Bestäubergemeinschaften auf subventionierten Blühflächen - Biodiversität, Landschaftskontext und Ressourcenverfügbarkeit

Stipendiatin/Stipendiat: Daniela Warzecha

Bestäubung zählt zu den wichtigsten ökosystemaren Dienstleistungen. Deswegen sind die zu verzeichnenden Bestandsrückgänge vieler pflanzenbesuchender Insekten besorgniserregend. Als Hauptursache für diese Bestäuberkrise wird die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten angesehen, durch die viele naturnahe Habitate zerstört und artenarme Agrarsysteme entstanden sind. Um dem Biodiversitätsverlust entgegenzuwirken, werden in intensiv bewirtschafteten Regionen Wiederherstellungsmaßnahmen durch Agrarumweltprogramme gefördert. Eine solche Maßnahme ist die Einsaat von Blühflächen innerhalb des Hessischen Integrierten Agrarumwelt-Programmes (HIAP) zum Erhalt und der Förderung der Biodiversität, insbesondere von Bestäubern.

Allerdings sind häufig die finanziellen Mittel für solche Maßnahmen begrenzt und es fehlt den ausführenden Behörden an Möglichkeiten, eine fundierte Auswahl optimaler Maßnahmenstandorte durchzuführen. Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes ist es deshalb, Empfehlungen zum effizienten Einsatz von Agrarumweltmaßnahmen zu erarbeiten. Mittels intensiver Freilandaufnahmen, eines vollfaktoriellen Sortenversuchs und räumlich expliziter Modellierung sollen die folgenden drei Schwerpunkte meines Forschungsprojekts zum Erreichen dieses Zieles bearbeitet werden:

1) Einfluss des Landschaftskontext und der Konnektivität von Blühflächen auf die Struktur und Dynamik von Bestäubergemeinschaften,
2) Zusammenhang zwischen der tatsächlichen und funktionellen floristischen Zusammensetzung der eingesäten Blühmischungen und der Struktur und Dynamik von Bestäubergemeinschaften,
3) Räumlich explizite Modellierung des Erfolgspotentials zukünftiger Blühflächen für den Erhalt und die Förderung von Bestäubergemeinschaften.

Die gefundenen Funktionen zwischen dem Förderungspotential von HIAP-Flächen für die Diversität von Bienen und Schwebfliegen und der sie umgebenden Landschaftstruktur sollen in räumlich explizite digitale HIAP-Eignungskarten übersetzt werden. Für Gebiete mit nur geringem Förderpotential für einzelne Kompartimente der Bestäubergemeinschaft sollen funktionell angepasste Blühmischungen empfohlen werden. So sollen der Erfolg von HIAP-Blühflächen maximiert und anpassungsfähige Werkzeuge für eine beschleunigte und fundierte Entscheidungsfindung im behördlichen Naturschutz bereitgestellt werden.

Förderzeitraum:
01.07.2012 - 30.06.2015

Institut:
Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut für Allgemeine und Spezielle Zoologie
Abteilung Tierökologie

Betreuer:

E-Mail: E-Mail schreiben

URL: http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb08/Inst/tsz/tieroekologie/mitarbeiter/doc/danielawarzecha

Publikationen:

  • Prey-dependent benefits of sown wildflower strips on solitary wasps in agroecosystems
    Hoffmann U S, Jauker F, Lanzen J, Warzecha D, Wolters V & Diekötter T (2018) Prey-dependent benefits of sown wildflower strips on solitary wasps in agroecosystems. Insect Conservation and Diversity 11(1):42-49
  • Attractiveness of wildflower mixtures for wild bees and hoverflies depends on some key plant species
    Warzecha D, Diekötter T, Wolters V & Jauker F (2018) Attractiveness of wildflower mixtures for wild bees and hoverflies depends on some key plant species. Insect Conservation and Diversity 11(1):32-41
  • Intraspecific body size increases with habitat fragmentation in wild bee pollinators
    Warzecha D, Diekötter T, Wolters V & Jauker F (2016) Intraspecific body size increases with habitat fragmentation in wild bee pollinators. Landscape Ecology 31: 1449–1455
  • Nachweise der Furchenbiene Lasioglossum pauperatum (Brullé, 1832) aus der Region Marburg-Biedenkopf in Hessen (Hymenoptera, Apidae)
    Warzecha D, Frommer U & Wolters V (2016): Nachweise der Furchenbiene Lasioglossum pauperatum (Brullé, 1832) aus der Region Marburg-Biedenkopf in Hessen (Hymenoptera, Apidae). – Hessische Faunistische Briefe 35 (1/3): 41-47
  • Much more than bees-Wildflower plantings support highly diverse flower-visitor communities from complex to structurally simple agricultural landscapes
    Grass I, Albrecht J, Jauker F, Diekötter T, Warzecha D, Wolters V & Farwig N (2016) Much more than bees-Wildflower plantings support highly diverse flower-visitor communities from complex to structurally simple agricultural landscapes. Agriculture, Ecosystems & Environment 225: 45-53
Bestäubergemeinschaften auf subventionierten Blühflächen
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