{"id":53351,"date":"2026-01-27T10:50:42","date_gmt":"2026-01-27T09:50:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20000-123\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:45","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:45","slug":"20000-123","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20000-123\/","title":{"rendered":"Mechanisch-enzymatischer Aufschluss von Kartoffelp\u00fclpe als Bindemittel zur Herstellung von Holzwerkstoffen"},"content":{"rendered":"<p>Kartoffelp\u00fclpe als BindemittelIn der Bundesrepublik Deutschland wurden 1998 etwa 2 Mio. t Kartoffeln zu St\u00e4rke verarbeitet. Als Abfallprodukt fallen dabei Kartoffelfruchtwasser und Kartoffelp\u00fclpe an. Bei der Kartoffelp\u00fclpe handelt es sich um zerrissenes Gewebe der Knolle und der Schale mit einem Wasseranteil von bis zu 80 %. Dem j\u00e4hrlichen Umfang von etwa 800 000 t Kartoffelp\u00fclpe steht bislang eine sehr begrenzte wirtschaftliche Nutzung entgegen. Ihr dominierender Verwendungszweck besteht darin, sie entweder sofort oder aber vorwiegend nach vorausgegangener Trocknung als Futtermittel einzusetzen. Zu diesem Zweck wird die Kartoffelp\u00fclpe zun\u00e4chst mechanisch vorentw\u00e4ssert und anschlie\u00dfend thermisch dehydratisiert. Zus\u00e4tzlich werden der Kartoffelp\u00fclpe noch Proteine und Fette zugemischt. Die Aufbereitung zum Futtermittel ist somit \u00e4u\u00dferst energie- und kostenaufwendig. Das Futtermittel selbst ist h\u00e4ufig nicht gut vertr\u00e4glich und f\u00fchrt bei vielen Tieren zu Durchfallerscheinungen. Au\u00dferdem ist eine lange Lagerung der nativen P\u00fclpe aufgrund der anfallenden Menge und der starken mikrobiellen Zersetzung bislang nicht m\u00f6glich. Daher wird derzeit auf sehr verschiedenen Wegen versucht die Abfallprodukte Kartoffelfruchtwasser und ?p\u00fclpe zu nutzen und daraus Rohstoffe herzustellen, welche aufgrund ihrer rein biologischen Komponenten und ihrer betr\u00e4chtlich anfallenden Menge von gro\u00dfem \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Wert sein d\u00fcrften.Der Einsatz von Kartoffelp\u00fclpe als Bindemittel Der relativ hohe Gehalt an Restst\u00e4rke mit bis zu 37 % und ein Pektinanteil von 10 &#8211; 15 % macht die Kartoffelp\u00fclpe zur Anwendung bei Verklebungen interessant. Dazu mu\u00df die in den Zellen eingeschlossene St\u00e4rke und das Pektin in der Zellwand durch eine Kombination aus mechanischem und enzymatischem Aufschlu\u00df freigegeben und zerlegt werden. Dieser Vorgang ist notwendig, da zahlreiche Forschungsarbeiten gezeigt haben, dass native P\u00fclpe geringe Bindungseigenschaften aufweist. Erst durch den mechanisch-enzymatischen Aufschlu\u00df erh\u00e4lt die Kartoffelp\u00fclpe gute Bindungsf\u00e4higkeiten. Durch die enzymatische Aufl\u00f6sung der Zellwand wird das zellgebundene Wasser freigesetzt und der Entw\u00e4sserungsgrad erh\u00f6ht.Die guten Bindungseigenschaften der mechanisch-enzymatisch aufgeschlossenen Kartoffelp\u00fclpe und der billige Rohstoff sind zwei Gr\u00fcnde zur industriellen Nutzung bei Verklebungen. Einige Voruntersuchungen haben gezeigt, dass auch Holzwerkstoffe mit der vorbehandelten und entw\u00e4sserten Kartoffelp\u00fclpe hergestellt werden k\u00f6nnen, wobei allerdings Modifizierungen und Optimierungen notwendig sind.Die Holzwerkstoffindustrie hat das langfristige Ziel die Kunstharze durch den Einsatz nat\u00fcrlicher Bindemittel teilweise oder ganz zu substituieren. Der Grund liegt in den enormen Kosten durch den Einsatz von Kunstharzen (ca. 20 % der Endherstellungskosten). Die Holzwerkstoffindustrie ist f\u00fcr dieses Forschungsvorhaben besonders interessant, da sie der gr\u00f6\u00dfte Bindemittelabnehmer auf diesem Markt ist.Zielsetzung des geplanten ForschungsvorhabensDie Kartoffelp\u00fclpe ist ein einheimischer, nachwachsender Rohstoff, der durch den Einsatz der mechanisch-enzymatisch aufgeschlossenen P\u00fclpe als Bindemittel bei der Holzwerkstoffherstellung auf lange Sicht hin nutzbar gemacht werden kann. Durch die Nutzung dieses Nebenproduktes zur Rohstoffherstellung soll eine h\u00f6here Wertsch\u00f6pfung erzielt und zus\u00e4tzlich ein gro\u00dfes Abfallproblem der St\u00e4rkeindustrie gel\u00f6st werden. Daher ist das Ziel dieses Forschungsvorhabens die Kartoffelp\u00fclpe mit Hilfe mechanischer und enzymatischer Vorbehandlung industriell als Bindemittel zu nutzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kartoffelp\u00fclpe als BindemittelIn der Bundesrepublik Deutschland wurden 1998 etwa 2 Mio. t Kartoffeln zu St\u00e4rke verarbeitet. Als Abfallprodukt fallen dabei Kartoffelfruchtwasser und Kartoffelp\u00fclpe an. Bei der Kartoffelp\u00fclpe handelt es sich um zerrissenes Gewebe der Knolle und der Schale mit einem Wasseranteil von bis zu 80 %. 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