Optimierung von Blühmischungen zur Förderung der Wildbienendiversität und Bestäubungsleistung in der Kulturlandschaft

Stipendiatin/Stipendiat: Kim Christin Heuel

Die Interaktionen zwischen Pflanzen und ihren Bestäubern sind in den letzten Jahren immer mehr in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gerückt. Die Bedeutung von Bestäubung als Ökosystemdienstleistung und der deutliche Bestäuberrückgang sind im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen.

Neben der Honigbiene gibt es in Deutschland mehr als 565 Wildbienenarten, die eine entscheidende Rolle in der Aufrechterhaltung unserer Ökosysteme spielen. Wildbienen sorgen für eine effizientere Bestäubung von (Nutz-)Pflanzen als Honigbienen. Dadurch hat die Diversität und Abundanz von Wildbieneneinen direkten Effekt auf unser Leben und unsere Landwirtschaft.

Um den massiven Rückgang von Wildbienen zu stoppen und den Bestäubungserfolg in der Agrarlandschaft zu erhöhen, werden vermehrt Versuche unternommen, bestehende Nist- und Nahrungshabitate für Wildbienen zu schützen und zusätzlich neue zu schaffen. Dies geschieht beispielsweise indem Nisthügel für bodennistende Arten angelegt oder sogenannte Wildbienenweiden ausgesät werden. Diese Blühmischungen bestehen aus Wild- und Kulturpflanzen, die früher weit verbreitet waren, heute jedoch durch die intensive Landwirtschaft immer weiter verdrängt werden. Eines dieser Projekte zum Schutz und zur Förderung von Wildbienen ist das Verbundprojekt BienABest (Standardisierte Erfassung von Wildbienen zur Evaluierung des Bestäuberpotenzials in der Agrarlandschaft; www.bienabest.de) in welchem der VDI e.V. und die Universität Ulm (AG Ayasse) zusammenarbeiten. BienABest ist Teil des Förderprogramms des Bundesprogramms Biologische Vielfalt. Ziel ist es, die Erfassung von Wildbienen zu standardisieren und ihr Bestäuberpotenzial in der Agrarlandschaft zu erhöhen. Dazu sind deutschlandweit an 20 Standorten insgesamt 180 verschiedene Untersuchungsflächen mit unterschiedlichen Habitattypen angelegt worden, deren Wildbienenbestand mehrmals im Jahr durch Experten aufgenommen wird.

Ziel meines Dissertationsprojekts ist es, Ansätze zur Optimierung von Wildbienenweiden zu finden und durch eine verbesserte Förderung von Wildbienen die Bestäubungsleistung in der Agrarlandschaft zu erhöhen. Dazu muss ich zunächst mehr über die komplexen Interaktionen zwischen Wildbienen und Pflanzen auf Wildbienenweiden zu erfahren und die daraus resultierenden Netzwerke verstehen. Dies führt zu der Frage, welche Biene warum welche Pflanze besucht. Eine wichtige Rolle bei diesen Interaktionen haben verschiedene Blüteneigenschaften, wie Bestäuber-anlockende Düfte oder Farben, Morphologie und Nährstoffe in Nektar und Pollen. Diese visuellen und olfaktorischen Signale werden von Wildbienen und anderen Bestäubern genutzt, um ihre Wirtspflanzen zu finden und sicher zu identifizieren. Gleichzeitig können diese Eigenschaften auch verschiedene Bestäuber ausschließen. Um dieses Zusammenspiel in einem Netzwerk beschreiben zu können, sollen zunächst die Blütenmerkmale der Pflanzenarten aus der BienABest-Saatgutmischung analysiert und verglichen werden. Weiterhin soll der Bestäubungserfolg der Pflanzen an verschiedenen Standorten und Habitattypen vergleichend untersucht werden, um Rückschlüsse auf den Zusammenhang zwischen Bestäubungserfolg und Wildbienendiversität und -abundanz ziehen zu können. Der Bestäubungserfolg wird mittels Topfpflanzen ermittelt, die auf den Versuchsflächen bestäubt werden und deren Samen danach ausgezählt werden. Mit diesen Untersuchungen möchte ich zu einem besseren Wildbienenschutz beitragen.

Förderzeitraum:
01.04.2020 - 31.03.2023

Institut:
Universität Ulm
Institut für Evolutionsökologie und
Naturschutzgenomik (Biologie III)

Betreuer:
Prof. Dr. Manfred Ayasse

E-Mail: E-Mail schreiben

URL: https://www.uni-ulm.de/nawi/bio3/