07.10.2010 | „Haus sanieren – profitieren“ wirft die Netze aus: bundesweite Zusammenarbeit

Kontakte durch Kampagnenarbeit – DBU organisiert Austausch mit Ziel Klimaschutz

Familie stößt auf saniertes Haus an
Im großen Netzwerk profitieren alle voneinander. Auch unterschiedliche Gewerke finden gemeinsame Anknüpfungspunkte in Sachen Klimaschutz.
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Osnabrück. Ein Netzwerk ist nur so gut wie seine Mitglieder - Klasse statt Masse lautet hier die Devise. Verbindungspunkte zwischen Beteiligten können vor allem beim Klimaschutz und bei der energetischen Haussanierung besonders wirkungsvoll sein. Deutschlandweit helfen Initiativen wie die „dena-Dialog regional“-Reihe, die bundesweite Klimaschutz- und Beratungskampagne „Haus sanieren – profitieren“  der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) oder auch Aktionen von Handwerkspartnern, Hausbesitzer für das Thema zu sensibilisieren.  „Es herrscht nach wie vor eine große Hemmschwelle für Ein- und Zweifamilienhausbesitzer, sich mit energetischer Gebäudesanierung auseinanderzusetzen“, weiß Stefan Rümmele, Projektleiter der DBU-Initiative. Über gezielte Beratung im Netzwerk habe nicht nur der Klimaschutz große Chancen, sondern auch die Beteiligten bauten ihren Erfolg aus.

Große Partner im Netzwerk: DBU und ZDH

„Haus sanieren – profitieren“ wird vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), den Fachverbänden aus den Bau- und Ausbaugewerken, von Handwerkskammern, Kreishandwerkerschaften und Innungen mitgetragen. Nach vier von fünf Jahren Kampagnenlaufzeit können inzwischen rund 11.000 extra geschulte Handwerker deutschlandweit nach Routinebesuchen bei Hausbesitzern den kostenlosen und Gewerke übergreifenden Energie-Check durchführen. Sie können so aufzeigen, wo das Haus Schwachstellen hat und wie der energetische Ist-Zustand des Hauses ist. Nach der Erstansprache über den Energie-Check empfiehlt die DBU eine ausführliche Beratung bei einem Energieberater.

Je größer das Netz, umso größer der Effekt im Klimaschutz

Dass sich die örtlichen Handwerker im Rahmen der Kampagne auch untereinander austauschen und gegenseitig weiter empfehlen, sei nur gewollt. „Wer die Initiative so für sich nutzt, kann am Ende mehr Aufträge für seine Firma herausholen und sich gleichzeitig für mehr Klimaschutz einsetzen“, betont Rümmele. Je größer das Netz, umso größer der Effekt: Hochgerechnet über die bisherige Laufzeit der Kampagne konnten rund 240.000 Tonnen des klimaschädigenden Kohlendioxids eingespart werden. Insgesamt flossen 1,86 Milliarden Euro an Investitionen in die Sanierung von  Gebäuden.

Netze
Große Fische im Netz: Die DBU-Beratungs- und Klimaschutzkampagne vergrößert ihr Netzwerk, um mehr Hauseigner für energetische Sanierungen zu sensibilisieren.

Schließen sich Gewerke zusammen, können Hauseigner bessere Qualität erwarten

Bänden sich viele Handwerksorganisationen, Verbände und Vereine in das aktive Geflecht ein, sei auch die gegenseitige Unterstützung umso größer, so Rümmele. Neben vielen Partnerfirmen greift auch das „Heinsberger Meisterteam“, ein Zusammenschluss aller Baugewerke unter einem Dach, diesen Gedanken auf und nutzt die Synergien. „Eine Haussanierung wird immer von mehreren Gewerken durchgeführt. Da ist es in jedem Fall sinnvoll, dass sich die unterschiedlichen Handwerker von vornherein zusammen schließen“, erklärt Axel Leroy vom Bau-Medien-Zentrum (BMZ) Düren. Der Hauseigentümer könne zudem vom Erst-Check über die Energieberatung bis zur Ausführung aus einer Hand betreut werden und eine bessere Qualität erwarten. „Wer in unterschiedlichen Gewerken netzwerkt, sucht systematisch die zielgerichtete Verbindung – ganz im Gegensatz zum beliebigen Vermehren von Kontakten“, sagt DBU-Projektleiter Rümmele. Dadurch vergrößerten sich die Vorteile.

Rümmele: Auf Veranstaltungen die Fäden weiter spinnen

Den Netzwerkgedanken weiter zu tragen und „an den Mann zu bringen“, ist Ziel der Kooperation während der ‚dena-Dialog regional’-Reihe. Im Fokus steht hier die Gebäudesanierung, wirkungsvoll und klimaschützend. Ein Anliegen, das viele Hausbesitzer beschäftigt. Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) und „Haus sanieren - profitieren“ nehmen sich gemeinsam der Thematik an und informieren über die Möglichkeiten energieeffizienten Sanierens. Stefan Rümmele: „Wir haben hier die Möglichkeit, uns nicht nur Hausbesitzern, sondern auch einem Fachpublikum zu präsentieren und damit die Möglichkeit, die Fäden weiter zu spinnen.“

Neue und große Synergien für die Zukunft mit bundesweiter Ausstrahlung

Die DBU-Klimaschutzinitiative habe mit der Zeit ihre Netzwerkaktivitäten immer breiter aufgestellt. Neue und größere Synergien sollen sich in Zukunft ergeben, um den Klima- und Ressourcenschutz in Gebäuden zu stärken. „Wir konzentrieren uns derzeit auf den Aufbau neuer Kontakte im kommunalen Klimaschutz. Der Trend geht in Richtung großes Netzwerk“, erklärt Rümmele. Banken, die Unternehmerfrauen des Handwerks, Bildungseinrichtungen mit großer Strahlkraft würden ebenso angesprochen wie Verbände und Interessensvertretungen, die bundesweit aufgestellt seien. „Unser Thema kann nicht an Kammergrenzen Halt machen“, fasst Rümmele zusammen. Netzwerken habe für die Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ eine zentrale Bedeutung. Deshalb kümmern sich vier „Netzwerker“ im Rahmen der Kampagne in Nord-, Ost-, Süd-, und Westdeutschland um die Kontaktpflege.