Entwicklung von ökotoxikologischen verträglichen Wirkstoffen mit örtlich und zeitlich kontrollierter Wirkung zur Eingrenzung der kollateralen Wirkungsweise von Medikamentenrückständen in der Umwelt

Stipendiatin/Stipendiat: Julia Ewert

Häufig verschriebene Arzneistoffe sowie ihre Metabolite finden sich in stetig steigender Konzentration im Oberflächenwasser wieder. Zu den so genannten Problemstoffen zählen unter anderem Steroide und Analgetika. Durch kollaterale Exposition in der Umwelt treten zunehmend irreversible Entwicklungsschäden sowie Fortpflanzungsstörungen und Missbildungen bei Säugetieren, Vögeln und Fischen auf, welche einen drastischen Rückgang von betroffenen Populationen zur Folge haben.

Um die kollaterale Wirkungsweise von Medikamentenrückständen in der Umwelt einzugrenzen, beschäftigt sich das Projekt mit der Synthese und Charakterisierung von photoschaltbaren, diazocinbasierten Wirkstoffkandidaten, deren pharmakologische Aktivität  durch Einwirkung von Licht örtlich und zeitlich kontrolliert werden kann. Dadurch wird eine wirksame Form im Menschen sowie eine automatisch unwirksam werdende Form in der Umwelt generiert.

Durch Einwirkung von Licht einer bestimmten Wellenlänge und Intensität ist es möglich, die Verbindung im Körper gezielt am Wirkort in die pharmakologisch aktive Wirkstoff-Form zu schalten. Nach der Eliminierung aus dem Organismus schaltet die Verbindung automatisch thermisch in den inaktiven Zustand zurück, wobei die Bestrahlungsintensität und Wellenlänge in der Umwelt für eine erneute Aktivierung nicht ausreichen.

Das Projekt fokussiert sich speziell auf die Synthese verschiedener diazocinbasierter Estrogenrezeptor-Modulatoren sowie ein photoschaltbaren, diazocinbasierten COX-Hemmer (photoschaltbares Schmerzmittel).

Förderzeitraum:
01.12.2018 - 30.11.2021

Institut:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Otto-Diels-Institut für organische Chemie

Betreuer:
Prof. Dr. Rainer Herges

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