Untersuchungen zur Umwandlung von extrahierten Fichtenrinden in Humus

Stipendiatin/Stipendiat: Dr. Björn König

In der BRD fallen jährlich ca. 3 Mio. m³ Nadelholzrinde an. Den überwiegenden Teil macht dabei die Fichtenrinde aus. Neben der thermischen Nutzung wird die Rinde im Garten- und Pflanzenbau eingesetzt. Darüber hinaus können die polyphenolischen Inhaltsstoffe der Rinde, die sog. Tannine, in der Holzwerkstoff- industrie Verwendung finden. Diese sind gegenüber Vernetzungsmitteln reaktiv und eignen sich daher für die Herstellung von heißhärtenden Leimharze, die als Bindemittel oder als Bindemittelzusatz für die Produktion von Holzwerkstoffen eingesetzt werden können. Die Gewinnung der Extraktstoffe aus der Rinde erfolgt durch Heißwasserextraktion (Abbildung: Mehrstufige Extraktionsanlage). Die extrahierte Rinde hat gegenüber frischer Rinde bei der Verwendung für gärtnerische Zwecke Vorteile. Frische Rinde hat die Eigenschaft pflanzenverfügbaren Stickstoff zu immobilisieren, was zu Mangelerscheinungen an der Vegetation führen kann. Des Weiteren kann frische Rinde durch seine Gerbstoffe Pflanzenschäden verursachen. Aus diesen Gründen muss die Rinde vor einem Einsatz als Humus einer aufwendige Kompostierung unterzogen werden. Durch die Extraktion der Rinde für die Gewinnung der Tannine kann zum einen die Stickstofffixierung beeinflusst, zum anderen der Gehalt an Gerbstoffen reduziert werden.Inwieweit die Gewinnung der Tannine mit der Herstellung eines hochwertigen Rohstoffes für den Gartenbau in der Praxis kombiniert werden kann, ist Inhalt des Projektes.

Förderzeitraum:
01.05.2000 - 30.04.2003

Institut:
Georg-August-Universität Göttingen
Institut für Holzbiologie und Holztechnologie

Betreuer:
Prof. Dr.-Ing. E. Roffael

E-Mail: E-Mail schreiben