{"id":58099,"date":"2026-02-11T10:46:20","date_gmt":"2026-02-11T09:46:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20023-023\/"},"modified":"2026-02-11T10:46:24","modified_gmt":"2026-02-11T09:46:24","slug":"20023-023","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20023-023\/","title":{"rendered":"Die Bedeutung der Habitatqualit\u00e4t im Gew\u00e4sser und an Land f\u00fcr den Schutz von Libellen"},"content":{"rendered":"<p>Die Vereinten Nationen haben sich mit der Dekade der \u00d6kosystemwiederherstellung bis 2030 das Ziel gesetzt, die Degradierung von \u00d6kosystemen aufzuhalten und diese wiederherzustellen. In diesem Zusammenhang hat die fortschreitende Urbanisierung wesentlich zum Verlust sowie der Modifikation von Lebensr\u00e4umen beigetragen und zum R\u00fcckgang der biologischen Vielfalt gef\u00fchrt. Insbesondere die mit S\u00fc\u00dfwasserlebensr\u00e4umen assoziierte Biodiversit\u00e4t ist durch anthropogene Ver\u00e4nderungen der Flussdynamik und von St\u00e4dten ausgehende Stressoren zur\u00fcckgegangen. Von Verbesserungen der Habitatqualit\u00e4t an aquatisch-terrestrischen Schnittstellen k\u00f6nnten vor allem Organismen mit komplexem Lebenszyklus profitieren, so auch Libellen.<\/p>\n<p>Durch die Larvenentwicklung im Wasser und das adulte Leben an Land sind Libellen sowohl von den Auswirkungen der Urbanisierung auf das Gew\u00e4sser als auch auf die umgebende Landschaft betroffen. Dabei sind nur 54 % der in Deutschland vorkommenden Libellenarten ungef\u00e4hrdet. Obwohl Libellen h\u00e4ufig als Indikatororganismen verwendet werden, ist das Wissen \u00fcber ihre Hauptgef\u00e4hrdungsursachen \u2013 aquatische und terrestrische Habitatqualit\u00e4t \u2013 noch l\u00fcckenhaft. Zudem stammen die meisten Erkenntnisse \u00fcber Libellengemeinschaften von Stillgew\u00e4ssern, w\u00e4hrend spezialisierte Flie\u00dfgew\u00e4sserarten st\u00e4rker von Urbanisierungseinfl\u00fcssen betroffen sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Das Promotionsvorhaben wird das Zusammenwirken von aquatischen Gew\u00e4sserstrukturen und terrestrischer Lebensraumqualit\u00e4t f\u00fcr den Schutz von Libellen an Flie\u00dfgew\u00e4ssern untersuchen. In Freilanduntersuchungen soll zwischen der Attraktivit\u00e4t eines Gew\u00e4ssers f\u00fcr adulte Libellen (Anwesenheit, Reproduktion) und seiner Eignung f\u00fcr eine erfolgreiche Larvenentwicklung unterschieden werden. Weiterf\u00fchrend werden die Nahrungsbeziehungen ausgew\u00e4hlter Libellenarten n\u00e4her in den Blick genommen, wobei Habitatgeneralisten mit spezialisierten Flie\u00dfgew\u00e4sserarten verglichen werden. Hierf\u00fcr wird das Metabarcoding von Kotproben der Libellen als taxonomisch hochaufl\u00f6sende und nicht-invasive Methode erstmalig im Naturschutzkontext eingesetzt. Ein weiterer Fokus liegt auf der lokalen Wanderungsdynamik von Libellen zwischen st\u00e4dtisch und l\u00e4ndlich gepr\u00e4gten Wasserk\u00f6rpern. Mit der Fang-Wiederfang-Methode kann die Vernetzung von Libellenpopulationen zwischen den unterschiedlichen Standorten in Abh\u00e4ngigkeit von der Lebensraumqualit\u00e4t im Wasser sowie an Land n\u00e4her beleuchtet werden.<\/p>\n<p>Das Promotionsvorhaben soll dazu beitragen, die Rolle aquatischer und terrestrischer Habitateigenschaften f\u00fcr den Schutz von stabilen und vielf\u00e4ltigen Libellengemeinschaften besser zu verstehen. Ziel ist es, Empfehlungen zur Optimierung anthropogen beeinflusster Flie\u00dfgew\u00e4sser\u00f6kosysteme zu erarbeiten. Auch in St\u00e4dten k\u00f6nnten lokal angepasste Aufwertungsma\u00dfnahmen in und entlang von Flie\u00dfgew\u00e4ssern zu qualitativ hochwertigen Lebensr\u00e4umen f\u00fcr Libellengemeinschaften f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vereinten Nationen haben sich mit der Dekade der \u00d6kosystemwiederherstellung bis 2030 das Ziel gesetzt, die Degradierung von \u00d6kosystemen aufzuhalten und diese wiederherzustellen. In diesem Zusammenhang hat die fortschreitende Urbanisierung wesentlich zum Verlust sowie der Modifikation von Lebensr\u00e4umen beigetragen und zum R\u00fcckgang der biologischen Vielfalt gef\u00fchrt. 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