03.09.2008 | „Haus sanieren – profitieren“ heute in Schleswig-Holstein gestartet

Schirmherr Hay lobt Kampagne von DBU und Handwerk – Ökonomische und ökologische Vorteile

Gaben den offiziellen Start von "Haus sanieren - profitieren!" in Schleswig-Holstein bekannt: DBU-Abteilungsleiter Dr. Wulff Grimm, Handwerkskammerpräsident Carsten Jensen und Innenminister Lothar Hay (v.l.).
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Schirmherr Lothar Hay
Die Schirmherrschaft von "Haus sanieren - profitieren!" in Schleswig-Holstein hat Innenminister Lothar Hay übernommen.
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Projektleiter Martin Fellbaum
DBU-Projektleiter Martin Fellbaum erläutert Einzelheiten zur bundesweiten Kampagne "Haus sanieren - profitieren".
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Kiel. Für mehr Klimaschutz in Schleswig-Holstein: Ab sofort bieten die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU/Osnabrück) und das Handwerk mit ihrer Kampagne „Haus sanieren – profitieren!“ kostenlose Energie-Checks für Ein- und Zweifamilienhausbesitzer an. Schleswig-Holsteins Innenminister Lothar Hay ist überzeugt, dass das bundesweite Beratungsprogramm Früchte tragen wird. „Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt leistet damit einen wichtigen Beitrag, um das öffentliche Bewusstsein für einen sparsamen Umgang mit Energie weiter zu stärken.“ Heute feierte er als Schirmherr gemeinsam mit dem Präsidenten der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, Carsten Jensen, und DBU-Abteilungsleiter Dr. Wulf Grimm den Kampagnenstart. Nach einer Pilotphase 2007 breitet die DBU die Initiative Schritt für Schritt bundesweit aus. Insgesamt bieten bereits über 4.500 Betriebe aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hamburg den unverbindlichen Energie-Check an. In Schleswig-Holstein sind es zurzeit über 100 Handwerker.

Hausbesitzer verbrauchen mehr Energie in Deutschland als die Industrie

Ziel von „Haus sanieren – profitieren“ sei es, Hausbesitzer zu motivieren, ihre Immobilien fit für die Zukunft zu machen, betonte Grimm im Pressezimmer des Landtags. Schließlich würden sanierte Häuser Energie sparen und die Umwelt schonen. „Von den rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland sind etwa zwölf Millionen vor 1984 gebaut worden und zu großen Teilen sanierungsbedürftig. Es ist höchste Zeit, dass wir uns verstärkt um Gebäude im Bestand kümmern“, betonte er. Schon heute verbrauche eine Durchschnittsfamilie 80 Prozent ihrer Energie im Haushalt fürs Heizen – bei weiter steigenden Kosten. „Privathäuser verbrauchen sogar noch mehr Energie als die Industrie hierzulande“, so Grimm. Mit zusätzlichen Dämmungen, neuen Fenstern oder einer modernen Heizungsanlage ließe sich das ändern. Mit energiesparenden Maßnahmen könnten private Haushalte bundesweit jährlich bis zu 135.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Energie-Check als Einstiegsinstrument - Energieberatung folgt

Die Energie-Checks der Handwerksbetriebe können nach Ansicht von Minister Hay eine neutrale und ausführliche Fachberatung und Energieausweise nicht ersetzen, „sie sind aber für Eigentümer eine Initialzündung für weitere Überlegungen zur energetischen Modernisierung der eigenen vier Wände.“ Der Check vermittle als Einstieg ins Thema einen groben Eindruck über den Zustand des Hauses.

Ein Drittel der Wohnungen in Schleswig-Holstein wurden modernisiert

Die Voraussetzungen für einen Erfolg der Kampagne sind nach Hays Worten in Schleswig-Holstein gut. Neben den Angeboten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stelle die Landesregierung in ihrem eigenen Programm zur Wohnraumförderung Gelder für die Modernisierung zur Verfügung. Sparkassen, Banken, viele Energieberater und die Investitionsbank lieferten die passende Finanzierungsberatung. Nach Angaben des Ministers ist von den rund 1,4 Millionen Wohnungen in Schleswig-Holstein etwa ein Drittel bereits modernisiert. „Das ist kein schlechter Wert“, sagte Hay. Allerdings reiche er nicht aus, um die energiepolitischen Ziele zu erreichen. Besonders die Energiestandards müssten noch weiter verbessert werden. „Es gibt noch erhebliche Einsparpotentiale, die durch eine konsequente Modernisierung erschlossen werden müssen“, sagte der Minister.

Handwerk als kompetenter Partner für breite Ansprache

Das Handwerk sei ein kompetenter Partner für die breite Ansprache der Hausbesitzer. Mit der Kampagne könnten Handwerker Aufträge erhalten, Kundenbindungen festigen und Arbeitsplätze sichern. „Wir tun alle etwas für die Umwelt. Und geeignete Maßnahmen zur Energieeinsparung sind aus unserer Sicht sicherlich zunächst einmal das beste Mittel, um etwas für den Klimaschutz zu leisten“, betonte Jensen. Mit der direkten Ansprache der Hausbesitzer könnten Personen informiert werden, die durch die bisherigen Kampagnen nicht erreicht wurden. Bundesweit rechne die DBU mit über 20.000 Kooperationspartnern, so Grimm. Ein typisches DBU-Projekt: Die weltweit größte Umweltstiftung hat mit ihrer Förderung vor allem kleine und mittlere Unternehmen im Fokus.

"Gute Resonanz" auf Kampagne - Weitere Handwerkerschulungen geplant

Jensen lobte die „gute Resonanz“ bei den Handwerkern in der Vorbereitungsphase der neuen Kampagne: „Die ersten Handwerkerschulungen waren gut besucht. Die Aktion kommt beim Handwerker an“, erläuterte er. Besonders viele Schulungen haben vorm Auftakt die Kreishandwerkerschaften Stormarn und Nordfriesland-Nord und das Bildungszentrum der Handwerkskammer Lübeck angeboten. Die Handwerker stehen in den Startlöchern, um die kostenlosen Energie-Checks durchzuführen. Und die Zahl steigt: „In ganz Schleswig-Holstein werden weiter Schulungen zur Kampagne angeboten“, so Jensen. Interessierte Hausbesitzer finden DBU-Kooperationspartner in ihrer Nähe unter www.sanieren-profitieren.de.