11.05.2011 | Stresstest fürs Haus: mögliche Schwachstellen ernst nehmen

Kostenloser Check weist auf neuralgische Punkte hin - Energetische Sanierung flächendeckend

Schornsteinfeger
Statt auf den Kosten durch Schwachstellen am Haus sitzen zu bleiben, sollte lieber das Potenzial einer energetischen Sanierung ausgeschöpft werden. Die DBU-Kampagne bietet Hausbesitzern und Handwerkern einen kostenlosen Energie-Check, um gemeinsam erste Sanierungsschritte anzupacken.
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Osnabrück. Bevor die großen Ferien beginnen, gibt’s am letzten Schultag Zeugnisse. Hausbesitzer müssen kein ganzes Jahr warten, um ihr Energiezeugnis in den Händen zu halten. „Es ist nie zu früh, einmal Bilanz zu ziehen und zu überlegen, wo überhaupt die Schwachstellen am Haus sind“, rät Stefan Rümmele, Projektleiter der bundesweiten Klimaschutz- und Beratungskampagne „Haus sanieren - profitieren“, die die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vor vier Jahren ins Leben gerufen hat. Mit der Initiative sollen energetische Haussanierungen angestoßen werden, um damit den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid im privaten Sektor zu verringern. Kostenlos geben Kampagnen-Handwerker „Nachhilfe“ in Sachen Schadenserkennung: mit dem Energie-Check. Gerade in der warmen Jahreszeit sei ein Stresstest am Haus ohne Zeitdruck möglich, so Rümmele.

Wärmebrücken in der Summe geben Wärme über ein Mehrfaches des Gebäudeumfanges ab

Der private Energieverbrauch sei beängstigend: „Zum Heizen und für die Warmwasserbereitung verbrauchen private Haushalte knapp 90 Prozent des Energiebedarfs eines Hauses“, erläutert der Projektleiter. Wenn man bedenke, dass rund zwölf Millionen sanierungswürdige Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland auf diese Bilanz kämen, sei akuter Handlungsbedarf gegeben. Undichte Fugen, schlecht schließende Fenster und alte Heizungsanlagen sorgten am meisten für den hohen Energieverbrauch bei diesen Gebäuden. „Hinter vielen dieser Schwachstellen verbergen sich oft so genannte Wärmebrücken, die an Übergängen etwa von Wand und Dach oder Fenster und Türen auftreten.“ An diesen neuralgischen Stellen verliere das Haus viel Wärme. „Jede Wärmebrücke für sich nimmt meist keine große Fläche in Anspruch, aber in der Summe wird Wärme über ein Mehrfaches des Gebäudeumfanges abgegeben“, so Rümmele.

Energie-Check
Schwachstellen "bunt auf weiß": Auf dem Farbschema von rot bis grün erkennt der Hausbesitzer, was sein Haus an Energie hergibt.
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Kostenloser Energie-Check verdeutlicht Energieschlupflöcher

Im nicht sanierten Altbau sei das Fenster meist der kälteste Punkt der Außenwand. Hier werde Energie nach draußen abgegeben und eine Schwachstelle sichtbar: es bilde sich Kondenswasser, und die Scheiben beschlügen. Auch der kostenlose Energie-Check der DBU-Kampagne verdeutlicht dieses Energieschlupfloch über ein Kreuz in der roten Markierung. Mit besserem und dämmtechnisch leistungsfähigerem Glas lasse sich nicht nur sofort Energie sparen. Der Wärmeverlust werde so gering gehalten, dass sich das Wohlfühlen in den Räumen fühlbar verbessere, ergänzt der Kampagnenleiter.

Lüftungskonzept nötig bei einem drittel neuer Fenster oder neuer Dachfläche

Kritisch sei oft auch das richtige Lüften: Es sei wichtig, unverbrauchte Luft ins Haus zu holen und Feuchtigkeit nach außen abzuführen – das Ganze möglichst ohne großen Wärmeverlust. „Dafür reicht es nicht in jedem Fall, einfach das Fenster zu öffnen“, so Rümmele. Grundsätzlich gelte: Wenn bei einem Ein- oder Mehrfamilienhaus ein Drittel der Fenster erneuert oder bei Einfamilienhäusern mehr als ein Drittel der Dachfläche neu gedämmt wurde, müsse ein Lüftungskonzept erstellt werden,

Optimal eingestellte Heizungsanlage spart bis zu 100 Euro

Wahre Oldtimer und Energieschleudern seien Deutschlands Heizungsanlagen: Rund 20 Prozent aller Ölheizungen und etwa acht Prozent aller Gasheizungen seien älter als 25 Jahre. Sie entsprächen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Hausbesitzer könnten die Heizungspumpen erneuern oder deren Einstellungen anpassen. Das schone das Klima und spare bares Geld. Bis zu 100 Euro pro Jahr könne der Hausbesitzer sparen, wenn die Heizungsanlage optimal laufe.

Rümmele: Hohes Potenzial der energetischen Sanierungen ausschöpfen

„Unterm Strich kann mit der Kampagne und am Ende auch mit einer energetischen Sanierung der Mehrwert einer Immobilie gesteigert werden“, weiß Rümmele. Der Energie-Check zeige auf, wie hoch das Potenzial für eine energetische Sanierung sei - das gelte es auszuschöpfen.

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