{"id":53637,"date":"2026-01-27T10:52:13","date_gmt":"2026-01-27T09:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/01000-273\/"},"modified":"2026-01-27T10:52:13","modified_gmt":"2026-01-27T09:52:13","slug":"01000-273","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/01000-273\/","title":{"rendered":"Erarbeitung von Richtlinien zur effektiven Langzeit\u00fcberwachung des Schadstoffaustrags \u00fcber den Wasserpfad aus Altlasten der Uranerzaufbereitung"},"content":{"rendered":"<p>Erarbeitung von Richtlinien zur effektiven Langzeit\u00fcberwachung des Schadstoffaustrags \u00fcber den Wasse<\/p>\n<p>Es wurden als M\u00fclldeponie nachgenutze Uran-Tailings am Beispiel der Industriellen Absetzanlage Dresden-Cosch\u00fctz\/Gittersee hydrogeologisch untersucht und anschlie\u00dfend die Ergebnisse mit den Standorten. IAA Johanngeorgenstadt-Steinsee (als M\u00fclldeponie nachgenutzt) und IAA Schneckenstein (renaturiert) verglichen.<br \/>Gegenstand der Untersuchungen war es, Methoden zu entwickeln und zu evaluieren, die geeignet sind, verschieden Sickerstr\u00f6me zu differenzieren und das Langzeitverhalten der Altablagerungen zu beschreiben, um somit die Grundlage einer effizienten \u00dcberwachung des Wasserpfades zu schaffen. Dazu wurde eine Wasserhaushaltsbilanz erstellt. Bei der Untersuchung der Wasserbeschaffenheit der verschiedenen Deponie- und Grundw\u00e4sser wurden zus\u00e4tzlich zur konventionellen Wasserchemie die Umweltisotope Tritium (\u00b3H), Deuterium, 13C, Radiokohlenstoff (14C), 18O und 34S hinzugezogen.<br \/>\u00a0In Dresden-Cosch\u00fctz\/Gittersee wurde von 1950 bis 1962 durch die SAG\/SDAG Wismut Uranerz aufbereitet. Die R\u00fcckst\u00e4nde der Erzaufbereitung (Tailings) wurden ohne Schutzvorkehrungen in 2 industriellen Absetzanlagen (IAA) abgelagert (Halde A und Halde B). Anschlie\u00dfend wurde die Anlage der Stadt Dresden r\u00fcck\u00fcbertragen, die auf der Halde A von 1974 bis 1988 M\u00fcll und anschlie\u00dfend Aschen und Bauschutt deponierte.<br \/>Die Simulation des Haldenwasserhaushaltes erfolgte mit Programm BOWAHALD-2D. Dabei erwies sich sowohl die Einteilung der Halde in verschiedene Hydrotope als auch der Einsatz lokaler Klimadaten von einer benachbarten Wismut-Halde als sinnvoll. F\u00fcr die Halde A wurde bei Wasserhaushaltsbetrachtungen ein unterirdischer Abflu\u00df von 0,14 l\/s berechnet. Die mit Hilfe der lokalen meteorologischen Daten berechnete Grundwasserneubildungrate ist wesentlich geringer und betr\u00e4gt nur etwa 15 % der GWN des unterirdischen Einzugsgebietes der Halden A und B.<br \/>Die Uranfracht in den Sickerw\u00e4ssern der Halde A ergibt sich auf der Grundlage der Wasserhaushaltsberechnung zu 2,8 kg\/a. Eine Beeinflussung des Abstromes der IAA durch M\u00fcll- und Tailingssickerw\u00e4sser kann in unmittelbarer N\u00e4he der IAA sowohl mittels der konventionellen chemischen Analytik als auch mit Hilfe von Isotopenmethoden nachgewiesen werden. Die Ursache einer lokalen Versauerung im Kreide-Grundwasserleiter im Nordteil der Halde A (\u0084reaktiver Randbereich\u0093) wird Verwendung von Isotopenmethoden als Infiltration von Proze\u00dfwasser aus der Zeit der Uranerzaufbereitung interpretiert. Der Vergleich der beprobten Tailingsw\u00e4sser mit dem Feststoffpotential der Halde A sowie den stark kontaminierten W\u00e4ssern im reaktiven Randbereich l\u00e4\u00dft die Schlu\u00dffolgerung zu, da\u00df die alkalischen, reduzierenden M\u00fcllsickerw\u00e4sser einen positiven Einflu\u00df auf den Stoffaustrag des Urans sowie der meisten Schwermetalle hat. Ein bevorzugter Transport des Uran durch Huminstoffe konnte nicht nachgewiesen werden.