Analyse und Bewertung von Pheromonen zur artspezifischen Kontrolle invasiver Ameisen: Chemisch-analytischer und verhaltensökologischer Vergleich zwischen heimischen und eingeschleppten Arten

Stipendiatin/Stipendiat: Angelika Pohl

Ameisen gehören zu den erfolgreichsten Lebewesen unserer Erde. Sie sind in fast allen terrestrischen Lebensräumen vorhanden und besetzen die vielfältigsten ökologischen Nischen. Der Schlüssel für den Erfolg der Ameisen ist das auf einem ausgeklügelten Kommunikationssystem beruhende, hochgradig kollektive Verhalten. Ihr massenhaftes Auftreten in Verbindung mit einer stark ausgeprägten Kooperation der Individuen ist unter anderem der Grund dafür, dass bestimmte Ameisenarten auch zu den destruktivsten invasiven Lebewesen unserer Zeit gehören. Heimische Floren und Faunen können mit den häufig anthropogen eingeschleppten invasiven Ameisenarten nicht konkurrieren, mit der Folge, dass sich die in der Regel massiv in die Ökosysteme eingreifenden Invasoren immer weiter ausbreiten und heimische Arten verdrängen oder sogar ausrotten.Im Rahmen meiner Promotion möchte ich die Kommunikationssysteme von zwei invasiven (Lasius neglectus und Linepithema humile) und zwei nicht-invasiven heimischen Ameisenarten (Lasius platythorax und Lasius niger) im Detail analysieren und vergleichen, um langfristig eine bessere Kontrollmöglichkeit zur Bewahrung unserer heimischen Ameisenfauna zu schaffen.Mehrere gängige und erfolgreiche Methoden zu biologischen Bekämpfung von anderen Schadinsekten basieren auf dem Einsatz von Pheromonen, z.B. "Mating Disruption" oder Pheromonfallen. Da die Pheromonkommunikation von Ameisen jedoch noch nicht vollständig verstanden ist, fehlt eine Grundlage für ähnliche Verfahren zu Eindämmung invasiver Ameisenarten. Das Ziel dieser Arbeit ist, die Voraussetzungen für eine gezielte Bekämpfung von invasiven Ameisenarten mit Pheromonködern zu schaffen.

Förderzeitraum:
01.06.2009 - 31.05.2012

Institut:
Ludwig-Maximilians-Universität München
Department Biologie II
Verhaltensökologie

Betreuer:
Prof. Dr. Volker Witte

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