{"id":58100,"date":"2026-02-09T10:46:22","date_gmt":"2026-02-09T09:46:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20023-022\/"},"modified":"2026-02-09T10:46:26","modified_gmt":"2026-02-09T09:46:26","slug":"20023-022","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20023-022\/","title":{"rendered":"Die nachhaltige vegane Proteinquelle der Zukunft &#8211; Prozessoptimierung und Modellierung des submersen Wachstums von Speisepilzen im R\u00fchrkesselbioreaktor auf Reststoffstr\u00f6men"},"content":{"rendered":"<p>Bereits heute mangelt es der stetig wachsenden Weltbev\u00f6lkerung in einigen Regionen der Erde an ausreichend Protein f\u00fcr eine ausgewogene Ern\u00e4hrung. Die Produktion von Fleisch, Deutschlands prim\u00e4rer Proteinquelle, ist mit einer Vielzahl negativer Konsequenzen f\u00fcr die Umwelt, das Klima und dem Wohlergehen der Tiere verbunden. Es wird festgestellt, dass hierzulande der Anteil an Vegetariern und Veganern in der Gesellschaft und somit die Nachfrage nach alternativen Proteinquellen immer weiter steigt. Pilze stellen hierf\u00fcr eine vielversprechende Proteinquelle dar, da sie einem hohen Proteinanteil von bis zu 40 % der Trockensubstanz inklusive aller 9 essentiellen Aminos\u00e4uren aufweisen und neben einer allgemein gesunden Zusammensetzung ebenfalls einen herzhaften Geschmack haben. Ihre F\u00e4higkeit auf zahlreichen Reststoffen der Agrar- und Lebensmittelindustrie zu wachsen, erm\u00f6glicht eine besonders nachhaltige und ressourcenschonende Produktion. Die Fruchtk\u00f6rperbildung auf festen Oberfl\u00e4chen kann ab dem Beimpfen allerdings bis zu mehreren Monaten dauern und die Umweltbedingungen m\u00fcssen je nach Wachstumsphase individuell angepasst werden. Eine Alternative mit viel Potenzial stellt die submerse Kultivierung dar, bei welcher Pilzbiomasse in Form des Myzels in einem Bioreaktor unter reproduzierbaren Bedingungen in k\u00fcrzerer Zeit produziert wird. F\u00fcr eine industrielle Umsetzung bedarf es hier jedoch noch weiter Forschung, um die Produktivit\u00e4t zu steigern und Schwankungen zu charakterisieren.<\/p>\n<p>Ziel dieser Doktorarbeit ist daher Etablierung und Modellierung eines solchen Prozesses zur nachhaltigen Produktion von proteinreicher Biomasse mittels submerser Kultivierung von Speisepilzen auf Reststoffen der Lebensmittelindustrie. Ausgegangen wird von einer Charakterisierung und Auswahl eines geeigneten Pilz-Stammes, welcher einen hohen Proteinanteil mit guter Zusammensetzung sowie einem schnellen submersen Wachstum auf dem ausgew\u00e4hlten Reststoff aufweisen sollte. Basierend auf einer Literaturrecherche sollen 4 Pilzst\u00e4mme<em>\u00a0<\/em>untersucht werden.\u00a0 Parallel dazu sollen Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie als nachhaltiges Substrat f\u00fcr den Pilz charakterisiert werden. F\u00fcr einen ausgew\u00e4hlten Pilz soll dann ein chemisch definiertes Medium, welches ein gutes Wachstum sowie die Nachverfolgung des Verbrauchs der C- und N-Quelle erm\u00f6glicht in Sch\u00fcttelkolben designt werden. Anschlie\u00dfend wird das Wachstum im Bioreaktor charakterisiert mit Hauptaugenmerk auf die Prozessf\u00fchrungsstrategie optimiert. Bei der Prozessoptimierung und Auslegung der weiteren Schritte soll ein Modell des Wachstums, welches von einer st\u00f6chiometrischen Bilanzierung und den Daten der Biomassebildung sowie dem Substratverbrauch ausgeht, erstellt und dazu genutzt werden, die Prozessoptimierung auszulegen. Final soll mit den gewonnenen experimentellen sowie modellierten Daten ein Prozess zur Proteingewinnung im industriellen Ma\u00dfstab simuliert und final optimiert werden.<\/p>\n<p>Die in dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnisse bez\u00fcglich der submersen Kultivierung von Speisepilzen auf Reststoffen zu Gewinnung proteinreicher Biomasse wurden in dieser Form noch nicht erhoben und k\u00f6nnen einen wesentlichen Teil dazu beitragen, diese Technologie im gro\u00dftechnischem Ma\u00dfstab umzusetzen. Damit hat diese Arbeit ein gro\u00dfen Potenzial, die industriellen Produktion n\u00e4hr- und schmackhafter alternativer Proteinquellen voranzubringen und somit den Konsum und die Produktion von Fleisch und damit verbundenen negativen Konsequenzen f\u00fcr Klima und Umwelt zu reduzieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits heute mangelt es der stetig wachsenden Weltbev\u00f6lkerung in einigen Regionen der Erde an ausreichend Protein f\u00fcr eine ausgewogene Ern\u00e4hrung. Die Produktion von Fleisch, Deutschlands prim\u00e4rer Proteinquelle, ist mit einer Vielzahl negativer Konsequenzen f\u00fcr die Umwelt, das Klima und dem Wohlergehen der Tiere verbunden. 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