Einfluss eines umweltrelevanten Stoffgemisches (TBT und PCB) auf die Ökophysiologie und das Schwimmverhalten von Cyprinus carpio und Daphnia magna

Stipendiatin/Stipendiat: Dr. Katja Walkow

Einfluß eines umweltrelevanten Stoffgemisches (PCB und TBT) auf die Ökophysiologie und das Schwimmverhalten vonCyprinus carpio (Pisces) und Daphnia magna (Crustacea)ProblemstellungDie geplanten Untersuchungen sollen sich mit fischereilich intensiv genutzten Fischen (Cyprinus carpio) und deren Nahrung, Daphnien (Daphnia magna), auseinandersetzen. Der Karpfen als bedeutendster Speisefisch Deutschlands wird im Produktionsprozeß zunächst unter künstlichen Bedingungen aufgezogen und dann als Jungfisch zur weiteren Entwicklung in natürliche Gewässer überführt. Dort erfolgt zur Erreichung der Produktionsziele (Wachstum und Vitalität) optimale Versorgung mit natürlichen Nährtieren (u.a. Daphnien) unter Beigabe von Ergänzungsfuttermitteln. Mit dem Ausbringen der Tiere sind sie unmittelbar potentiellen Gefährdungen ausgesetzt. Dazu gehören auch im aquatischen System vorkommende Xenobiotika. Toxische oder weniger akute Effekte durch selbige sind vielfach beschrieben worden und geben Anlaß zu neuen Fragestellungen [Baganz et al. 1998; Sivarajah et al. 1978]. Durch vielfältige enzymatische Reaktionen ist es häufig den tierischen Organismen möglich, chemische Stressoren zu detoxieren. Besonderes Interesse soll aufgrund der Umweltrelevanz in vorliegender Studie subakuten Wirkungen zweier Substanzen auf unterschiedliche Tiergruppen gelten. Denn meist kommen mehrere belastende Stoffe in der aquatischen Umwelt gemeinsam vor, so daß hier die beiden Chemikalien TBTCl und Arochlor® 1254 zunächst einzeln und danach im Gemisch untersucht werden sollen, um mögliche synergistische Effekte auf Daphnien und Karpfen herauszuarbeiten. Tributylzinn (TBT) wurde im marinen und limnischen System in Konzentrationen nachgewiesen, welche akute und chronische Wirkungsgrenzen weit überschreiten. Es ist dessen Beeinflussung von Organismen bereits bekannt [Ronis & Mason 1996]. Arochlor® 1254 ist ein PCB-Gemisch, von welchem eine Induktion der Erhöhung von detoxierenden Enzymen und ebenfalls eine endokrine Wirkung auf Fische beschrieben wurde [Sivarajah et al. 1978]. Ziel dieser Arbeit ist es, Effekte der chemischen Einzelsubstanzen und die des Gemisches auf zwei aquatische Organismengruppen aufzuzeigen und daraufhin Entscheidungshilfen für den Anwender zu formulieren. Die Energieverteilung in den Modellorganismen unter chemischer Exposition soll untersucht und mögliche Prioritäten verschiedener Lebensfunktionen ermittelt werden. Die Eignung eines Teiches zur Produktion von Karpfensetzlingen sollen unter diesen Gesichtspunkten diskutiert werden.VorgehensweiseZur Bewertung des Substanzgemisches sollen zunächst Verhaltensparameter (Schwimmgeschwindigkeit, Aufenthaltshäufigkeit in der Horizontalen und Vertikalen sowie Anzahl der Wendungen) der Fische und Daphnien herangezogen werden. Weiterhin werden labortechnisch Enzymaktivitätsbestimmungen vorgenommen und somit Rückschlüsse auf Entgiftungsprozesse durch die Glutathion-Peroxidase und die Glutathion-S-Transferase ermöglicht. Außerdem sollen Wachstum und Reproduktion der Daphien unter Exposition bestimmt werden.

Förderzeitraum:
01.07.2000 - 30.06.2003

Institut:
Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
Arbeitsgruppe Ökotoxikologie

Betreuer:
Dr. Pflugmacher/Dr. Staaks

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