Extremereignisse - Auswirkungen von Hitzewellen und Auftriebsereignissen auf bodenlebende Artgemeinschaften der Ostsee sowie Möglichkeiten zu deren Minderung

Stipendiatin/Stipendiat: Fabian Jeldrik Wolf

Der globale Klimawandel beeinflusst marine Ökosysteme weltweit. Erhöhte mittlere Temperaturen, Versauerung der Meere, sowie ein vermehrtes Auftreten von Extremereignissen wie Hitzewellen und Auftriebsereignisse werden die Ökosysteme zunehmend stressen. Hierbei sind Randmeere wie die zudem relativ flache Ostsee von stetiger Umweltvariabilität besonders betroffen. Die Wichtigkeit von Extremereignissen und Umweltvariabilität im Allgemeinen ist in den letzten Jahren in den Fokus vieler wissenschaftlicher Schriften gerückt. Der größte Teil an experimenteller Arbeit jedoch vernachlässigt diese natürliche Umweltvariabilität bisher noch immer. Somit entsprechen die gesammelten Ergebnisse bisheriger Studien nicht unbedingt den tatsächlichen Auswirkungen des Klimawandels auf marine Ökosysteme. Gerade die zunehmenden Extremereignisse wie Hitzewellen und Auftriebsereignisse, sind von großer Bedeutung, da sie nicht nur einen großen Selektionsdruck auf Populationen ausüben, sondern auch zum Zusammenbruch ganzer Ökosysteme führen können.

Aus diesem Grund fokussiert sich diese Arbeit auf Experimente, welche eine natürliche Umweltvariabilität mit in die experimentelle Anordnung einbeziehen. Im Besonderen soll in dieser Studie die Auswirkung von zuvor durch Modellierungen charakterisierten Hitzewellen und nachfolgenden Auftriebsereignissen auf zwei typische bodenlebende Artgemeinschaften der westlichen Ostsee, eine Seegraswiesen- und eine sekundäre Hartboden-Artgemeinschaft, untersucht werden. Hierdurch können realistischere Aussagen darüber gemacht werden, wie sich diese typischen und vor allem sehr wichtigen Gemeinschaften der westlichen Ostsee im Rahmen des voranschreitenden Klimawandels entwickeln werden. Diese Erkenntnisse werden nicht nur in wissenschaftlichen Veröffentlichungen, sondern auch in die Erstellung von Leitlinien für das Management lokaler Ökosysteme einfließen. Durch Interaktion mit Wissenschaftlern, der lokalen Industrie (im speziellen der Aquakultur und der Fischerei) sowie dem Tourismus wird der Bedarf nach möglichen Vorhersagen zu diesen Extremereignissen, und die Möglichkeiten eines Warnsystems evaluiert. Mit Hilfe des Warnsystems in Kombination mit den Leitlinien kann zusätzlicher anthropogener Stress auf die lokalen Ökosysteme während solcher Ereignisse reduziert werden. Zusätzlich kann ein solches Warnsystem die Industrie sowie den Tourismus über androhende Extremereignisse informieren, sodass sich diese darauf vorbereiten können.

 

Förderzeitraum:
01.11.2018 - 31.10.2021

Institut:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Betreuer:
Prof. Dr. Martin Wahl

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