{"id":58094,"date":"2026-03-31T10:46:07","date_gmt":"2026-03-31T08:46:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20023-028\/"},"modified":"2026-03-31T10:46:07","modified_gmt":"2026-03-31T08:46:07","slug":"20023-028","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20023-028\/","title":{"rendered":"Say on Climate &#8211; Aktion\u00e4rsbeschl\u00fcsse in Klimafragen de lege lata und de lege ferenda"},"content":{"rendered":"<p>Der Begriff des \u201eSay on Climate\u201c bezeichnet eine Initiative von Verm\u00f6gensverwaltern und institutionellen Investoren wie BlackRock und Vanguard, die eine st\u00e4rkere Beteiligung der Aktion\u00e4re zu Fragen des Klimaschutzes fordern. Insbesondere fordern die Aktion\u00e4re eine Mitwirkung an der grunds\u00e4tzlichen Klimaschutzstrategie der Gesellschaft. Erste Erfolge k\u00f6nnen unter dieser Flagge gef\u00fchrte aktivistische Kampagnen bereits vorweisen: Drei Mitglieder des Verwaltungsrats des Erd\u00f6lkonzerns ExxonMobil wurden 2021 aufgrund fehlen-der Kompetenz in Klimaschutzfragen abgew\u00e4hlt. Auch in Deutschland fassen sog. Say on Climate-Beschl\u00fcsse langsam Fu\u00df: Das b\u00f6rsennotierte bayerische Chemieunternehmen Alzchem Group AG befragte auf Initiative des Vorstands im Mai 2023 ihre Aktion\u00e4re zu einem \u201eKlimafahrplan\u201c des Vorstands, welcher die Emissionsneutralit\u00e4t bis zum Jahre 2033 vorsieht. Dem folgte im April 2024 das D\u00fcsseldorfer Maschinenbauunternehmen GEA Group AG mit einem Votum \u00fcber den &#8220;Klimaplan 2040&#8221;.<\/p>\n<p>Wurde in diesen F\u00e4llen die Beteiligung der Aktion\u00e4re vom Vorstand initiiert, so stellt sich aus rechtlicher Sicht die Frage, ob Aktion\u00e4re sich nach dem geltenden Aktienrecht auch ohne vorausgegangene Initiative des Vorstands und ggf. sogar gegen dessen Willen an Klimafragen beteiligen k\u00f6nnen. Die rechtliche Ausgangslage erscheint ebenso eindeutig wie unzureichend: Aktion\u00e4ren deutscher Aktiengesellschaften scheint in Fragen des Klimaschutzes keine selbstst\u00e4ndige rechtliche Beteiligungsm\u00f6glichkeit zu zustehen.<\/p>\n<p>Das Dissertationsvorhaben nimmt die Entwicklung um die Say on Climate-Initiative zum Anlass, um die hiervon ausgehenden marktwirtschaftlichen Impulse, den regulatorischen Rahmen sowie die gesellschaftsrechtlichen Implikationen der Forderung nach st\u00e4rkerer Aktion\u00e4rsbeteiligung zu untersuchen. Zudem wird die defizit\u00e4r erscheinende derzeitige rechtliche Situation des deutschen Aktienrechts umfassend dahingehend analysiert, ob eine rechtliche M\u00f6glichkeit der Aktion\u00e4re zur Beteiligung in Klimafragen besteht. In einem zweiten Schritt wird eine L\u00f6sung pr\u00e4sentiert, die eine rechtssichere Beteiligungsm\u00f6glichkeit der Aktion\u00e4re in Klimafragen de lege ferenda garantiert; der zu erarbeitende Vorschlag soll dem Mehrwert einer Aktion\u00e4rsbeteiligung zur Realisierung verhelfen, gleichzeitig aber nur minimalinvasiv in die fein austarierte Machtbalance zwischen Vorstand und Aktion\u00e4ren eingreifen.<\/p>\n<p>Die Arbeit vereinigt daher das Marktbed\u00fcrfnis nach einer verst\u00e4rkten Beteiligung der Aktion\u00e4re in Klimafragen des Unternehmens mit einer behutsamen \u00d6ffnung der rechtlichen M\u00f6glichkeiten des Aktiengesetzes in Klimafragen. Zwar erscheint ein solcher Spagat im Lichte des bisherigen Kompetenzgef\u00fcge des Aktienrechts schwierig. Gleichzeitig scheint eine solche Regulierung des Gesellschaftsrechts aber einen alternativen, gleichwohl vielversprechenden Ansatz f\u00fcr Klimaschutzbestrebungen durch Gesetzgebung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>N\u00e4heres hierzu bereits vorab nachzulesen bei\u00a0<em>K\u00fchle,<\/em>\u00a0NZG 2023, 1583-1590.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Begriff des \u201eSay on Climate\u201c bezeichnet eine Initiative von Verm\u00f6gensverwaltern und institutionellen Investoren wie BlackRock und Vanguard, die eine st\u00e4rkere Beteiligung der Aktion\u00e4re zu Fragen des Klimaschutzes fordern. Insbesondere fordern die Aktion\u00e4re eine Mitwirkung an der grunds\u00e4tzlichen Klimaschutzstrategie der Gesellschaft. Erste Erfolge k\u00f6nnen unter dieser Flagge gef\u00fchrte aktivistische Kampagnen bereits vorweisen: Drei Mitglieder des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-58094","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20023\/028","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"K\u00fchle","dbu_stipendiaten_vorname":"Maximilian","dbu_stipendiaten_titel":"","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2023-12-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2025-04-30 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Universit\u00e4t Augsburg<br>Juristische Fakult\u00e4t<br>Lehrstuhl f\u00fcr B\u00fcrgerliches Recht, Internationales","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Leonhard H\u00fcbner","dbu_stipendiaten_email_dienst":"maximilian.kuehle@gmail.com"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/58094","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/58094\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58094"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=58094"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=58094"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}