Ausbau des Gutshauses Criewen - zu einem deutsch-polnisches Umweltzentrum im Nationalpark Unteres Odertal

Aktenzeichen 00456/01
Projektkennblatt: Dateigröße: 0.11 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnungdes Landes Brandenburg
Schloßstr. 1
14467 Potsdam
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Telefon: 0331/866-7250
Internet: -
Bundesland: Brandenburg
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Mit dem Deutsch-Polnischen Umweltbildungs- und Begegnungszentrum Schloss Criewen sollte ein Forum zur Kommunikation für nationale und internationale Verbände und Organisationen, Stiftungen, öffentliche Verwaltungen, privatwirtschaftliche Unternehmen und wissenschaftliche Forschungseinrichtungen geschaffen werden. Bestandteil des Konzeptes ist ein UmweltBildungsZentrum (UBZ) im Schlossgebäude, welches eine kontinuierliche Bildungsarbeit und einen regelmäßigen Gedankenaustausch auch auf internationaler Ebene ermöglicht. Ein zentraler Aspekt bei diesem Projekt ist die grenzübergreifende Zusammenarbeit mit dem(n) östlichen Nachbarn.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAufbau und Leitung der Umweltbildungseinrichtung mit der Organisation des Tagungsbetriebs wurde der als gemeinnützig anerkannten Internationalpark Unteres Odertal GmbH übertragen, deren alleiniger Gesellschafter die Nationalparkstiftung Unteres Odertal ist. Die Nationalparkstiftung Unteres Odertal hat als Stiftungszweck unter anderem die Förderung der deutsch-polnischen Verständigung im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes in ihrer Satzung verankert. Auf der Grundlage eines langfristigen Mietvertrages zwischen der Internationalpark Unteres Odertal gGmbH und dem Land Brandenburg wurde die Nutzung des Schlosses geregelt.
Ein weiterer ganz wesentlicher Bestandteil der Gesamtkonzeption ist das BesucherInformationsZentrum (BIZ) für den Nationalpark Unteres Odertal, welches im ehemaligen Schafstall des Gutshauses von der Nationalparkverwaltung betrieben wird. Zur Herstellung und Nutzung möglichst umfangreicher Synergieeffekte wurde die Nationalparkverwaltung ebenfalls auf dem Gelände angesiedelt; sie hat ihren Sitz im ehemaligen Verwalterhaus.
Technisch wurde die gesamte Sanierung des Areals durch die Landesbauverwaltung im Bereich des Ministeriums für Finanzen des Landes Brandenburg realisiert. Somit konnte trotz der außerordentlichen langen Sanierungs- und Bauzeit eine einheitliche Handhabung und Gestaltung des Areals erreicht werden.


