Ökologisches Unternehmensnetzwerk Ost-Friesland

Aktenzeichen 13795/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.06 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Carl von Ossietzky Universität OldenburgFB Wirtschafts- und Rechtswissenschaften

26111 Oldenburg
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Telefon: 0441/7988345
Internet: -
Bundesland: Niedersachsen
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Die Innovationsfähigkeit, die Strategiefähigkeit und die Verständigungsfähigkeit als wesentliche Erfolgsfaktoren im Wettbewerb basieren bei ländlichen Regionen wesentlich darauf, welche Beiträge hierzu die kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region zu leisten vermögen. Das Ziel des Projektes besteht darin, zur Bildung eines ökologischen Unternehmensnetzwerkes Ost-Friesland beizutragen und einen Leitfaden zu erstellen, wie regionale Entwicklungsprofile im Einklang von Ökologie und Ökonomie gestützt auf Unternehmensnetzwerke erstellt und umgesetzt werden können.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt bezieht sich auf die sechs Bereiche: Ökologisches Bauen und Wohnen, Tourismus, Kulturmanagement, Landwirtschaft, Energie und Umwelttechnik. Bezogen auf die Region Ost-Friesland wird zunächst von diesen Bereichen her eine Evaluation der regionalen Entwicklungsfähigkeit durch innovative Unternehmensangebote vorgenommen.
Darauf aufbauend werden für die ausgewählten Bereiche Ideen- und Zukunftswerkstätten durchgeführt, bei denen Vertreter besonders aktiver Unternehmen, fachlich Zuständige aus politischen Verwaltungen sowie wissenschaftliche Experten zum speziellen Bereich zusammengebracht werden sollen. Mithilfe dieser Ideen- und Zukunftswerkstätten wird für jeden der Bereiche eine Entwicklungspotentialanalyse erstellt.
Im Bereich des ökologischen Bauens, wo wichtige Potentiale zur Umweltentlastung auszumachen sind, wird der Prozess der Netzwerkbildung über gemeinsames Marketing, Arbeitsleitlinien und Kooperation auf verschiedenen Ebenen praktisch begleitet.
Aufbauend auf den analytischen und praktischen Ergebnissen aus den Teilbereichen wird ein methodischer Leitfaden für die Erstellung unternehmensgestützter regionaler Stärkeprofile erarbeitet. Dieser Leitfaden wird einem Abschluss-Workshop des Projektes vorgelegt und stellt nach Überarbeitung ein Abschlussdokument dar, das für vergleichbare Aktivitäten in anderen ländlichen Regionen dienen kann. Darin wird auch der Entwicklungsstand des Netzwerkes ökologisch aktiver kleiner und mittel-ständischer Unternehmen bilanziert.


