{"id":58085,"date":"2026-10-23T12:46:25","date_gmt":"2026-10-23T10:46:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20023-037\/"},"modified":"2026-10-23T12:46:27","modified_gmt":"2026-10-23T10:46:27","slug":"20023-037","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20023-037\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines \u00c3\u00b6koeffizienten Prozesses f\u00c3\u00bcr das enzymatische Textilrecycling auf der Basis von Pilzbiotechnologie"},"content":{"rendered":"<p>F\u00c3\u00bcr Textilen gibt es aktuell kein funktionales Recyclingverfahren, weswegen weggeworfene Fasern, Gewebe und Kleidung hauts\u00c3\u00a4chlich deponiert werden. Zum Beispiel enden in der EU von den weggeworfenen 11 kg Textilen pro Jahr und Einwohner ca. 87% auf M\u00c3\u00bcllhalden irgendwo in der Welt oder im etwas besseren Fall in Verbrennungsanlagen. Neben der CO<sub>2<\/sub>-intensiven Produktion macht dies Textilien zu einem massiven, aber untersch\u00c3\u00a4tzten Klima- und Umweltproblem.<\/p>\n<p>Der Fasermarkt und damit Textilien an sich setzen sich dabei haupts\u00c3\u00a4chlich aus zwei Stoffen zusammen: Polyester (54%, 61 Mt) und Baumwolle (22%, 25 Mt). Ersteres wird gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178tenteils aus fossilen Rohstoffen hergestellt und nur zu 15% aus alten Polyethylenterephthalat (PET)-Flaschen recycelt. Das Faser-zu-Faser-Recycling wird kaum bzw. nicht praktiziert, besonders weil herk\u00c3\u00b6mmliche Verfahren wie (thermo-)mechanisches oder chemisches Recycling zu starken Verlusten der Materialqualit\u00c3\u00a4t und\/oder zu hohen Nebenproduktbildungen f\u00c3\u00bchren. Deswegen r\u00c3\u00bccken enzymatische Prozesse, bei welchen einzelne Polymerarten selektiv bei milden Bedingungen zu ihren Monomerbausteinen abgebaut und im Anschluss in gleicher Qualit\u00c3\u00a4t wiederhergestellt werden, st\u00c3\u00a4rker in den Fokus der Forschung. Das Problem solcher biologischer Recyclingverfahren ist die effiziente Herstellung der n\u00c3\u00b6tigen Enzyme.<\/p>\n<p>Deswegen wird in diesem Projekt ein pilzbiotechnologischer Prozess f\u00c3\u00bcr Textilrecycling vorgeschlagen, bei dem gentechnisch-ver\u00c3\u00a4nderte Trichoderma reesei-St\u00c3\u00a4mme Baumwolle als Substrat nutzen, um optimierte Cutinasen f\u00c3\u00bcr den selektiven Polyester-Abbau zu produzieren. Hierbei sollen die Feststofffermentation im Submersverfahren mit der Solid State Fermentation, die bez\u00c3\u00bcglich Energieeffizienz, Produktivit\u00c3\u00a4t und Wasserverbrauch \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178erst vorteilhaft sein kann, verglichen werden. Basierend auf einer softwaregest\u00c3\u00bctzten \u00c3\u2013koeffizienzanalyse soll das beste Verfahren ausgew\u00c3\u00a4hlt und in den Literma\u00c3\u0178stab \u00c3\u00bcbertragen werden. Die gewonnen rekombinanten Enzyme sollen f\u00c3\u00bcr enzymatische Abbaureaktionen von verschiedenen polyesterhaltigen Geweben genutzt werden, deren Abbauprodukte zu neuem PET synthetisiert und damit zu neuen Fasern und Textilien weiterverarbeitet werden k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00c3\u00bcr Textilen gibt es aktuell kein funktionales Recyclingverfahren, weswegen weggeworfene Fasern, Gewebe und Kleidung hauts\u00c3\u00a4chlich deponiert werden. Zum Beispiel enden in der EU von den weggeworfenen 11 kg Textilen pro Jahr und Einwohner ca. 87% auf M\u00c3\u00bcllhalden irgendwo in der Welt oder im etwas besseren Fall in Verbrennungsanlagen. 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