Holzertrag, Biodiversität und Erholungsfunktionen - Optimierung von Tourismus- und Waldmanagement in Borkenkäferwäldern

Stipendiatin/Stipendiat: Mareike Kortmann

Durch eine immer weiterwachsende Bevölkerung entsteht ein immer größerer Nutzungsdruck auf Ökosysteme. Dadurch gewinnen Wildnisgebiete, wie zum Beispiel Nationalparke, als Refugien seltener und bedrohter Arten aber auch als Erholungsgebiete immer mehr an Bedeutung. Ein nachhaltiges Nationalparkmanagement muss daher den unterschiedlichsten Aufgaben gerecht werden – auch in Zeiten steigender Frequenz und Intensität von natürlichen Störungen, wie beispielsweise Windwürfen und Borkenkäferausbrüchen. In bisherigen Studien wurde entweder Aspekte der Biodiversität oder der Ökonomie betrachtet. Diese Studien zeigten überwiegend positive Effekte für Biodiversität, jedoch überwiegend negative Effekte für Holzerträge. Im Gegensatz dazu, bringen menschliche Eingriffe in natürliche Störungen – also Sanitärhiebe – meist eine Reduktion der Biodiversität bei gleichzeitiger „Rettung“ von Käferholz mit sich. Bisher fehlen jedoch Studien, die belastbare Daten zur Erholungsfunktion von Borkenkäferwäldern messen – einer der Hauptaufgaben moderner Schutzgebiete. Eine wissenschaftliche Arbeit, die Ökonomie, Biodiversität und Erholungsfunktionen parallel erfasst wäre daher nötig, um Handlungsempfehlungen für Wegekonzepte und Nationalparkzonierungen auf eine möglichst fundierte Basis zu stellen.

            Im Rahmen meines Promotionsprojektes möchte ich daher in mehreren Nationalparken untersuchen, wie hoch der Erholungswert von Störungswäldern generell ist, bei welcher Befallsintensität von Borkenkäfern die positiven Effekte auf Biodiversität und Erholungsfunktion am höchsten sind, und ob bei einer bestimmten Befallsintensität bereits eine Sättigung der positiven Effekte auf Biodiversität eintritt. Dazu werden auf ausgewählten Untersuchungsflächen entlang bestehender Wanderwege in Borkenkäferwäldern die Biodiversität, die Waldstruktur sowie die Erholungsfunktion ermittelt. Als Synthese meines Projektes sollen schließlich alle Teilbereiche kombiniert werden um Empfehlungen für Wegekonzepte und/oder die Ausweisung von Schutz- und Managementzonen in Störungswäldern geben zu können.

Förderzeitraum:
01.10.2017 - 30.09.2020

Institut:
Universität Würzburg
Biozentrum
Ökologische Station Fabrikschleichach

Betreuer:
Prof. Dr. Jörg Müller

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Publikationen: