15.11.2007 | „Haus sanieren – profitieren“ auf Baufachtagung

Kostenloser Energie-Check durch Handwerker – Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert

Beratungssituation
Der Energie-Check gibt einen Überblick über den energetischen Zustand der Immobilie.
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Hannover. „Zu viele Häuser in Deutschland verschwenden Energie und belasten das Klima. Sie sind nicht ausreichend gedämmt, haben alte Heizungen oder Fenster“, weiß Martin Fellbaum, Projektleiter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Das will die weltweit größte Umweltstiftung ändern und Hausbesitzer motivieren, ihre Gebäude fit für die Zukunft zu machen. Ab März plant die DBU im Rahmen ihrer Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ auch in der Region Hannover kostenlose Energie-Checks für Hausbesitzer anzubieten. Kooperationspartner ist das Handwerk. Einzelheiten zur Initiative stellt Fellbaum jetzt bei der 14. Baufachtagung im Congress Centrum Hannover vor. Gemeinsam mit Marlene Potthoff von der Klimaschutzagentur Region Hannover erläutert er am Freitag ab 14.30 Uhr diese und weitere Modernisierungskampagnen.

Zwölf Millionen Häuser in Deutschland sanierungsbedürftig - Initiativen in Region Hannover ergänzen sich

Fellbaum sieht die DBU-Initiative als Einstiegsmöglichkeit für Ein- und Zweifamilienhausbesitzer, um sich über energetische Gebäudesanierungen zu informieren. „Haus sanieren – profitieren“ könne bestehende Angebote wie die regionale Initiative „Gut beraten starten“ der Klimaschutzagentur ergänzen. „Wir ziehen mit unseren Angeboten an einem Strang: Wir wollen Hausbesitzer für das Thema sensibilisieren und bieten kostenlose Erstberatungen an“, weiß Potthoff. Von den rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland seien etwa zwölf Millionen vor 1984 gebaut worden und zu großen Teilen sanierungsbedürftig. „Es ist höchste Zeit, dass wir verstärkt Gebäude im Bestand sanieren“, betont Fellbaum. Schon heute verbrauche eine Durchschnittsfamilie 80 Prozent ihrer Energie im Haushalt fürs Heizen. Die Kosten dafür würden stetig steigen. „Privathäuser verbrauchen sogar noch mehr Energie als die Industrie hierzulande“, sagt Fellbaum.

Energie-Check gibt Überblick über Zustand des Hauses

„Der etwa zwanzig Minuten dauernde Energie-Check erlaubt es, einen ersten, systematischen Überblick über die Schwachpunkte des Hauses zu erstellen. Er kann keine Energieberatung ersetzen“, erläutert Dr. Franz-Peter Ahlers vom Zentrum für Umweltschutz der Handwerkskammer. Stattdessen soll er Hausbesitzer davon überzeugen, anstehende Modernisierungsmaßnahmen zu optimieren. „Haus sanieren – profitieren“ soll eine Beratungslücke schließen: „Bislang muss ein Hausbesitzer selbst aktiv werden, wenn er eine Energieberatung in Anspruch nehmen will“, erläutert Ahlers. Ab März könnten Handwerker nach Routinebesuchen beim Hausbesitzer Gutschein-Flyer für den Energie-Check abgeben. „Wenn etwa eine Dachpfanne vom Haus gefallen ist, kann der Geselle den Eigentümer auf das Beratungsangebot hinweisen“, betont Ahlers. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.sanieren-profitieren.de.