DBU-Naturerbefläche Cuxhavener Küstenheiden

Die DBU-Naturerbefläche Cuxhavener Küstenheide ist rund 1400 Hektar groß und liegt im Landkreis Cuxhaven. Sie bildet den Übergang von der Geest zum Wattenmeer und gehört zur naturräumlichen Region Staader Geest. Die einzigartige Küstenheidelandschaft setzt sich aus drei verschiedenen Heidekrautgewächsen zusammen (Krähenbee, Glocken-Heide und Besenheide).
Gebietsbeschreibung und Entwicklungsziele

In unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Wattenmeer erstreckt sich das Mosaik aus ausgedehnten Sand- und Feuchtheiden, Magerrasen, kleinen Heidemooren, Tümpeln, offenen Sandflächen und -dünen, lichten Kiefernwäldern und Eichen- Krattwäldern. Die Cuxhavener Küstenheiden sind das größte zusammenhängende Heidegebiet auf dem Festland der deutschen Nordseeküste und Teil des gleichnamigen Naturschutzgebietes. Offenland und Wälder nehmen jeweils die Hälfte der Fläche ein. Um die wertvollen Sandmagerrasen- und Heideflächen zu erhalten, müssen sie gepflegt werden, etwa durch weidende Schafe, Pferde oder Rinder. Die kieferndominierten Wälder sollen sich zu strukturreichen Mischwäldern entwickeln. Moore wie das Steertmoor und nährstoffarme Gewässer sollen verbessert werden.
Die Vielzahl unterschiedlicher Biotope bildet einen wertvollen Lebensraum für rund 400 Farn- und Blütenpflanzenarten und besonders auch für Insekten wie 400 Schmetterlingsarten, fast 100 Laufkäferarten, 25 Libellenarten und 160 Wildbienen- und Wespenarten. Insgesamt wurden über 80 Pflanzen- und 150 Tierarten nachgewiesen, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Auf der Fläche wachsen Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe), Mittlerer (Drosera intermedia) und Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia) sowie Arnika (Arnica montana), Moorlilie (Narthecium ossifragum) und viele weitere Pflanzenarten. Als Tierarten haben sich unter anderem Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), Neuntöter (Lanius collurio) und Heidelerche (Lullula arborea) sowie Zauneidechse (Lacerta agilis), Kreuzotter (Vipera berus), Moorfrosch (Rana arvalis), Hirschkäfer (Lucanus cervus) und Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) angesiedelt. Der »Urzeitkrebs« Triops cancriformis lebt in den Cuxhavener Küstenheiden in temporären Gewässern.

Historisches

Das Vorkommen von Heiden ist größtenteils auf menschliche Nutzungen zurückzuführen. Heidelebensräume konnten entstehen, nachdem die Wälder großflächig durch Rodung, Beweidung und Feuer aufgelichtet waren. Dazu kam noch das Abplaggen der Böden, d. h. das regelmäßige Abtragen der Vegetationsschicht, die als Brennmaterial oder Einstreu in den Ställen Verwendung fand. Ab 1915 entstand zwischen Altenwalde und Berensch ein Marineschießplatz für Großgeschütze. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die Alliierten das Gebiet, das bis 1956 auch von der zivilen Bevölkerung landwirtschaftlich genutzt wurde. 1956 richtete die Bundeswehr hier einen Truppenübungsplatz ein, der bis 2003 betrieben wurde.
Küstenheidelandschaft: Die einzigartige Küstenheidelandschaft besteht aus drei verschiedenen Heidekrautgewächsen, die in dieser Zusammensetzung nur hier wachsen: Krähenbee, Glocken-Heide und Besenheide.
© Dominik Poniatowski / DBU Naturerbe GmbH
Küstenheidelandschaft: Die einzigartige Küstenheidelandschaft besteht aus drei verschiedenen Heidekrautgewächsen, die in dieser Zusammensetzung nur hier wachsen: Krähenbee, Glocken-Heide und Besenheide. © Dominik Poniatowski / DBU Naturerbe GmbH

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Eichen-Krattwälder: Der Wald »verkrüppelter « Eichen ist im Mittelalter entstanden: Alle 10 bis 30 Jahre wurden die Bäume gekappt, um das Holz zu nutzen. Die Stümpfe sind stets neu ausgetrieben und eigentümlich gewachsen.
© Dominik Poniatowski / DBU Naturerbe GmbH
Eichen-Krattwälder: Der Wald »verkrüppelter « Eichen ist im Mittelalter entstanden: Alle 10 bis 30 Jahre wurden die Bäume gekappt, um das Holz zu nutzen. Die Stümpfe sind stets neu ausgetrieben und eigentümlich gewachsen. © Dominik Poniatowski / DBU Naturerbe GmbH
Weide für Wisente, Konik-Pferde und Heckrinder: In mehreren Großgattern weiden das ganze Jahr über Wisente, Konik-Pferde und Heckrinder in ihren Herden. Dadurch »pflegen« sie die Heidelandschaft als Lebensraum für seltene Arten.
© Jörg Tillmann / DBU Naturerbe GmbH
Weide für Wisente, Konik-Pferde und Heckrinder: In mehreren Großgattern weiden das ganze Jahr über Wisente, Konik-Pferde und Heckrinder in ihren Herden. Dadurch »pflegen« sie die Heidelandschaft als Lebensraum für seltene Arten. © Jörg Tillmann / DBU Naturerbe GmbH
Glocken-Heide
© Uwe Fuellhaas / DBU Naturerbe GmbH
Glocken-Heide © Uwe Fuellhaas / DBU Naturerbe GmbH
Der Moorfrosch benötigt permanent nasse Lebensräume.
© Gailberger, Wilhelm / piclease
Der Moorfrosch benötigt permanent nasse Lebensräume. © Gailberger, Wilhelm / piclease
Neuntöter
© Ott, Stefan / Piclease
Neuntöter © Ott, Stefan / Piclease
Fläche-Infos:
Ansprechpartner: Wolfgang Löwe
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Größe in ha:1446 ha
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