{"id":53314,"date":"2026-01-27T10:50:37","date_gmt":"2026-01-27T09:50:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20001-195\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:39","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:39","slug":"20001-195","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20001-195\/","title":{"rendered":"Faunenfremde Tierarten in Deutschland: Der Marderhund Nyctereutes procyonoides (Gray, 1834) &#8211; Habitatnutzung, Populationsdynamik, Situationsanalyse"},"content":{"rendered":"<p>\u00d6kologie des faunenfremden Marderhundes in BrandenburgDas Forschungsprojekt zum Marderhund wird in der Niederlausitz\/S\u00fcdbrandenburg in einem ehemaligen Niedermoorgebiet durchgef\u00fchrt. Das Untersuchungsgebiet stellt durch seine mosaikartige Struktur und Landnutzung einen Ausschnitt aus einer typischen Kulturlandschaft Brandenburgs dar. Der Marderhund &#8211; eine fuchsgro\u00dfe Canidenart des ostasiatischen Faunenbereiches &#8211; ist ein in Mitteleuropa seit einigen Jahrzehnten etablierter Faunenfremdling.Ziel dieses Projektes ist es die Lebensweise dieser Tierart in ihrem neuen Siedlungsgebiet zu erforschen, zu analysieren welche Stellung sie in mitteleurop\u00e4ischen \u00d6kosystemen einnimmt und welche Rolle sie bei der Verbreitung von Tierseuchen und Parasiten spielt.In den Jahren 2001 bis 2003 konnten durch Radiotelemetrie von sechs adulten Weibchen und vier adulten M\u00e4nnchen Daten zur Lebensraumnutzung und Aktivit\u00e4tsrhythmik gewonnen werden.Die besenderten Tiere bewegten sich haupts\u00e4chlich in deckungsreichem Gel\u00e4nde meist zur D\u00e4mmerungs- und Nachtzeit.W\u00e4hrend der kalten Jahreszeit war ihre Aktivit\u00e4t deutlich geringer und die Streifgebiete verkleinerten sich. Die besenderten Weibchen nutzten zur Jungenaufzucht alte Dachsbaue; eine gemeinsame Baunutzung von Dachs und Marderhund au\u00dferhalb der Welpenphase konnte in Einzelf\u00e4llen beobachtet werden.R\u00fcckmeldungen von ohrmarkierten Tieren gaben erste Hinweise zum Migrationsverhalten des Marderhundes.In 77 untersuchten Marderhundm\u00e4gen konnten zehn Nahrungsfraktionen differenziert werden, wobei Kleins\u00e4uger, Amphibien, Insekten und Vegetabilien ganzj\u00e4hrig dominieren.Die in drei, das Untersuchungsgebiet umgebenden, Landkreisen erlegten Marderhunde werden auf Tollwut-, R\u00e4ude- und Trichinenbefall und Kleinen Fuchsbandwurm \u00fcberpr\u00fcft.Alle bisher sezierten Marderhunde wiesen keine positiven Befunde f\u00fcr Tollwut und Kleiner Fuchsbandwurm auf.Altersbestimmungen zeigten, da\u00df die meisten erlegten Marderhunde ein- oder zweij\u00e4hrige Tiere waren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6kologie des faunenfremden Marderhundes in BrandenburgDas Forschungsprojekt zum Marderhund wird in der Niederlausitz\/S\u00fcdbrandenburg in einem ehemaligen Niedermoorgebiet durchgef\u00fchrt. 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