Auswirkungen des globalen Wandels auf die Biodiversität von montanen Allmendweide-Ökosystemen: Kausalanalyse und Entwicklung nachhaltiger Anpassungsstrategien

Stipendiatin/Stipendiat: Florian Fumy

Der Rückgang der Biodiversität ist weltweit eines der gravierendsten Probleme unserer Zeit. Als Hauptursache für den Verlust der Artenvielfalt gelten der Klima- und der Landnutzungswandel. In Mitteleuropa zeichnen sich vor allem mageres Grasland und Moore durch einen hohen Artenreichtum und das Vorkommen einer Vielzahl seltener und bedrohter Arten aus, weshalb ihnen eine herausragende Bedeutung für die Erhaltung der europäischen Biodiversität zukommt. Häufig sind solche Habitate noch in Allmendweidesystemen der montanen Lagen. Deren Flächenausdehnung und Bedeutung ist in Mitteleuropa in den letzten 150 Jahren allerdings stark zurückgegangen. Neben dem andauernden Flächenverlust stellt insbesondere der Klimawandel eine ernstzunehmende
Bedrohung der dort ansässigen Lebensgemeinschaften dar, da montane Lebensräume besonders sensibel auf Klimaveränderungen reagieren. Dennoch liegen für Mitteleuropa bis heute nur wenige Studien vor, die die Auswirkungen des Klima- und Landnutzungswandels auf verschiedene Tiergruppen in montanen Allmendweide-Ökosystemen betrachten.
Im Rahmen dieses Promotionsvorhabens sollen daher erstmals umfassende Analysen zu den Auswirkungen des Landnutzungs- und Klimawandels auf die Lebensgemeinschaften in montanen Allmendweiden durchgeführt werden. In einem repräsentativen Ausschnitt eines mitteleuropäischen Mittelgebirges (Südschwarzwald; Schwerpunkt Oberer Hotzenwald) werden hierzu Allmendweidesysteme mit großflächigen Vorkommen von magerem Grasland sowie einer Vielzahl von Mooren
untersucht.
Die Studie zeichnet sich durch einen breiten biozönotischen Ansatz aus, der die Erfassung von drei taxonomischen Gruppen (Vögel, Heuschrecken und Tagfalter) umfasst. Alle drei Indikatorgruppen gelten als exzellente Bioindikatoren für Änderungen der Umweltbedingungen auf Habitat oder gar auf Landschaftsebene. Jedoch reagieren nicht alle Taxa gleich schnell auf veränderte Umweltbedingungen. Zudem ist häufig unklar, ob die Veränderungen im Arteninventar durch den Klimawandel oder durch den Landnutzungswandel hervorgerufen werden.
Für alle Gruppen liegen historische Referenzdaten (vornehmlich aus den Jahren 1990–1997) vor, die eine detaillierte Analyse der Populationsentwicklungen der Indikatororganismen unter dem Einfluss von Klima- und Landnutzungswandel erlauben. Außerdem soll die Bedeutung von Klima, Habitatqualität und Landschaftskonfiguration sowie naturschutzfachlichen Pflegemaßnahmen untersucht werden.
Anhand der gewonnenen Erkenntnisse sollen Empfehlungen für das nachhaltige Management von montanem Offenland auf der Habitat- und Landschaftsebene abgeleitet werden.

Förderzeitraum:
01.02.2017 - 31.01.2020

Institut:
Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie/Chemie
Abteilung für Biodiversität und Landschaftsökologie

Betreuer:
Prof. Dr. Thomas Fartmann

E-Mail: E-Mail schreiben