{"id":90698,"date":"2026-02-22T10:46:05","date_gmt":"2026-02-22T09:46:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20024-005\/"},"modified":"2026-02-22T10:46:06","modified_gmt":"2026-02-22T09:46:06","slug":"20024-005","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20024-005\/","title":{"rendered":"Nachhaltigere Ern\u00e4hrungssysteme durch akteursintegrierte Lebensmittelweitergabe gestalten \u2013 Eine Potentialabsch\u00e4tzung unter Ber\u00fccksichtigung \u00f6kologischer und sozio\u00f6konomischer Auswirkungen"},"content":{"rendered":"<p>Weltweit werden durch die privaten Haushalte, die Au\u00dfer-Haus-Verpflegung und den Lebensmitteleinzelhandel ca. 931 Mio. Tonnen Lebensmittelabf\u00e4lle verursacht (Forbes et al. 2021). Allein in Deutschland fallen j\u00e4hrlich 11 Mio. Tonnen Lebensmittelabf\u00e4lle an (Statistisches Bundesamt 2022), von denen die H\u00e4lfte vermeidbar ist (Schmidt et al. 2019). Dies f\u00fchrt zu einer Verschwendung der f\u00fcr die Produktion, Verarbeitung und Logistik ben\u00f6tigten Ressourcen. Insgesamt tr\u00e4gt das Ern\u00e4hrungssystem zu negativen Umweltauswirkungen wie Treibhausgas-Emissionen, Verlust der Biodiversit\u00e4t, Zerst\u00f6rung terrestrischer \u00d6kosysteme und Verschmutzung von Gew\u00e4ssern bei (FAO 2023a, LANUV 2023). Zugleich sind weltweit 2,4 Mrd. Menschen von Ern\u00e4hrungsunsicherheit und 735 Mio. Menschen von Hunger betroffen (FAO 2023b). In Deutschland betrifft materielle Ern\u00e4hrungsarmut ca. 3 Mio. Menschen (WBAE 2023). Vor diesem Hintergrund ist eine globale Transformation des Ern\u00e4hrungssystems dringend erforderlich (Willett et al. 2019). Um ein nachhaltigeres Ern\u00e4hrungssystem zu schaffen, ist es erforderlich, Lebensmittelabf\u00e4lle und die Pr\u00e4valenz der Ern\u00e4hrungsarmut zu reduzieren. Einen Ansatz daf\u00fcr bietet die Lebensmittelweitergabe \u00fcber verschiedene Unternehmen und Initiativen. Inzwischen hat sich ein diverser Markt an gewerblichen und nicht-gewerblichen Anbietern f\u00fcr die Lebensmittelweitergabe etabliert. Dabei ist zu unterscheiden, ob die Lebensmittelweitergabe allein der Reduzierung von Lebensmittelverschwendung (\u00f6kologische Auswirkungen) oder auch der Unterst\u00fctzung von einkommensschwachen Haushalten und Bed\u00fcrftigen (sozio\u00f6konomische Auswirkungen) dient. Die Beweggr\u00fcnde der Unternehmen und Initiativen k\u00f6nnen sich von den Beweggr\u00fcnden der Nutzer*innen unterscheiden. Ziel des Dissertationsvorhabens ist es, einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Ern\u00e4hrung und der Transformation des Ern\u00e4hrungssystems zu leisten. Dabei folgt das Projekt der Forschungsfrage \u201eWie kann die Lebensmittelweitergabe einen Beitrag f\u00fcr ein nachhaltigeres Ern\u00e4hrungssystem leisten?\u201c. In Ankn\u00fcpfung an das Drittmittelprojekt LeMiFair (Lebensmittel fairteilen statt verschwenden), das sich mit der Lebensmittelweitergabe \u00fcber Tafeln in Niedersachsen befasst hat, zielt das vorliegende Dissertationsvorhaben darauf ab, deutschlandweit Daten \u00fcber die Lebensmittelweitergabe durch verschiedene Lebensmittelweitergabesysteme zu erheben. Der Fokus liegt auf der Erhebung bislang fehlender empirischer Daten \u00fcber die \u00f6kologischen und sozio\u00f6konomischen Auswirkungen der Lebensmittelweitergabe. Das Dissertationsvorhaben umfasst vier Arbeitspakete (AP). Die Datenerhebung erfolgt in Form eines Mixed Methods Ansatzes. In AP1 ist ein Systematic Review geplant, das der Schaffung einer Datenbasis dient und Begriffe f\u00fcr das Dissertationsvorhaben definiert. Au\u00dferdem werden mithilfe des Systematic Reviews der Status Quo der bisherigen Forschungsergebnisse zum Thema Lebensmittelverschwendung und Lebensmittelweitergabe sowie Forschungsl\u00fccken aufgezeigt. In AP2 liegt der Fokus auf der Erhebung der Beweggr\u00fcnde f\u00fcr die Lebensmittelweitergabe aus Sicht der Anbieter*innen und Nutzer*innen. Das AP3 umfasst die Erhebung der Ern\u00e4hrungskompetenz und -versorgung von Tafelkund*innen als spezifische Zielgruppe. Es soll erhoben werden, welchen Einfluss gespendete Lebensmittel auf die Ern\u00e4hrung von Tafelkund*innen haben und welche Lebensmittelabf\u00e4lle in Haushalten von Tafelkund*innen anfallen. In AP4 werden die Umweltauswirkungen verschiedener Lebensmittelweitergabesysteme anhand einer \u00d6kobilanzierung ermittelt und Ressourceneinsparpotenziale identifiziert. Abschlie\u00dfend soll die Forschungsfrage anhand der erhobenen empirischen Daten beantwortet und aufgezeigt werden, unter welchen Voraussetzungen die Lebensmittelweitergabe zu einem nachhaltigeren Ern\u00e4hrungssystem beitragen kann und Lebensmittelverschwendung reduziert sowie die damit einhergehenden Umweltauswirkungen verringert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltweit werden durch die privaten Haushalte, die Au\u00dfer-Haus-Verpflegung und den Lebensmitteleinzelhandel ca. 931 Mio. Tonnen Lebensmittelabf\u00e4lle verursacht (Forbes et al. 2021). Allein in Deutschland fallen j\u00e4hrlich 11 Mio. Tonnen Lebensmittelabf\u00e4lle an (Statistisches Bundesamt 2022), von denen die H\u00e4lfte vermeidbar ist (Schmidt et al. 2019). 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