Förderung und Entwicklung der Umwelttechnik in Litauen durch sektorspezifischen Technologietransfer und innovative Maßnahmen

Aktenzeichen 20965/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.05 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: ITUT e. V.Verein zur Förderung des InternationalenTransfers von UmwelttechnologieEuro-Asia Business Center
Messe-Allee 2
04356 Leipzig
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Telefon: 0341/6087-200
Internet: http://www.itut-ev.org
Bundesland: Grenzüberschreitend
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Die Republik Litauen ist am 01.05.04 der EU beigetreten. Umweltrelevante Regelungen des Acquis Communitaire werden in nationales Recht umgesetzt. Jedoch sind viele zur Umsetzung notwendige Technologien im nationalen Markt nicht erhältlich. Das Projekt hilft den einheimischen umwelttechnischen Sektor zu entwickeln und zugleich die Eintrittsbarrieren für deutsche / westeuropäische Firmen zu senken.
Information über zeitgemäße Umwelttechnik gelangt lediglich durch ausländische Berater im Rahmen von EU-Projekten oder durch die Markterschließung einzelner Firmen ins Land. Es gibt keine, von ökonomischen Eigeninteressen, unabhängige Beratungsstelle, die alternative technische Varianten zur Lösung eines Problems vorstellt. Dadurch entstanden in der Vergangenheit wiederholt ineffiziente Planungen durch Festlegungen auf nicht optimale Technologien. Das Projekt will eine solche Beratungsstelle aufbauen. Letztendlich trägt dies langfristig zur Verbesserung der Umweltsituation im baltischen Raum bei.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliedert sich in drei Phasen: Erstens eine Aufbauphase mit den Hauptaufgaben der Auswahl und Anstellung geeigneten Personals, der Sicherstellung litauischer Finanzierungsanteile und dem Auf-bau einer Adressdatenbank für den Sektor. Zweitens der Aufbau von Routinen für Publikationen wie Projektnewslettern, dem Aufbau von Internetprojekten, der Veranstaltung von Seminaren, individuellen Bera-tungsleistungen und der Anregung von Demonstrationsprojekten, Machbarkeitsstudien und weitergehen-den Projekten. Drittens die Übergabe und Weiterführung des Projektes ohne deutsche Integrierte Fachkraft nach dem Ende der Unterstützung durch das Centrum für internationale Migration und Entwicklung.
Das Projekt vertraut methodisch auf den Clusteransatz zur sektoralen Wirtschaftsförderung. Das heißt der moderierten Vernetzung von Akteuren in einem abgegrenzten Sektor und der Förderung der Entwick-lung von Kooperationsprojekten auch mit internationalen Partnern. Als Vorbild dienen - aufgrund der persönlichen Erfahrung der deutschen integrierten Fachkraft - entsprechende Clusterprojekte der Bayern Innovativ GmbH, der Innovationsagentur des Freistaats Bayern. Zur Wirkungserzielung setzt das Projekt daher auf eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit (Internetprojekte, Newsletter, gut gestaltete Einladungen und attraktive Seminarangebote), die aktive Identifizierung relevanter Themen und die Bereitschaft konkrete Kooperationsvorhaben zwischen industriellen und / oder wissenschaftlichen Partnern anzusto-ßen ohne notwendigerweise selbst Partner in den Projekten zu werden.


