{"id":58090,"date":"2026-03-15T10:46:06","date_gmt":"2026-03-15T09:46:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20023-032\/"},"modified":"2026-03-15T10:46:07","modified_gmt":"2026-03-15T09:46:07","slug":"20023-032","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20023-032\/","title":{"rendered":"Modellierung des Einflusses alternativer Wiederaufforstungsszenarien auf den N\u00e4hrstoffexport und die Wasserqualit\u00e4t nach dem d\u00fcrrebedingten Waldsterben im Harz"},"content":{"rendered":"<p>Der Klimawandel und die damit einhergehenden Umweltver\u00e4nderungen stellen eine gewaltige Bedrohung f\u00fcr die derzeit vorherrschenden Waldbest\u00e4nde dar, wobei im bundesweiten Vergleich die Mittelgebirgsregionen mit hohem Anteil an Fichten-Monokulturen, wie dem Harz, die h\u00f6chsten forstlichen Sch\u00e4den verzeichnen. Nach derzeitigem Stand sind etwa 75% der Fichten im Harz abgestorben mit teils drastischen Folgen f\u00fcr die N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge und Trinkwasserqualit\u00e4t in den Talsperren. F\u00fcr die Harzregion werden deshalb verschiedene Szenarien der Wiederaufforstung von Schadfl\u00e4chen diskutiert, z.B. Wiederaufforstung mit Nadelholz-Monokulturen, Wiederaufforstung durch Mischwald oder Selbst\u00fcberlassung der abgestorbenen Waldfl\u00e4chen mit anschlie\u00dfender Sukzession. Dabei ist ungewiss, wie sich die Entwicklung neuer Waldgemeinschaften auf Bodenn\u00e4hrstoffbilanzen und N\u00e4hrstoffaustr\u00e4ge auswirken. Abh\u00e4ngig von den Flie\u00dfpfaden, die das Bodenwasser mit Grund- und Oberfl\u00e4chenwasser verbinden, beeinflusst der Bodenn\u00e4hrstoffhaushalt des Waldes auch die Qualit\u00e4t wichtiger Wasserressourcen zur Trinkwassergewinnung. Das geplante Forschungsprojekt adressiert die Schnittstelle zwischen Waldentwicklung, Bodenn\u00e4hrstoffdynamiken und Gew\u00e4sserqualit\u00e4t und besitzt somit gro\u00dfe Relevanz f\u00fcr praktische Ma\u00dfnahmen zur Waldbewirtschaftung. Infolgedessen ist eine fundierte Vernetzung verschiedener Wissenschaftsbereiche am UFZ und anderer wissenschaftlicher Institute sowie Praxispartner in der Harzregion vorgesehen. Dabei ist besonders das Forstamt Oberharz des Landes Sachsen-Anhalt und der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt hervorzustellen. Zur Bestimmung der N\u00e4hrstoffaustr\u00e4ge unter verschiedenen Aufforstungsszenarien beinhaltet das Forschungsvorhaben einen individuen-basierten r\u00e4umlich-expliziten Modellansatz mit Simulation der Waldentwicklung und Bodenn\u00e4hrstoffdynamiken aufgeforsteter Waldgebiete. Im Zuge dessen soll das Waldwachstumsmodell FORMIND an drei Versuchsstandorten im Ostharz an das Bodenmodell Jena Soil Model gekoppelt werden. Das gekoppelte Modellsystem erlaubt dann die gleichzeitige Bewertung der Waldentwicklung und der\u00a0Bodenn\u00e4hrstoffdynamik. Die simulierten Modellergebnisse sollen mit Messdaten von allen Versuchsfl\u00e4chen in Bezug auf die Bodenn\u00e4hrstoffbilanzen validiert werden. Ein Ziel dieses Forschungsvorhabens besteht darin Szenarienanalysen f\u00fcr verschiedene Klima- und Waldbewirtschaftungsszenarien durchzuf\u00fchren. Mit diesen Szenarien sollen als Endprodukt des Projekts die Auswirkungen verschiedener Aufforstungsstrategien auf die Entwicklung von forstlicher Produktivit\u00e4t, Bodenn\u00e4hrstoffbilanzen und N\u00e4hrstoffaustr\u00e4gen durch oberirdischen und unterirdischen Abfluss (gel\u00f6ste N und P Verbindungen sowie DOM) bis 2070 untersucht werden.\u00a0<\/p>\n<p>Erste Ergebnisse des Promotionsvorhabens weisen darauf hin, dass die Waldkalamit\u00e4ten von 2018 &#8211; 2023 haupts\u00e4chlich zu einer kurzfristigen Erh\u00f6hung der Stickstoffaustr\u00e4ge f\u00fchrte w\u00e4hrend die Kohlenstoff- und Phosphoraustr\u00e4ge kaum beeintr\u00e4chtigt wurden. Entscheidende Prozesse waren hierbei der erh\u00f6hte Streufall, die erh\u00f6hte Net-Mineralisierung sowie die verringerte Pflanzenaufnahme in Kombination mit hoher Mobilit\u00e4t des anorganischen Stickstoffs in der Bodenl\u00f6sung. Durch die Simulation von verschiedenen Wiederaufforstungsszenarien konnte vor Allem die Pflanzenaufnahme und der Stickstoffbedarf des jeweiligen Waldbestands als entscheidender regulatorischer Faktor identifiziert werden, durch welchen die Stickstoffaustr\u00e4ge deutlich verringert werden konnten. Waldfl\u00e4chen mit schnell wachsenden Baumarten und hohem N\u00e4hrstoffbedarf wiesen infolge dessen auch die geringsten Stickstoffaustr\u00e4ge auf.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Klimawandel und die damit einhergehenden Umweltver\u00e4nderungen stellen eine gewaltige Bedrohung f\u00fcr die derzeit vorherrschenden Waldbest\u00e4nde dar, wobei im bundesweiten Vergleich die Mittelgebirgsregionen mit hohem Anteil an Fichten-Monokulturen, wie dem Harz, die h\u00f6chsten forstlichen Sch\u00e4den verzeichnen. 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