Konfliktlösung im Fischereimanagement am Beispiel des Westostseedorsches (Gadus Morhua): Fuzzy Cognitive Mapping als Ansatz zur Lösung des Überfischungsproblems durch Interaktion mit Interessensgruppen

Stipendiatin/Stipendiat: Heike Schwermer

Im Rahmen meines geplanten Promotionsprojektes beschäftige ich mich explizit mit dem Fischereimanagement des westliches Dorsches (Gadus morhua) der Ostsee. Durch jahrzehntelange Überfischung ist der Bestand in seiner Produktivität, aber insbesondere in seiner Resilienz gegenüber Umweltveränderungen (wie z.B. Klimawandel) beeinträchtigt. Einer der Gründe für die Überfischung ist ein suboptimales Management, was insbesondere die Folge einer intransparenten Interessenlage der beteiligten Stakeholdergruppen ist. Das Hauptziel meiner Arbeit ist es daher, durch moderne sozial-ökologsiche Methoden zur Lösung dieses Problems beizutragen.

Als Hauptmethoden meiner Arbeit werden Soziale Netzwerkanalysen und Fuzzy Cognitive Mapping verwendet. Erstere analysiert die vorhandenen Interessensgruppen in Bezug auf ihre Interaktionen und gegenseitigen Abhängigkeiten. Letztere untersucht die existierenden unterschiedlichen Wahrnehmungen (mittels mentaler Modelle) über das Funktionieren des Ökosystems Ostsee unter der damit verbundenen Nutzung des Bestandes des Westlichen Ostseedorsches. Mit Hilfe der Methode des Fuzzy Cognitive Mappings soll in Workshops unter Beteiligung der Interessensgruppen ein gemeinschaftliches Verständnis des Problems erarbeitet werden und somit die Voraussetzung für eine verbesserte Problemlösung geschaffen werden. Es resultiert eine bessere Einbindung von unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen in Entscheidungsprozesse von öffentlicher Relevanz und erreicht somit eine erhöhte Akzeptanz von Managemententscheidungen. Zusätzlich wird vermehrt auf traditionelles Wissen über natürliche und soziale Prozesse zurück gegriffen.

Zudem ist zu erwähnen, dass die angestrebte Doktorarbeit als eine kumulative Dissertation verfasst werden soll. Durch diese Herangehensweise wird die Publikation von mindestens drei referierten Artikeln gesichert. Da das geplante Forschungsvorhaben eine hohe Umwelt- und damit Gesellschaftsrelevanz aufweist, betrachte ich in die publikationsbasierte Dissertation als die geeignete Form. Die zeitnahe Veröffentlichung meiner Ergebnisse soll einen frühzeitigen Dialog mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft ermöglichen und so den Rückfluss von Feedback und Erfahrungen in die Bearbeitung des Promotionsprojektes ermöglichen.

Förderzeitraum:
01.07.2017 - 30.06.2020

Institut:
Universität Hamburg
Institut für Marine Ökosystem- und Fischereiwissen-
schaften (IMF)
Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN)

Betreuer:
Prof. Dr. Christian Möllmann

E-Mail: E-Mail schreiben

URL: https://www.biologie.uni-hamburg.de/einrichtungen/imf.html