<br \/>Methodische Untersuchungen zur Konservierung der Wasserproben belegen, da\u00df Zeitpunkt und verwendete Filtergr\u00f6\u00dfen einer Filtration einen Einflu\u00df auf die gemessene Urankonzentration haben. Im untersuchten Beispiel waren ca. 25 \u0096 50 % des Urans an Kolloide bzw. Feststoffpartikel > 45 \u00b5m gebunden.<br \/>Die Auswertung der Tritiummessungen lieferte mittlere Verweilzeiten f\u00fcr die Grundw\u00e4sser und best\u00e4tigte die bereits vermuteten hydraulischen Kontakte im Kaitzbachtal. F\u00fcr die Haldenw\u00e4sser wird eine permanente Verd\u00fcnnung durch Niederschlag best\u00e4tigt. Aufgrund hoher Tritiumwerte konnte der Einflu\u00df von Haldenw\u00e4ssern im nahen Abstrom nachgewiesen werden. <br \/>Die 14C-Werte legen unter Ber\u00fccksichtigung der Tritiumalter die Vermutung nahe, da\u00df es sich bei den untersuchten Kreidegrundw\u00e4ssern im Umfeld der IAA Dresden-Cosch\u00fctz\/Gittersee um W\u00e4sser mit einem hohen Anteil einer jungen Komponenten mit einem rezenten 14C handelt. Dabei findet ggf. eine Verd\u00fcnnung mit mineralischem Kohlenstoff (Calcit aus kalkhaltigen Sandsteinen bzw. Pl\u00e4ner) statt. <br \/>Die Auswertung von radioaktiven und stabilen Isotopendaten erm\u00f6glicht eine Datierung der W\u00e4sser sowie eine Absch\u00e4tzung von Sickerwasser- und\/oder Niederschlagsanteilen. <br \/>In allen untersuchten hydrochemischen Bestandteilen incl. der stabilen Isotope kommt der inhomogene Aufbau der Halde A und die daraus resultierende inhomogene chemische Zusammensetzung und hyraulischen Eigenschaften durch kleinr\u00e4umig variierende Me\u00dfwerte zum Ausdruck.<br \/>Vergleiche mit anderen Standorten der Uranerzaufbereitung (IAA \u0084Steinsee\u0093 Johanngeorgenstadt, IAA Schneckenstein) machen deutlich, da\u00df vor allem die klimatischen Standortbedingungen bestimmend f\u00fcr die Abflu\u00dfmenge der Tailings sind. Sowohl die Art der Uranerzaufbereitung und der Nachnutzung als auch die klimatischen Standortbedingungen haben einen entscheidenden Einflu\u00df auf die Sickerwasserzusammensetzung. So ist in Dresden-Cosch\u00fctz\/Gittersee trotz des vergleichsweise hohen Schadstoffpotentials die Uranfracht am niedrigstens. <br \/>Abschlie\u00dfend werden Vorschl\u00e4ge f\u00fcr den Aufbau und die Realisierung einer effektiven Langzeit\u00fcberwachung des Wasserpfades von m\u00fcll\u00fcberlagerten Uran-Tailings gegeben. Entsprechend mu\u00df f\u00fcr jede IAA nach komplexer Auswertung der Altlastenerkundung (Systemanalyse) ein eigenes \u00dcberwachungsprogramm entwickelt werden, in dem auch der geogene Background ber\u00fccksichtigt wird. Parameterumfang und \u00dcberwachungsintervall des Monitorings sollten nach einer Anfangsphase der intensiven Grundwasserbeobachtung verifiziert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erarbeitung von Richtlinien zur effektiven Langzeit\u00fcberwachung des Schadstoffaustrags \u00fcber den Wasse Es wurden als M\u00fclldeponie nachgenutze Uran-Tailings am Beispiel der Industriellen Absetzanlage Dresden-Cosch\u00fctz\/Gittersee hydrogeologisch untersucht und anschlie\u00dfend die Ergebnisse mit den Standorten. 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