Ergebnisse und Diskussion

Nachdem die Zusage der Kofinanzierung durch das Litauische Wirtschaftsministerium unter dem Titel Informationsstelle Sekundärrohstoffe und der Recycling gewährt wurde, hat das Projekt einen Arbeitsschwerpunkt in diesem Bereich gehabt. Dagegen standen andere Sektoren zurück. Durchgeführt wurden 2 Delegationsreisen (NRW & Oberösterreich) mit je 12 Teilnehmern aus Ausfallwirtschaftsverbänden, insgesamt 6 Seminare zu abfallwirtschaftlichen Fragen mit zum Teil 100 Teilnehmern (Themen Samm-lung und Erfassung von Sekundärrohstoffen, organische Abfälle, Glasrecycling, Sekundärbrennstoffe u.a.), 3 Seminare zu anderen umweltrelevanten Themen (Textilindustrie, Rauchgasentschwefelung und Gipsverwertung, ökologisches Bauen), 1 Demonstrationsvorhaben (Isotopenanalytik an Nitrat belasteten Brunnen), 1 Machbarkeitsstudie (energetische Verwertung von Fleischabfällen), 2 Internetprojekte (Rest-stoffbörse & Fundfinder für Umweltprojekte). Das Personal hat sich weiterhin in 3 existierende europäische Projekte (Bankable energy efficiency projects [SAVE], Recyclingfachkraft [LEONARDO] und Fachgruppe Umwelttechnik der Innovation Relay Centre [INNOVATION]) eingebracht. Zudem wurden Newsletter des Projektes verschickt und besonders attraktive technische Lösungen in einem Technologieblatt vorgestellt. In der litauischen Abfallwirtschaft wurden schätzungsweise 90% der Schlüsselpersonen in Firmen und Verwaltungen von den Projektmaßnahmen erfasst. Aus diesen Aktivitäten ergeben sich etliche weitergehende Projekte, die zum Teil bereits angelaufen sind. Eine Basisfinanzierung für die weitere Arbeit des Netzwerks ist aus europäischen Projekten bereits sichergestellt.
Einziges Problem des Projektes war der Zugang und die langfristige Sicherung einheimischen umwelttechnischen Know-hows. Bei einer sehr geringen Zahl von Fachkräften im Sektor ist es unter den Bedingungen des öffentlichen Dienstes in Litauen kaum möglich langfristig attraktive Angebote im Vergleich zur Industrie, zum Beratungssektor oder der höheren Verwaltung zu gestalten. Dies sollte für künftige vergleichbare Projekte unbedingt beachtet werden.
Für den Projekterfolg maßgeblich war die Beteiligung einer deutschen Fachkraft vor Ort, die aufgrund der Langfristigkeit ihres Einsatzes sowohl gute Kenntnisse der Situation im Land entwickeln konnte, zugleich aber gute Kontakte zu einer großen Zahl deutscher Firmen im Sektor hatte. Die deutsche Fachkraft wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit im Rahmen der Vorbereitung Litauens auf den EU-Beitritt bezahlt. Administrativ war dabei das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM), Frankfurt zwischengeschaltet. Bei künftigen vergleichbaren Maßnahmen sollte ge-prüft werden, ob europäische Programme (Forschung, Innovation, Umwelt) die Finanzierung einer (deut-schen) Personalkomponente übernehmen können.
Das Projekt profitierte erheblich davon, nachfrageorientiert nach litauischen Interessenlagen arbeiten zu können. Deutsche Firmen mussten keine Eigenleistungen für die Teilnahme an Veranstaltungen erbringen, sondern wurden als Referenten für spezielle Fachthemen angefragt und zum Teil vergütet. Dadurch wurden die Firmen nicht durch Kräfte aus dem Marketing vertreten, sondern präsentierten technisches Know-how einem litauischen Publikum von technischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern. Im Zentrum der Diskussionen stand dann nicht primär das Verkaufen, sondern die Diskussion gemeinsamer (technischer) Interessen. Dadurch erhielt das Netzwerk schnell den Ruf als unabhängiger Makler.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Innerhalb Litauens erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit kontinuierlich im Rahmen der Projektaktivitäten und der Darstellungen der Aktivitäten des Northtown Technology Parks und des Wirtschaftsministeriums.


Fazit

Trotz einiger strukturell bedingter Widrigkeiten hat das Projekt gute Erfolge erzielt. Es ist gelungen in kurzer Zeit eine - besonders in Fragen der Abfallwirtschaft - eine anerkannte unabhängige Beratungsstelle für Industrie und Kommunen aufzubauen. Konkrete weitergehende Kooperationen und Investitionsvorhaben wurden im Bereich der Biogastechnologie vermittelt. In diesem Bereich entstand durch das Projekt auch eine Kooperation der TU München mit der landwirtschaftlichen Hochschule Kaunas. Mittelbar wur-den Investitionsentscheidungen der Kommunen beeinflusst für die ab 2005 Förderprogramme greifen. In der Zusammenarbeit mit dem Technologiepark konnte zum Wachstum eines neuen einheimischen Beratungsunternehmens im Energiesektor beigetragen werden. Die Fortführung des Projektes ist durch Teilnahmen an Europäischen Projekten bereits finanziell abgesichert. Mittelfristig werden die Themen Bauwirtschaft und Energie eine größere Rolle spielen.

Förderzeitraum: 06.02.2003 - 28.02.2005 (2 Jahre und 1 Monat)
Fördersumme: 65.320,00
Förderbereich: III.9.2
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Internationale Aktivitäten
Publikationen: