{"id":90689,"date":"2026-10-23T12:46:21","date_gmt":"2026-10-23T10:46:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20024-016\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:23","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:23","slug":"20024-016","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20024-016\/","title":{"rendered":"Neuartiger Provenienztest am Beispiel der Baumart Castanea sativa Mill. im Keimungs- und Etablierungsstadium und Entwicklung eines modellhaften Ansatzes zur Vorauswahl vielversprechender Provenienzen im Klimawandel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Die Geschwindigkeit der anthropogenen Klima\u00c3\u00a4nderungen macht eine \u00c3\u00a4hnlich schnelle Anpassung der W\u00c3\u00a4lder ohne menschliches Eingreifen unrealistisch (Aitken et al. 2008, Loarie et al. 2009, Pedlar et al. 2012, Hamann et al. 2015). Mitunter r\u00c3\u00bccken thermophile Baumarten aus trockeneren Naturr\u00c3\u00a4umen zunehmend in den Fokus der Diskussion um den Aufbau klimaresilienter W\u00c3\u00a4lder (Thom et al. 2017, Thurm et al. 2018, K\u00c3\u00b6lling &#038; Mette 2022). Dabei sollte die Suche nach geeigneten Optionen nicht auf die Artenebene beschr\u00c3\u00a4nkt bleiben: Insbesondere wenn \u00c3\u00bcber eine weite geographische Fl\u00c3\u00a4che und klimatische Amplitude voneinander differenzierte \u00c3\u2013kotypen innerhalb einer Art existieren, die sich in Anpassung an die vorherrschenden Umweltbedingungen entwickelt haben, kann die gezielte Einbringung bestimmter Provenienzen ein probates Mittel sein, um negative Auswirkungen des Klimawandels auf die W\u00c3\u00a4lder abzumildern (Aitken et al. 2008, Sgr\u00c3\u00b2 et al. 2011).<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Esskastanie wird vielfach als geeignete Baumart im Klimawandel artikuliert (K\u00c3\u00b6lling 2007, Bachmann et al. 2009, Schmiedinger et al. 2009, Thurm et al. 2018, Thurm &#038; Heitz 2018, L\u00c3\u00bcpke et al. 2018, Liesebach et al. 2021, Avila et al. 2021, K\u00c3\u00b6lling &#038; Mette 2022, Asche &#038; Stromberg 2023, Wessely et al. 2024). Mit ihrem nat\u00c3\u00bcrlichen Verbreitungsschwerpunkt in S\u00c3\u00bcd- und S\u00c3\u00bcdosteuropa, ist sie in Deutschland als Arch\u00c3\u00a4ophyt eine bislang weitestgehend seltene Baumart (Aas 2018, Liesebach et al 2019). Die Ursprungsorte der Vorkommen hierzulande sind in der Regel unbekannt (Schiffer 2002, Schmiedinger et al. 2009, BLE 2022). Anzunehmen ist, dass diese oft von ehemaligen Kulturformen abstammen (Faust &#038; Fussi 2018). Gleichzeitig geht aus der Literatur hervor, dass innerhalb des nat\u00c3\u00bcrlichen Verbreitungsgebiets der Esskastanie mehrere \u00c3\u2013kotypen unterschieden werden k\u00c3\u00b6nnen, die unter sehr verschiedenen Klimabedingungen vorkommen (Bottacci 1998, M\u00c3\u00adguez-Soto et al. 2019, Alcaide et al. 2019, Castellana et al. 2021). Vor diesem Hintergrund besteht eine Wissensl\u00c3\u00bccke, welche Provenienzen f\u00c3\u00bcr den Anbau auf bestimmten Standorten im Klimawandel besser geeignet sind als andere.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Herk\u00c3\u00b6mmliche Herkunftsversuche testen eine Vielzahl von Herk\u00c3\u00bcnften auf einer Vielzahl von Standorten \u00c3\u00bcber mindestens ein Jahrzehnt (Liesebach et al. 2021). Die Vorauswahl von Herk\u00c3\u00bcnften soll mithilfe eines systematischen Ansatzes rationalisiert und die Testphase durch gezielte Untersuchungen in der Keimungs- und Etablierungsphase abgek\u00c3\u00bcrzt werden. Der Fokus auf die fr\u00c3\u00bche Lebensphase erlaubt den Einbezug einer gro\u00c3\u0178en Stichprobe auf verh\u00c3\u00a4ltnism\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ig kleiner Fl\u00c3\u00a4che sowie statistisch auswertbare Ergebnisse schon nach ein bis zwei Vegetationsperioden. Die prinzipielle M\u00c3\u00b6glichkeit bereits in jungen Stadien anhand bestimmter Merkmale R\u00c3\u00bcckschl\u00c3\u00bcsse auf das Wuchsverhalten in sp\u00c3\u00a4teren Stadien ziehen zu k\u00c3\u00b6nnen, ist von Fr\u00c3\u00bchtests bekannt (Ceulemans 1989, Spindler 1990, Wagner 1992, 1993).<\/p>\n<p>Ziel des Forschungsvorhabens ist daher die Entwicklung eines neuartigen Provenienztests sowie eines modellhaften Ansatzes zur Auswahl vielversprechender forstlicher Herk\u00c3\u00bcnfte im Klimawandel am Beispiel der Baumart Esskastanie (<em>Castanea sativa<\/em> Mill.).\u00c2\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Grundlage bildet Saatgut aus sechs Erntebest\u00c3\u00a4nden vom Herbst 2024: Khino (Georgien, Kleiner Kaukasus, indigen), Satsire (Georgien, Westlicher Kaukasus, indigen), Dzibakhevi (Georgien, Zentraler Kaukasus, indigen), Prun\u00c3\u00a9t (Frankreich, Ard\u00c3\u00a8che, indigen), Tharandt (Deutschland, Erzgebirgsvorland, gebietsfremd) und Roitzsch (Deutschland, D\u00c3\u00bcbener Heide, gebietsfremd).<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschwindigkeit der anthropogenen Klima\u00c3\u00a4nderungen macht eine \u00c3\u00a4hnlich schnelle Anpassung der W\u00c3\u00a4lder ohne menschliches Eingreifen unrealistisch (Aitken et al. 2008, Loarie et al. 2009, Pedlar et al. 2012, Hamann et al. 2015). 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