Einrichtung interaktiver Ausstellungselemente für Kinder und Jugendliche im Haus der Natur , Bad Harzburg

Aktenzeichen 17604/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.11 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) e. V. Landesverband Niedersachsen
Johannssenstr. 10
30159 Hannover
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Telefon: 0511/363590
Internet: http://www.sdw.de/niedersachsen
Bundesland: Niedersachsen
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Das Nachhaltigkeitsprinzip und die Ziele der Agenda 21 sollen am Beispiel des Natur- und Kulturraumes Harz diskutiert und vermittelt werden. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis über ökologische Zusammenhänge nicht mit dem erhobenen Zeigefinger sondern über die eigene Erkenntnis zu erreichen.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Haus der Natur in Bad Harzburg wird seit den 70er Jahren für eine Ausstellung zum Thema Forstwirtschaft und Waldbau in Niedersachsen genutzt. Nach Ausweisung des Nationalparks wurden einzelne Bereiche um das Thema Nationalpark erweitert. Die Ausstellung wurde aber in den vergangenen Jahrzehnten nie grundlegend aktualisiert.
Mit der Einrichtung einer neuen Trägergemeinschaft aus Landesforstverwaltung, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Nationalpark Harz wurde vereinbart, die Ausstellung von Grund auf neu zu gestalten. Eine Arbeitsgruppe wählte im Rahmen eines internationalen Ausschreibungsverfahrens eine Ausstellungsagentur und erarbeitete gemeinsam mit dieser Agentur ein neues Ausstellungskonzept.
Die Konzeption verfolgt eine für Naturausstellungen völlig neue Philosophie. Im Gegensatz zu den vormals schwerpunktmäßig gezeigten Dioramen soll nun u.a. mit künstlerischen Ausdrucksmitteln und unter Einsatz der neuen Medien ein Erlebnisraum geschaffen werden, der zum Ausprobieren, Fragen stellen, Beobachten, Spielen, Staunen und Nachdenken einlädt. Dem Besucher werden ökologische Zusam-menhänge vermittelt und er wird zum Mitdenken angeregt, ihm werden neue Perspektiven und Orientierungshilfen angeboten. Als ein neuer Weg in der Umweltbildung will die Ausstellung Mut machen und ein positives Lebensgefühl vermitteln. Die Ausstellung soll Lust auf Zukunft machen und den Besucher über positive Erlebnisse zu einer Änderung des Lebensstils motivieren. Sehr bewusst wird auf den erhobenen Zeigefinger verzichtet.


Ergebnisse und Diskussion

· Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Besucher war mit rd. 52 Minuten relativ hoch. Dies ist erstaunlich, da die Ausstellung mit ca. 300 qm relativ klein ist.
· Bei der Beobachtung zeigte sich, dass die Besucher sehr unterschiedliche Weg durch die Ausstellung wählen, aber fast alle Exponate berücksichtigten. Die Zuschauer bringen offensichtlich sehr unterschiedliches Ausgangsinteresse und sehr unterschiedliche Zeitbudgets mit.
· Die meisten Exponate wurden sehr lange genutzt. Die größte Haltekraft hatte jedoch die Waldkartei mit durchschnittlich 8:55 Minuten. Auch dies ist erstaunlich, wird eine holding-power von 20 sek. im Museumsbereich doch schon als hoch bezeichnet.
· Die Bewertung der Ausstellung durch das Publikum ist außerordentlich positiv: Fast 60% der Befragten vergaben die Note sehr gut, die durchschnittliche Bewertung betrug 1,7.
· Wie wurden die positiven Urteile begründet? An erster Stelle stand der Gesamteindruck. Dabei kam den Faktoren modernes Design, freundliche Atmosphäre und originelles Konzept eine große Bedeutung zu. Die Kombination von alten und neuen Medien wird nach Besucheraussagen sehr positiv aufgenommen. Es lässt sich weiter festhalten, dass der exemplarische Ansatz der Ausstellung von den Besuchern akzeptiert und nachvollzogen wird.
· Es gab nur wenig grundsätzliche Kritik an der Ausstellung und ihrem Konzept. Einige Befragte kritisierten eine kalte Atmosphäre und zu modernes Design. An den Flippern wurde scheinbar von vielen der Sinn des Spiels nicht vollständig verstanden.
· Ein wichtiges Ergebnis der Evaluation ist, dass selten zusätzliche Informationen über Umweltgefähr-dungen und Umweltschäden reklamiert werden. Dies ist ein Beleg dafür, wie gut das positive Konzept angstfreies Erkunden beim Publikum ankommt.
· Insgesamt zeichnet sich schon kurz nach der Eröffnung ein relativ hoher Wartungsbedarf der hochtechnisierten Ausstellung ab.
· Bei der Nutzung der Ausstellung durch Schulklassen zeigte sich, dass ältere Schüler mit dem Konzept der Selbsterkundung erheblich besser klar kommen als jüngere. Für jüngere Besucher müssen Handreichungen mit speziellen Arbeits- oder Erkundungsaufträgen erarbeitet werden.
· Die befragten Lehrkräfte können sich eine Nutzung der Ausstellung für den Biologie-Unterricht gut vorstellen. Allerdings gaben sie als hinderlich zu bedenken, dass das Konzept im Grunde auf Einzelbesucher ausgelegt ist.
· Auch die befragten Förster und Ranger beurteilten die Ausstellung von ihrer Gestaltung her durchweg positiv. Die Rangergruppe hätte sich noch etwas mehr verbindliche Handlungsanleitung für das Betreten des Nationalparks gewünscht.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Über die neue Ausstellung wurde schon im Vorfeld ausführlich in der Lokalpresse berichtet, im Anschluss an die Eröffnung im Rahmen einer Mini-Serie die zentralen Inszenierungen vorgestellt. In den Tourismuszeitschriften der Region und in den Mitteilungsorganen der Projektpartner erschienen umfassende Berichte. Zur Koordination der Öffentlichkeitsarbeit und zur Integration der Ausstellung in das regionale Gefüge von Natur-, Kultur- und Bildungsangeboten wurde eine 3/4 ABM-Stelle eingerichtet, die eng mit den entsprechenden Partnern vor Ort kooperiert, bestehende Angebote vernetzt und spezielle eigene Angebote erarbeitet. Im regionalen und überregionalen Umfeld sollen ein beidseitig bedruckter farbiger Flyer sowie eine 36-seitige farbige Dokumentationsbroschüre auf die Ausstellung hinweisen.


Fazit

Das Konzept, mit alten und neuen Darstellungsformen eine Ausstellung zu bauen, die Gelegenheit gibt, sich zum Thema Wald angstfrei mit Fragen einer nachhaltigen Zukunftsgestaltung auseinanderzusetzen, scheint größtenteils gelungen. In wie weit es gelingt, damit jedoch tatsächlich eine Änderung des Lebensstils zu motivieren, bleibt noch abzuwarten.
Festzuhalten ist schließlich, dass ein nicht zu unterschätzender Aufwand sowohl für die inhaltliche Begleitung, als auch für den technischen Betrieb und die Wartung einer derartigen Ausstellung vonnöten ist.

Förderzeitraum: 23.10.2000 - 15.03.2003 (2 Jahre und 5 Monate)
Fördersumme: 102.258,38
Förderbereich: III.10.2
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Naturschutz, Umweltkommunikation
Publikationen:
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