Die Einflüsse von Landnutzung und Klimawandel auf Tiergemeinschaften in experimentellen Landnutzungssystemen

Stipendiatin/Stipendiat: Esra Sohlström

Der globale Wandel beeinflusst Ökosysteme auf verschiedene Weisen wie z.B. erhöhte Umwelttemperaturen, eine Veränderung des Niederschlagsregimes, erhöhte Nährstoffeinträge und Verlust von geeigneten Habitaten, hervorgerufen durch eine Kombination von Klimawandel und Landnutzungsintensivierung. Diese Variablen können zu einer Veränderung der Struktur ökologischer Gemeinschaften führen, indem sie die Biodiversität, Abundanz und die Körpergröße von Organismen beeinflussen. Invertebraten, welche den Großteil der globalen Biodiversität darstellen, sind besonders anfällig gegen Veränderungen der Umweltbedingungen, da ihre Physiologie direkt von der Umwelttemperatur abhängt. Eine Veränderung der Gemeinschaftsstruktur von Invertebraten als Konsequenz des globalen Wandels kann sich auf niedrigere trophische Ebenen, wie beispielsweise Pflanzen im Landbau, auswirken. Es ist daher essentiell zu verstehen, wie sich bedeutende Faktoren des globalen Wandels auf Invertebraten-Gemeinschaften auswirken, um vorherzusagen, wie sie auf zukünftige Umweltbedingungen reagieren werden und sich somit auch die mit ihnen verbundene Ökosystemfunktionen verändern.

Um diese Einflüsse zu untersuchen, nutze ich den Versuchsaufbau der Global Change Experimental Facility in Bad Lauchstädt. Der experimentelle Aufbau erlaubt es, auf groß-angelegten, kontrollierten Versuchsflächen im Freiland interaktiv die Einflüsse von Klimawandel und Landnutzung auf Ökosystemprozesse zu untersuchen. Auf der GCEF werden die vorhergesagten Klimabedingungen für 2100 simuliert. Hierbei wird eine passive Erhöhung der Temperatur erreicht und das Niederschlagsregime manipuliert. Darüber hinaus, sind fünf verschiedene Landnutzungstypen der temperaten Region innerhalb der Klimamanipulation vorhanden.

Im Rahmen meines Promotionsvorhabens werde ich zwei Teilprojekte durchführen. In meinem ersten Projekt untersuche ich, wie sich die Biodiversität, die Größen-Abundanz-Struktur und die Energieflüsse zwischen funktionellen Gruppen von oberirdischen Invertebraten durch den Klimawandel und eine Landnutzungsintensivierung verändern. Hierfür nehme ich Proben der oberirdischen Invertebraten auf den Flächen der GCEF. In meinem zweiten Projekt, werde ich Mesokosmos-Experimente auf ausgewählten Flächen der GCEF etablieren, um die Einflüsse einer manipulierten Räuber-Gemeinschaft in Interaktion mit den Einflüssen des globalen Wandels auf niedrigere trophische Ebenen zu untersuchen.

Förderzeitraum:
01.07.2016 - 30.06.2019

Institut:
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Institut für Ökologie

Betreuer:
Prof. Dr. Ulrich Brose

E-Mail: E-Mail schreiben

URL: https://www.idiv.de/