Die Bedeutung der Endoparasiten für den Wolf (Canis lupus) und seine Beutetiere - individueller Infektionsstatus und immungenetische Kompetenz der Wölfe in unterschiedlichen Regionen Deutschlands

Stipendiatin/Stipendiat: Dr. Ines Lesniak

Der Wolf (Canis lupus) galt in Deutschland bis zum Jahr 1996 als ausgestorben. Dank intensiver Schutzmaßnahmen konnte die Population auf gegenwärtig 73 Wolfsrudel und -paare anwachsen (Stand Monitoringjahr 2016/12017). Tot aufgefundene Wölfe werden am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin im Rahmen eines Gesundheitsmonitorings untersucht. Dabei wird die Todesursache festgestellt und nach ausgewählten Infektionskrankheiten gefahndet. Ein Schwerpunkt der Untersuchungen liegt auf der Erfassung der Parasiten. Bisher konnte an mehr als 70 Tieren gezeigt werden, dass die Prävalenz der Endoparasiten bei 80 % liegt.
Im Rahmen meiner Promotion wurden folgende Fragestellungen geklärt:

1.) Das Parasitenspektrum der Wölfe wurde durch molekularbiologische Analysen auf Artniveau ermittelt werden.
2.) Die Befallsrate der Wölfe mit Endoparasiten wird durch koprologische Untersuchungen an Wölfen aus vier unterschiedlichen Regionen Deutschlands (Lausitz, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt) bestimmt. Gleichzeitig wurde eine quantitative Erfassung der individuellen Befallsintensität vorgenommen werden.
3.) Die Ergebnisse aus den parasitologischen Untersuchungen sollen sowohl auf Rudel- als auch auf Individuenebene betrachtet werden. Hierfür werden Informationen zu den Streifgebietsgrößen und zur Identität der Proben genutzt, um die räumliche Verteilung von Parasiten und Befallsintensitäten zu charakterisieren.
4.) In Kooperation mit lokalen Forstämtern wird überprüft, welche Wolfsparasiten im Schalenwild als Zwischenwirt vorhanden sind und ob Unterschiede zwischen Gebieten mit und ohne Wölfen bestehen.
5.) Jagdhunde könnten den Wolf während seiner Abwesenheit in Deutschland als Endwirt für spezifische Endoparasiten substituiert haben. Detaillierte, molekulargenetische Analysen der Parasitenpopulationen sollen die Fragen beantworten, ob Hunde und Wölfe sich Endoparasiten teilen, ob die Parasiten in den Zwischenwirten vom Hund oder vom Wolf stammen und ob diese auf den Hund oder auf den Wolf übertragen werden.
 

Förderzeitraum:
01.06.2012 - 31.05.2015

Institut:
Freie Universität Berlin
Fachbereich Veterinärmedizin
Dekanat

Betreuer:
Prof. Dr. Heribert Hofer

E-Mail: E-Mail schreiben

Publikationen: