Nährstofffluss in einer geschlossenen Kreislaufanlage mit integrierter Prozesswasserklärung über Algenfilter - Modell und Wirklichkeit

Stipendiatin/Stipendiat: Dr. Bert Wecker

Ziel dieser Forschungsarbeit ist die Integration einer Algenproduktion in ein geschlossenes Meerwasser Kreislaufsystem mit intensiven Fischbesatz. In geschlossenen Kreislaufanlagen kann die Kumulation von Ammonium und Harnstoff (Endprodukte des Proteinstoffwechsels der Fische), Nitrit und Nitrat zu toxischen Bedingungen führen. Algen sind befähigt diese Nährstoffe aus dem Wasser aufzunehmen. Damit sind sie prädestiniert für eine Prozesswasserklärung. Weiterhin sind sie durch industriell vielseitig genutzte Inhaltsstoffe (Agar, Alginate, etc.), einem relativ hohen Proteingehalt sowie einer Vielzahl von essentiellen Amino- und Fettsäuren ein kommerziell gut verwertbares Nebenprodukt, und verbessern somit durch Nährstoff- und Energierecycling die Ressourcennutzung und Wirtschaftlichkeit der Aquakultur Produktion. Zu diesem Zweck werden in einer modernen, geschlossenen Pilot-Kreislaufanlage, die intensiv mit Wolfsbarschen (Dicentrarchus labrax) besetzt ist, Algenflachtanks integriert. In diesen sollen einheimische Makroalgen der Gattung Ulva, Enteromorpha und Laminaria gehalten werden. Durch die Quantifizierung der Nährstoffbilanz über einen vollen Produktionslauf der Wolfsbarsche bis zum Erreichen der Marktgröße soll die Wirksamkeit der Algenfilter untersucht und optimiert werden. Moderne geschlossene Kreislaufsysteme mit ihrer umweltfreundlichen Biotechnologie werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, da diese Anlagen die Aufzucht unter kontrollierten Bedingungen erlauben, weitgehend standortunabhängig sind und nicht in direktem Austausch mit der Umwelt stehen. Allerdings finden Fragen zur Integration des Produktionsprozesses in andere Verfahren zur Zeit noch zu wenig Beachtung. ?Abfälle? aus einer modernen Anlage sollten als ?neue Ressource? verstanden werden. Der vorliegende Ansatz bemüht sich daher, die Produktion von Fischen in Verbindung mit anderen Organismen (Algen, Einzellern, niedere Tiere) zu koppeln, um neben der Vermeidung von Umweltproblemen durch Aufbau von Nahrungsketten (die gleichzeitig als Produktketten betrachtet werden sollen) eine verbesserte Wirtschaftlichkeit zu erzielen.Weitere Informationen zum Thema Marikultur gibt es unter:http://www.marikultur.info

Förderzeitraum:
01.04.2002 - 31.03.2005

Institut:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Leibniz-Institut für Meereswissenschaften
Fachbereich Marine Ökologie

Betreuer:
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Harald Rosenthal

E-Mail: E-Mail schreiben

Marine Aquakultur
Marine Aquakultur