Ergebnisse und Diskussion

Die Finanzierung der Gesamtkosten von über 7 Mio. EURO für Umbau, Restaurierung und Ausstattung des Ensembles übernahmen die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Europäische Union (INTERREG II und LIFE) sowie das Land Brandenburg. Das Verwalterhaus, also der Sitz der Nationalparkverwaltung Unteres Odertal, wurde natürlich ausschließlich durch das Land Brandenburg finanziert.Die unvorhergesehene Kostenentwicklung bei der langjährigen Sanierung der denkmalgeschützten Ge-bäude machte erhebliche, zum Teil sogar schmerzhafte Einschnitte im ursprünglichen Konzept erforderlich. Hier sei insbesondere der notwendige vorläufige Verzicht auf das geplante eigene Bettenhaus für die Umweltbildungseinrichtung erwähnt.
Das Schloss Criewen als UmweltBildungsZentrum (UBZ) bildet mit den Nebengebäuden, in denen die Naturwacht, das Besucherinformationszentrum des Nationalparks und die Nationalparkverwaltung untergebracht sind, eine harmonische Einheit. Die denkmalschutzgerecht restaurierten Räume des Schlosses geben allen Veranstaltungen einen stilvollen Rahmen. Insgesamt bietet das Tagungszentrum in 7 Räumen mit ca. 400 m2 Fläche Platz für Tagungen und Konferenzen. Eine Fachbibliothek und ein Leseraum wird gemeinsam genutzt und steht auch den Besuchern zur Verfügung. Die Ausstattung der Tagungsräume unterstützt den Anspruch der Akademie, mit einer niveauvollen Gestaltung Unverwechselbarkeit zu schaffen. Neben einer hochwertigen Möblierung ist das Zentrum mit moderner Konferenztechnik und Dolmetscherkabinen für zweisprachige Simultanübersetzung ausgestattet. Vorläufig ist die Unterbringung und Verpflegung der Tagungsgäste nur in der näheren Umgebung möglich. Das ursprünglich geplante Gästehaus konnte aufgrund fehlender Finanzmittel bisher noch nicht realisiert werden. Gegenwärtig werden verschiedene Varianten geprüft, das offene Finanzierungsproblem zu lösen.
Das BesucherInformationsZentrum (BIZ) im ehemaligen Schafstall besteht im wesentlichen aus einer Gesamtschau zu den Themen des Nationalparks. Die Ausstellung ist in 10 Ausstellungsstationen unterteilt, die den Besucher vor allem über Dinge informiert, die er beim Besuch des eigentlichen Schutzgebietes nicht oder nur schwer entdecken kann. Sie soll ihn neugierig auf die Natur machen. Für die Ausstellung wurde ein Eintrittskartensystem entworfen, das zu jeder Station weitere Informationen und besonders für Kinder geeignete Ratespiele bereit hält. Diese Informationen können vom Besucher gesammelt und mitgenommen werden. Die Stationen werden ergänzt durch zusätzliche Erlebnisbereiche, die insbesondere auch für Kinder und Jugendliche eingerichtet wurden, um sie spielend mit der Natur, dem Naturschutzgedanken und dem Nationalpark vertraut zu machen.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Im weiteren Betrieb des gerade eröffneten UmweltBildungsZentrums (UBZ) wird jährlich ein Tagungsprogramm an die in der Teilnehmerdatei aufgenommenen Institutionen bzw. Personen versandt. Parallel dazu wird zu jeder geplanten Veranstaltung ein Faltblatt gestaltet und an ausgewählte Zielgruppen geschickt. Weitere Möglichkeiten der Vermarktung sind die Präsentation über das Internet und die Ankündigung in Fachzeitschriften. Eine ansprechende dreisprachige Internetpräsentation (deutsch - polnisch - englisch) wird zur Zeit erarbeitet.
Das BesucherInformationsZentrum (BIZ) wurde schon am 09. September 2000 eröffnet und stellt seitdem einen absoluten Besuchermagneten in der Region dar. Mehr als 200 mal wurde das Zentrum bisher in der Presse erwähnt, runde Besucherzahlen und besondere Ausstellungsobjekte sind regelmäßig An-lass zu umfangreichen regionalen, aber auch überregionalen Berichten. Das regionale aber auch das landesweite Fernsehen berichteten bereits mehrfach über das Besucherzentrum.
Das MLUR selbst beabsichtigt, beide Einrichtungen in die Internetpräsentation des Ressorts aufzunehmen.


Fazit

Die Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude hat sich zeitlich wie finanziell als überaus aufwendig herausgestellt. Dies ist anfänglich von allen Beteiligten deutlich unterschätzt worden. Es wurden umfangreiche Umplanungen notwendig, die einen ganz erheblichen Zeitverzug bedingten. Der DBU gebührt in diesem Zusammenhang ein ganz besonderer Dank für die ausgesprochen konstruktive Begleitung des Projektes.
Zur Bewältigung der finanziellen Probleme musste bis zur Sicherstellung der weiteren Finanzierung vorläufig auf ein eigenes Bettenhaus für das UmweltbildungsZentrum (UBZ) verzichtet werden, was den Start des Betriebes unzweifelhaft erschwert. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Übergangszeit bewältigt werden kann und der Tagungsbetrieb zufriedenstellend anläuft.
Das BesucherInformationsZentrum (BIZ) ist bereits jetzt von Erfolg gekrönt. Seit Eröffnung haben mit steigender Tendenz bereits 58.000 Besucher (Stand 24. Juli 2002) die Ausstellung erlebt.

Förderzeitraum: 30.03.1992 - 30.04.2002 (10 Jahre und 1 Monat)
Fördersumme: 2.556.459,41
Förderbereich: III.8.2
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Zentrum , Nationalpark
Publikationen:
Geografisch:


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