{"id":58085,"date":"2026-03-17T10:46:07","date_gmt":"2026-03-17T09:46:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20023-037\/"},"modified":"2026-03-17T10:46:07","modified_gmt":"2026-03-17T09:46:07","slug":"20023-037","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20023-037\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines \u00f6koeffizienten Prozesses f\u00fcr das enzymatische Textilrecycling auf der Basis von Pilzbiotechnologie"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr Textilen gibt es aktuell kein funktionales Recyclingverfahren, weswegen weggeworfene Fasern, Gewebe und Kleidung hauts\u00e4chlich deponiert werden. Zum Beispiel enden in der EU von den weggeworfenen 11 kg Textilen pro Jahr und Einwohner ca. 87% auf M\u00fcllhalden irgendwo in der Welt oder im etwas besseren Fall in Verbrennungsanlagen. Neben der CO<sub>2<\/sub>-intensiven Produktion macht dies Textilien zu einem massiven, aber untersch\u00e4tzten Klima- und Umweltproblem.<\/p>\n<p>Der Fasermarkt und damit Textilien an sich setzen sich dabei haupts\u00e4chlich aus zwei Stoffen zusammen: Polyester (54%, 61 Mt) und Baumwolle (22%, 25 Mt). Ersteres wird gr\u00f6\u00dftenteils aus fossilen Rohstoffen hergestellt und nur zu 15% aus alten Polyethylenterephthalat (PET)-Flaschen recycelt. Das Faser-zu-Faser-Recycling wird kaum bzw. nicht praktiziert, besonders weil herk\u00f6mmliche Verfahren wie (thermo-)mechanisches oder chemisches Recycling zu starken Verlusten der Materialqualit\u00e4t und\/oder zu hohen Nebenproduktbildungen f\u00fchren. Deswegen r\u00fccken enzymatische Prozesse, bei welchen einzelne Polymerarten selektiv bei milden Bedingungen zu ihren Monomerbausteinen abgebaut und im Anschluss in gleicher Qualit\u00e4t wiederhergestellt werden, st\u00e4rker in den Fokus der Forschung. Das Problem solcher biologischer Recyclingverfahren ist die effiziente Herstellung der n\u00f6tigen Enzyme.<\/p>\n<p>Deswegen wird in diesem Projekt ein pilzbiotechnologischer Prozess f\u00fcr Textilrecycling vorgeschlagen, bei dem gentechnisch-ver\u00e4nderte Trichoderma reesei-St\u00e4mme Baumwolle als Substrat nutzen, um optimierte Cutinasen f\u00fcr den selektiven Polyester-Abbau zu produzieren. Hierbei sollen die Feststofffermentation im Submersverfahren mit der Solid State Fermentation, die bez\u00fcglich Energieeffizienz, Produktivit\u00e4t und Wasserverbrauch \u00e4u\u00dferst vorteilhaft sein kann, verglichen werden. Basierend auf einer softwaregest\u00fctzten \u00d6koeffizienzanalyse soll das beste Verfahren ausgew\u00e4hlt und in den Literma\u00dfstab \u00fcbertragen werden. Die gewonnen rekombinanten Enzyme sollen f\u00fcr enzymatische Abbaureaktionen von verschiedenen polyesterhaltigen Geweben genutzt werden, deren Abbauprodukte zu neuem PET synthetisiert und damit zu neuen Fasern und Textilien weiterverarbeitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Textilen gibt es aktuell kein funktionales Recyclingverfahren, weswegen weggeworfene Fasern, Gewebe und Kleidung hauts\u00e4chlich deponiert werden. Zum Beispiel enden in der EU von den weggeworfenen 11 kg Textilen pro Jahr und Einwohner ca. 87% auf M\u00fcllhalden irgendwo in der Welt oder im etwas besseren Fall in Verbrennungsanlagen. 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