Ergebnisse und Diskussion

Für die sechs Untersuchungsbereiche Bauen/Wohnen, Landwirtschaft, Tourismus, Kultur, Energie und Umwelttechnik sind in der ersten Projektphase Sachstandsberichte erstellt worden. In September und Oktober 2000 wurden ONNO-Werkstätten durchgeführt und auf deren Basis dann von den für einen Bereich zuständigen Werkvertragsnehmer Entwicklungspotentialanalysen ausgearbeitet. Die Projektkoordinatorin hat diese Einzeltexte gebündelt und zu einem mehr als einhundertseitigen Gesamtprojektbericht gebündelt. Dieser Gesamtbericht enthält ausführliche Einschätzungen zu den Möglichkeiten weiterer Netzwerkbildung im ökologischen Bereich der Region Ostfriesland.
Das Projekt hat den Kooperationsbedarf ökologisch aktiver kleiner und mittelständischer Unternehmen in Ostfriesland deutlich herausarbeiten können:
1. Schaffung einer gemeinsamen Präsentationsmöglichkeit in der Region
2. Gemeinsames Marketing in den einzelnen Segmenten
3. Kooperation zwischen den einzelnen Gewerken, die in der Lage sind, ökologische Standards auch umzusetzen. Hier gibt es einen erheblichen Weiterbildungsbedarf in den einzelnen Handwerksbetrieben.
4. Bündelung von Weiterbildungsveranstaltungen in der Region
5. Bündelung von Informationen der Verbände, Vereine und der umweltpolitischen Maßnahmen
6. Kooperation mit Verbänden und Vereinen
7. Entwicklung eines regionaltypischen, ökologischen Profils.
Das Projekt hat im Sinne seiner Zielsetzung innerhalb der kurzen Laufzeit auf dem Gebiet des ökologischen Bauens und Wohnens zur Gründung eines Netzwerkes in vereinsmäßiger Form beigetragen; das Institut für Bauen und Wohnen (IBW) mit Sitz in Aurich wurde wesentlich angestoßen durch den entsprechenden Werkvertragsnehmer des Projektes und hat inzwischen bereits seinerseits Fördermittel akquirieren können, mit denen die Arbeit vor allem auf dem Gebiet der Weiterbildung vorangetrieben werden kann.
Ferner war das ONNO-Projekt einer der wesentlichen Initiatoren für einen weiteren inzwischen gegründeten Verein: Ostfriesland schmeckt e.V., womit ausgehend von den Bemühungen um eine regionalorientierte und ökologische Landwirtschaft nicht nur dieser selbst, sondern auch dem Tourismus der Region und dem Regionalmanagement allgemein neue Impulse gegeben werden sollen.
Mit dem Abschluss des Projektes waren außerdem die Bedingungen geschaffen, den mit dem Antrag angepeilten Unternehmerverein ONNO e.V. als bereichsübergreifendes Netzwerk selbst auf den Weg zu bringen. Die inzwischen erfolgte Bewilligung des Projektvorhabens, für Ostfriesland eine elektronisch gestützte Dienstleistungsagentur zu schaffen, bedeutet für diesen Verein als Fokus der Zusammenarbeit ökologisch aktiver kleiner und mittlerer Unternehmen natürlich eine ausgezeichnete Voraussetzung.
Seit Juli 2000 existiert mit www.onno-net.de eine elektronische Informations- und Kommunikationsplattform des Projektes, die im ursprünglichen Antrag gar nicht vorgesehen war, sich aber als hervorragendes Mittel erwiesen hat, innerhalb und außerhalb der Region über die Entwicklung des ONNO-Netzwerkes zu informieren und vorbereitend zu experimentieren, wie eine solche Plattform auch nach Auslaufen der Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt weitergeführt werden kann.
Aus all diesen Gründen hat das Projekt in der Region frühzeitig nachdrückliche Zustimmung und Unterstützung der einschlägigen Stellen erhalten. Das gilt vor allem für die Industrie- und Handleskammer sowie die Handwerks- und Landwirtschaftskammer. Es gilt für die sich regelmäßig treffenden Wirtschaftsförderer der Region, denen das Projekt vorgestellt wurde. Die wachsende Beteiligung von Unternehmen an www.onno-net.de ist ein weiterer und strategisch für die Zielsetzung von ONNO der wichtigste Ausdruck für den Projekterfolg.
Das hervorzuhebende Projektergebnis liegt in dem Beitrag für das, was nach dem Auslaufen der Förderung durch die Deutsch Bundesstiftung Umwelt geschaffen sein soll: eine arbeitsfähige und selbstfinanzierungsfähige Dienstleistungsagentur ONNO Ökologisches Unternehmensnetzwerk Ostfriesland, deren elektronische Plattform www.onno-net.de ein hinreichendes Niveau an Professionalität und Beteiligungsausmaß erreicht hat und die zugleich als Geschäftsstelle des Vereins ONNO e.V. agieren kann.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Während der Laufzeit des Projektes hat es zahlreiche Artikel über das Projekt gegeben. Die erst nach Projektbeginn vorgenommen Namensbezeichnung mit dem eingängigen ostfriesischen Vornamen ONNO hat sicher zur Popularisierung beigetragen. In der Ostfriesen-Zeitung sowie einigen kleineren Zeitungen wie auch in den Zeitschriften der Kammern wurden zum Teil sehr ausführliche und durchgehend unterstützende Artikel über das Projekt veröffentlicht. Nach der Bewilligung des neuen Projektes zur Schaffung einer Dienstleistungsagentur ONNO hat es im Mai 2001 im angesehenen Ostfriesen-Magazin einen ausführlichen und sehr positiv gehaltenen Artikel gegeben.
Das Projekt hat ferner in seiner knappen Laufzeit durch die Gründungen von IBW und Ostfriesland schmeckt sowie persönliche Präsentationen und Gespräche bei praktisch allen wichtigen Stellen der Region einen außerordentlich hohen Bekanntheits- und Verbreitungsgrad erreichen können.


Fazit

Das Projekt ist ein außerordentlich positives Beispiel dafür, wie wertvoll eine Anstoßfinanzierung sein kann, um gerade in ländlichen Regionen und bei kleinen und sehr kleinen Unternehmen mit extrem geringen zeitlichen und finanziellen Ressourcen Entwicklungspotentiale aufzutun und zusammenzuführen. Im Zusammenwirken von privaten und unternehmerischen Aktivitäten einerseits, Verwaltungshandeln andererseits sind mehr denn je solche Organisationsformen hilfreich, die mit eigenen strategischen Ideen, unabhängig und hinreichend flexibel die notwendigen Verknüpfungen herstellen und Netzwerke bilden können.

Förderzeitraum: 15.10.1999 - 11.07.2001 (1 Jahr und 9 Monate)
Fördersumme: 87.622,65
Förderbereich: III.9.2
Themengebiet: Kulturgüterschutz
Stichworte: Umweltkommunikation
Publikationen: