinatal mit Glyphosat belasteten Müttern Verhaltensauffälligkeiten und kann Glyphosat in diesem Kontext gar ein Risikofaktor für die Entstehung von ADHS oder Autismus darstellen?
  • Werden etwaige Interaktionen zwischen Pestizid-Exposition und Krankheitsentstehung durch ein modifiziertes Mikrobiom, Veränderungen der Genexpression oder epigenetische Modifikationen vermittelt?

Das vorliegende Projekt fokussiert sich dabei auf chronisch-subtoxische Pestizidkonzentrationen, d.h. Konzentrationen, mit denen der Mensch durch die Nahrungsaufnahme täglich konfrontiert werden kann. Auf diese Weise wird ein Realitätsbezug hergestellt, sodass die Ergebnisse des Projektes für die Gesellschaft von unmittelbarer Relevanz sind. Weiterhin soll das Vorhaben die Bevölkerung sowie Pestizid-Produzenten darauf aufmerksam machen, dass bereits niedrige, dafür aber langfristig aufgenommene, Schadstoffkonzentrationen zu adversen Gesundheits-effekten führen können.

Es konnte in diesem Projekt bereits gezeigt werden, dass sich niedrigdosiertes Glyphosat in der F1-Generation auf alle drei Endpunkte signifikant auswirkt. So führte eine perinatale Glyphosat-Exposition langfristig zu einem höheren Gewicht, einer reduzierten Immunantwort und Verhaltensauffälligkeiten mit Angstverhalten und depressiven Symptomen. Veränderungen der Zusammensetzung des Darmmikrobioms der Nachkommen gaben erste mechanistische Hinweise darauf wie eine mütterliche Exposition gegenüber Glyphosat in-vivo zu den entsprechenden Effekten führen kann.

Förderzeitraum:
01.12.2019 - 30.11.2022

Institut:
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften

Betreuer:
Prof. Dr. Gabriele Stangl

E-Mail: E-Mail schreiben

URL: https://www.ufz.de/index.php?de=34250

Publikationen: